Städte in Niedersachsen

Weihnachts-Roulette bei Parkgebühren - wo kostet es wie viel?

Hannover - Für zwei Euro können Autofahrer in Niedersachsens Städten einen ganzen Tag parken oder lediglich eine gute Stunde. Nach einer Umfrage soll nur in einer der größeren Städte das Parken im kommenden Jahr teurer werden. Und: Fahrer von Elektroautos haben oft Vorteile.

Zum Einkaufsstress der Vorweihnachtszeit kommt die Suche nach einem Parkplatz. Dabei müssen Autofahrer in Niedersachsens Städten weit weniger zahlen, als etwa in Stuttgart. Dort werden nach Angaben des ADAC bis zu 3,50 Euro pro Stunde für einen Parkplatz am Straßenrand fällig. Frankfurt, München, Berlin und Köln liegen zum Teil nur knapp darunter. Im Norden sind dagegen nur zwischen 50 Cent und 1,80 Euro fällig, so in Hannover und Braunschweig. Elektroautos dürfen mancherorts gar umsonst parken, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab.

Auch wenn sich die Städte mit Parkplätzen gut aufgestellt sehen, raten viele zur Nutzung von Bus und Bahn. Einige bieten einen speziellen Shuttle-Service. Und die gute Nachricht zum Jahreswechsel: Nur in Braunschweig soll es in einer Parkzone teurer werden. Sonst seien keine Preiserhöhungen geplant, heißt es in den Rathäusern.

Hannover erhebt im Innenstadtbereich (Parkzone I) 1,80 Euro pro Stunde. In der angrenzenden Parkzone II sind es 1,50 Euro. Erhöhungen seien nicht geplant, sagte Sprecherin Michaela Steigerwald. In der Innenstadt gibt es rund 9.000 Stellplätze in Parkhäusern. Am Straßenrand sind es etwa 5.000. Dazu kommen viele private Plätze in Tiefgaragen oder auf Innenhöfen. „Überlastungen treten nur zeitweise punktuell auf und sind die Ausnahme“, betonte Steigerwald. „Wie in jedem Jahr wird es an diesen Tagen voll werden. Entspannt kommt man sicher mit Bus und Bahn oder mit dem Fahrrad in die City.“

Osnabrück hat Tarife von derzeit 1,50 Euro pro Stunde, an Sonn- und Feiertagen sind es 50 Cent weniger. Die Tochter OPG bewirtschaftet in der City rund 4.600 Stellplätze in ihren Häusern und Parkplätzen sowie etwa 1.050 Straßenrandstellplätze und kleine Plätze über Parkscheinautomaten. Dazu kommen Anbieter wie Kaufhäuser, Krankenhäuser und Private. Nicht nur in der Vorweihnachtszeit bietet www.parken-osnabrueck.de Informationen über freie Kapazitäten.

„Ruhig ein wenig entfernt parken“

Göttingen nimmt in der Innenstadt 1,50 Euro pro Stunde, außerhalb sind es nur 70 Cent. Rund 4.500 Parkplätze stehen in der City oder innenstadtnah zur Verfügung, zumeist in Parkhäusern. Dem Adventstrubel begegnet die Stadt mit mehr als 500 zusätzlichen Parkplätzen immer samstags etwa in Schulgaragen und im Rathaus, sowie mit einem kostenlosen Busshuttle.

Lüneburg verlangt zwischen 60 Cent und 1,60 Euro pro Stunde. Im Prinzip gilt nach Angaben der Stadt: Je näher dran an der Innenstadt, desto höher ist der Preis. Elektroautos parken zum Teil kostenlos. „Preise und Höchstparkdauer sind natürlich ein Steuerungsinstrument, um den knappen Parkraum zu managen“, sagte Stadtsprecherin Suzanne Moenck. „Ruhig ein wenig entfernt parken und ein paar Minuten gehen“, rät sie. „Das ist oft kostengünstiger und vor allem stressfreier.“

Wolfsburg hat im Innenstadtbereich rund 9.000 Parkplätze, davon etwa 6.000 in Parkhäusern und Tiefgaragen. „Es sind genügend Parkplätze im öffentlichen Raum vorhanden“, sagte Stadtsprecher Ralf Schmidt. „Die Parkgebühren sind gegenüber Städten gleicher Größe vergleichsweise günstig.“ Die Preise beginnen bei 50 Cent pro Stunde, mancherorts kann es auch ein Euro sein. Meist gibt es Tageshöchstsätze, die zwischen 2 und 15 Euro liegen.

Braunschweig nimmt in Zone 1 auf einem Stellplatz im öffentlichen Straßenraum 1,80 Euro pro Stunde, in Zone 2 sind es 1,20. „Die Gebühren sind höher als in den meisten Parkgaragen“, sagte Stadtsprecher Rainer Keunecke. Die Plätze stünden so für das Kurzzeitparken etwa für kleinere Besorgungen zur Verfügung. Zum 1. Januar 2018 soll überall der Tarif von Zone 1 gelten. Elektrofahrzeuge parken bis zu drei Stunden kostenlos. Insgesamt gibt es etwa 8.000 bewirtschaftete Stellplätze, davon rund 5.500 in Parkhäusern und Tiefgaragen. In der Weihnachtszeit gibt es einen Buspendelverkehr vom Großparkplatz Messegelände zum Weihnachtsmarkt.

Oldenburg verlangt in der City (Zone 1) 1,20 Euro pro Stunde, in den angrenzenden Zonen sind es 60 Cent. Neben 2700 Plätzen in Parkhäusern gibt es laut Stadt allein in Zone 1 etwa 1500 Parkplätze.

Emden kassiert auf bewirtschafteten Parkplätzen in der Innenstadt einheitlich 90 Cent pro Stunde, im Parkhaus nur 50 Cent. Erhöhungen sind auch dort nicht geplant.

„Extrem hohe Parkgebühren sind negativer Faktor“

„Je näher ich an den zentralen Punkten der Städte bin, umso höher sind die Preise“, erklärte ADAC-Sprecherin Christine Rettig. Umso höher sei auch der Parkdruck. Höhere Gebühren sorgten für einen häufigeren Wechsel. In diesen Zonen sei der Preis sicher auch ein Steuerungselement für den ruhenden Verkehr.

„Wir haben in Umfragen festgestellt, dass die Menschen alle Parkgebühren über einen Euro pro Stunde als zu hoch empfinden“, so Rettig. „Wenn man allerdings Preise vergleicht, ist es eben auch wichtig, ob der öffentliche Nahverkehr eine günstige und relevante Alternative bieten kann“, betonte sie. „Extrem hohe Parkgebühren sind für uns ein negativer Faktor, weil sie das Angebot verknappen, die Städte unattraktiv machen und Menschen benachteiligen können“, erklärte sie. Anreize für Alternativen seien die bessere Lösung.

dpa

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