Konsequenz aus Mordserie

Land erhält Patientenschutzbeauftragten

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Der ehemalige Krankenpfleger Niels H. versteckt sein Gesicht hinter einem Aktendeckel. 

Hannover - Als Konsequenz aus der Mordserie des Krankenpflegers Niels H. hat Niedersachsen eine neue Stelle geschaffen. Als erster Landespatientenschutzbeauftragter ist Peter Wüst seit diesem Monat im Gesundheitsministerium Ansprechpartner für Kranke und deren Angehörige, zum Beispiel wenn es um Fragen der Kostenübernahme geht.

Er soll auch die Arbeit der Patientenfürsprecherinnen und -fürsprecher in den landesweit mehr als 180 Kliniken koordinieren. Gesundheitsministerin Cornelia Rundt (SPD) stellt den neuen Beauftragten für Patientenschutz an diesem Montag (13.30 Uhr) in Hannover vor.

Er werde Beratungs- und Unterstützungsangebote vermitteln und Beschwerden bündeln, sagte Wüst am Montag in Hannover. "Das ist ein wichtiger Weg, um Probleme im System zu erkennen, zu kommunizieren und abzubauen." Wüst koordiniert zudem die Arbeit der Patientenfürsprecherinnen und -fürsprecher in den niedersächsischen Kliniken. 

Auch Mitarbeiter niedersächsischer Kliniken können sich bei dem Landesbeauftragten melden, wenn sie den Verdacht haben, dass an ihrem Arbeitsplatz etwas schief läuft. Im Fall des inzwischen wegen Mordes verurteilten Krankenpflegers Niels H. war zwar manchen Kollegen etwas ungewöhnlich vorgekommen, aber niemand hatte Alarm geschlagen.

Der Landtag hatte nach der beispiellosen Mordserie in Delmenhorst in einem Sonderausschuss Strategien entwickelt, wie Patienten vor Übergriffen des Pflegepersonals besser geschützt werden können. Vorgeschlagen wurden unter anderem psychologische Eignungstests vor dem Start der Ausbildung zum Krankenpfleger.

Der wegen Mordes an Patienten verurteilte Ex-Pfleger Niels H. soll am Klinikum Delmenhorst mindestens 33 Patienten zu Tode gespritzt haben. Die Zahl der möglichen Opfer an seinem vorherigen Arbeitsplatz, dem Klinikum Oldenburg, ist noch unklar. Nach Überzeugung der Ermittler lagen den damals Verantwortlichen in den Krankenhäusern frühzeitig Hinweise auf die Taten vor. Gegen acht Mitarbeiter laufen Ermittlungen wegen Totschlags durch Unterlassen.

dpa

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