Park-Tester: Tier- und Freizeitpark Jaderberg

Katzen und Kaninchen stechen Exoten aus

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Neben Tieren und Fahrgeschäften gibt es auch einen großen Abenteuerspielplatz.

Jaderberg - Von Klaus Eilers. „Roaar, roaar.“ Es ist keiner der drei Löwen im Freigehege, der brüllt – sondern ein etwa fünfjähriger Junge, der das Brüllen eines Löwen nachahmt. Die Raubtiere im „Tier- und Freizeitpark Jaderpark“ sind wenig beeindruckt. Langgestreckt liegen sie in ihrem Freigehege im Gras, dösen in der Sonne. Eine Scheibe aus dickem Glas trennt sie von den dichtgedrängt davor stehenden Kindern und ihren Eltern. In unserer kleinen Serie über Tier- und Freizeitparks in der Region haben wir diesmal Jaderberg besucht.

Zweifellos gehören die Löwen zu den Stars im „Tier- und Freizeitpark Jaderpark“ in Jaderberg (Landkreis Wesermarsch). „Wir haben rund 600 Tiere im Park, unter anderem 35 Säugetierarten und 75 Vogelarten“, sagt Barbara Minnemann, die für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig ist. Giraffen, Zebras, Geparde, Affen, Pelikane und Flamingos gehören dazu. „Unsere Tiere fressen jeden Tag unter anderem 40 Kilogramm Fleisch und 100 Kilogramm Gemüse“, sagt Minnemann.

Neben den exotischen Tieren beheimatet der Park auch Tiere, denen Kinder und Erwachsene ganz nahe kommen können: Esel, Erdmännchen und Kaninchen. In einer anderen Ecke des Parks tummeln sich Kinder und Erwachsene auf den Spiel- und Abenteuerplätzen oder fahren mit der Wildwasserbahn, der Achterbahn oder mit einem der vielen Kinderkarussells.

Bei gutem Wetter drohen Warteschlangen

Der Park ist an diesem Tag besonders gut besucht, der Himmel ist blau, die Sonne strahlt bei 25 Grad Celsius. Gerade an den größeren Fahrgeschäften haben sich Schlangen gebildet. „Fast 30 Minuten musste ich vor der Wildwasserbahn warten“, sagt ein erwachsener Besucher zu einem Mann, der hinter ihm in der Schlange zur Achterbahn steht. „Hier müssen wir uns rund 15 Minuten gedulden.“ „Und? Vom Warten schon genervt?“, fragt sein Gesprächspartner. „Nein, maximal entspannt!“, antwortet der mit einem Lächeln.

Den Kindern und Erwachsenen in der Achterbahn ist das vorherige Warten schon egal, sie kreischen und juchzen vor Vergnügen. Dabei fährt die Achterbahn nicht so schnell wie auf einem großen Jahrmarkt, sie verläuft auch nicht so steil. Das gehört zum Konzept des Parks: „Es soll keine traurigen Kinderaugen geben, weil die Achterbahn zu schnell und die Wildwasserbahn zu hoch ist“, heißt es auf der Website des Jaderparks.

Ein Ort für die ganze Familie

Viele junge Familien sind unterwegs, die Eltern meist zwischen 30 und 40, die Kinder größtenteils zwischen drei und zwölf. Viele Kinder sind ganz vernarrt in die Tiere. Ganz dicht am etwa anderthalb Meter hohen Metallzaun stehen und liegen die Flachlandtapire in ihrem Gehege. „Unser Tapirmännchen Ferdinand markiert regelmäßig sein Revier. Dazu verspritzt er Urin bis zu drei Meter weit. Bitte seien Sie achtsam“, mahnt eine Infotafel. Ein Mädchen, etwa acht, hat den Text aufmerksam gelesen, ist aber wenig schockiert. „Komm da gehen wir rüber!“, fordert sie ihre Mutter auf und läuft schnurstracks zu der Stelle, an der die Tiere liegen. Dort steht bereits ein etwa gleichaltriger Junge, der seinen Vater erwartungsfroh anguckt. „Darf ich die streicheln?“, Der überlegt kurz. „Ja, aber nicht von vorn!“, erlaubt er es ihm. Der Junge langt durch den Zaun hindurch, streichelt das Tier ganz vorsichtig an der Schulter. Das Tier scheint die Berührungen gewohnt, lässt sie über sich ergehen. Heute scheint kein Tag zum Revier-Markieren zu sein.

„Ich habe Katzen am liebsten“, sagt der kleine Fabian. „Ja klar, aber welche denn, die Löwen oder die Geparden?“, fragt ein neugieriger Besucher. Mutter Britta Schöneboom aus Edewecht klärt auf. „Weder noch. Fabian meint die ganz normalen Hauskatzen. Die findet er toll“. Auch für Jana müssen die faszinierendsten Tiere nicht unbedingt groß oder exotisch sein: „Ich mag Kaninchen. Die sind sooo süß“, schwärmt sie. „Wir kommen aus Bayern, aus dem Ort Cham, und machen in Tossens Urlaub an der Nordsee.“ Während er und Britta Schöneboom den Jaderpark lediglich „gut“ und „ganz gut“ finden, ist Carmina Schemkes aus Schiffdorf bei Bremerhaven auskunftsfreudiger und voll des Lobes: „Acht- oder neunmal waren wir schon hier und wir würden jederzeit wiederkommen. Preis und Leistung stimmen einfach. Und der Park ist nicht zu groß.“

Hervorgegangen ist der Jaderpark aus einem klassischen Zoo, gegründet im Jahr 1950. Fazit: Ein Besuch im Jaderpark lohnt, hauptsächlich für Erwachsene mit Kindern. Den ganz großen Nervenkitzel in den Fahrgeschäften sollte man aber nicht erwarten.

Der Park im Überblick

Anfahrt: Die A29 über Oldenburg in Richtung Wilhelmshaven befahren. An der Abfahrt „Jaderberg“ die Autobahn verlassen. Ab dort ist der Tier- und Freizeitpark ausgeschildert.

Parkplätze: Zwei große Parkplätze stehen zur Verfügung, die bei einem Besucheransturm aber nicht (ganz) ausreichen.

Preise: Der Eintritt für Personen ab 13 Jahre liegt bei 17,50 Euro und bei 15,50 Euro für Kinder bis zwölf. Eine Familie mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern bis zwölf Jahren zahlt also 66 Euro Eintritt.

Verpflegung: Die Parkleitung gestattet das Mitbringen von Speisen und Getränken. Im Park gibt es zudem ein Restaurant. Preisbeispiele: Bockwurst 2,10 Euro, Schnitzel 4,20 Euro, Wasser (0,25 Liter) 1,70 Euro, Becher Kaffee 2,20 Euro. Zudem gibt es an den Wegen im Park einige Kioske für die Kleinigkeit zwischendurch (Getränke, Süßigkeiten, Eis).

Sauberkeit: Der Park ist durchgehend sauber.

Sanitäre Anlagen:  Auch hier ist die Sauberkeit in Ordnung. Drei der insgesamt vier Toiletten auf dem Gelände sind behindertengerecht.

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