Reisewarnung aufgehoben aber Testpflicht gefordert

Mallorca 2021: Party am Ballermann? Das erwartet Urlauber wirklich

Trotz Aufhebung der Reisewarnung für die Balearen erwartet Mallorca keinen normalen Sommer. Partyurlauber dürften lange Gesichter machen - alle anderen sind wohl eher erfreut. Fragen und Antworten.

Update vom 18. März: Immer mehr Bundesländer sind für eine Testpflicht für Urlauber, die aus Mallorca zurückkommen. Auch Bundesaußenminister Heiko Maas hat sich dafür ausgesprochen. Es liege im Interesse aller, zurückkehrende Touristen zu testen - auch im Interesse der Urlauber selbst, sagte Maas in Berlin. Deshalb finde er eine solche Idee alles andere als falsch.

Update vom 15. März: Die niedersächsische Landesregierung warnt vor den Gefahren eines kurzfristigen Mallorca-Urlaubs und denkt über das Testen von Reiserückkehrern an Flughäfen nach. Der Chef der Staatskanzlei berate dazu gerade mit der Bundesregierung, sagte Regierungssprecherin Anke Pörksen am Montag in Hannover. Die Menschen, die nun nach Mallorca reisen wollten, müssten wissen, dass sie sich einem gewissen Risiko aussetzen.

Man holt sich da sehenden Auges ein richtiges Problem ins Land

Anke Pörksen, Regierungssprecherin

Vor Ort träfen sich Menschen aus ganz Deutschland und Europa und es bestehe die Gefahr einer Verbreitung von Infektionen. Und selbst wenn am Flughafen ein PCR-Test negativ ausfalle, bedeute dies nicht, dass ein Reiserückkehrer das Virus nicht bereits in sich trage. „Man holt sich da sehenden Auges ein richtiges Problem ins Land“, meinte Pörksen. „In den Urlaub fliegen muss niemand“, sagte die stellvertretende Leiterin des Corona-Krisenstabs der Landesregierung, Claudia Schröder. „Ich kann nur raten, sich das gut zu überlegen“, betonte sie. „Die Menschen werden nicht am Urlaubsort krank, sie stecken auf dem Weg zurück und zu Hause weitere an und verbreiten das Virus weiter.“

Pörksen und Schröder betonten, dass ein niedersächsischer Alleingang im Umgang mit Reiserückkehrern, was Tests und eine Quarantäne angeht, keinen Sinn habe. Eine Regelung, für die es eine Rechtsgrundlage geben müsse, sei bundesweit zu trefffen. (dpa)

Ursprungsmeldung vom 12. März: Die Reisewarnung für Mallorca wird aufgehoben. Urlaub auf der beliebtesten Ferieninsel der Deutschen ist wieder ohne Quarantäne und Testpflicht nach der Rückkehr möglich. Doch wie ist die aktuelle Lage vor Ort? Und was erwartet Urlauber in dieser Saison? Darüber hat Lucía Escribano, Direktorin für Tourismus auf Mallorca, auf der digitalen Reisemesse ITB gesprochen.

Einwohner auf Mallorca896.038 (Stand 2019)
Größte GemeindePalma de Mallorca
Gemeinden53
HauptstadtPalma

Die Insel ist bereit für die Öffnung? „Einige Hotels werden bereits zu Ostern wieder öffnen“, sagte Lucía Escribano. Deutsche Reiseveranstalter wollen Urlauber über die Oster-Festtage wieder nach Mallorca bringen, zumal in den Bundesländern wie Bremen bald die Ferien beginnen, berichtet nordbuzz.de. Ausflugsziele wie Kathedralen und Festungen sowie Geschäfte seien bereits geöffnet.

Mallorca Ostern 2021: Party am Ballermann? Das erwartet Urlauber wirklich

Urlaub auf Mallorca findet erst einmal weiterhin unter den Bedingungen der Pandemie statt, der in Niedersachsen beheimatete Reisekonzern Tui hatte sich dennoch schon am Montag zuversichtlich gezeigt. „Manche Einschränkungen werden wahrscheinlich bis zum Sommer gelten, zum Beispiel die Pflicht zum Tragen einer Gesichtsmaske, Abstand zu halten und Tische in Restaurants vorzureservieren“, so Lucía Escribano. Die Maske muss überall dort getragen werden, wo man unter Menschen ist, also etwa in Fußgängerzonen und beim Betreten von Läden. Ausnahmen gelten zum Beispiel am Strand oder beim Sport.

Mallorca: Eher Ruhe statt Party wegen Corona

Ruhe in der Natur statt Party und Saufen? Eine Rückkehr zu alten Mallorca-Zeiten mit Partys in Großraumdiscos wird es aller Voraussicht nach auch in diesem Sommer nicht geben. Veranstaltungslokalitäten dürfen nur eine begrenzte Zahl an Personen einlassen, der Abstand muss stets eingehalten werden.

„Es ist nicht so, dass wir nicht wollen, dass die Menschen tanzen und trinken. Aber dieses Jahr ist nicht die Party-Zeit. Es wird eine ruhige Zeit sein“, sagte Lucía Escribano. Aktivurlaub und Naturgenuss mit der Familie stünden in diesem Sommer im Mittelpunkt.

Mallorca will ohnehin wegkommen vom hemmungslosen Sauftourismus früherer Tage und hat dazu bereits vor der Corona-Pandemie strenge Regeln erlassen. „Wir wollen keine All-inclusive-Hotels mit Etagenbetten mehr, wo sechs Leute in einem Zimmer übernachten, nur um zu trinken“, so die Tourismus-Direktorin. „Das bringt der Wirtschaft der Insel nichts und verbraucht nur Ressourcen.“ Die Pandemie helfe sozusagen dabei, den eingeschlagenen Weg weiterzugehen.

Eimersaufen auf Mallorca wird es vermutlich im Sommer 2021 nicht geben. (Archivbild)

Wie viel hängt von den Impfungen ab? Wie in allen gesellschaftlichen Bereichen ist die Rückkehr zu einer echten Normalität erst möglich, wenn ein Großteil der Menschen gegen das Coronavirus geimpft ist. Das gilt Lucía Escribano zufolge auch für den Tourismus auf Mallorca. „Je schneller alle geimpft sind, umso besser.“ Die Impfungen kämen in Europa aber nur langsam voran.

Ausnahme ist Großbritannien, dessen Urlauber auf Mallorca traditionell ebenfalls stark vertreten sind. So kam bereits die Frage auf, wer wohl zuerst sein Handtuch auf die Liegen werfen wird - die Briten oder die Deutschen?

Verschafft das Impfen den britischen Gästen sozusagen einen strategischen Vorteil? Lucía Escribano relativiert: „Wir erwarten nicht die gleiche Anzahl an britischen Gästen wie in anderen Jahren.“ Gründe seien der Brexit und die angespannte finanzielle Situation vieler Urlauber aus Großbritannien durch die Folgen der Pandemie.

Mallorca will nachhaltiger werden

Gibt es Privilegien für Geimpfte und Genesene? Einige Länder erlauben Geimpften und von einer Corona-Infektion Genesenen wieder eine Einreise ohne Auflagen - wie etwa der Testpflicht. Auf Mallorca stehen die Zeichen dafür eher schlecht, solange der geplante digitale EU-Impfpass nicht ausgerollt ist. „Wenn wir eine solche Form der Erlaubnis einführen, dann müsste das in ganz Spanien umgesetzt werden“, betonte Lucía Escribano. Der Ball liegt bei der Regierung in Madrid. Die Pflicht zum PCR-Test wird also vorerst bleiben.

Langfristig möchte Mallorca noch nachhaltiger werden. Das bedeutet unter anderem: weniger Massentourismus, eine bessere Verteilung der Urlauber über das gesamte Jahr, weniger Ressourcenverbrauch, eine bessere Steuerung der Verkehrsströme und weniger riesige Kreuzfahrtschiffe zur gleichen Zeit im Hafen von Palma. Von Philipp Laage, dpa

Rubriklistenbild: © dpa / Julian Stratenschulte

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