Städte aufgefordert stärker zu kommunizieren

Park-Apps sind noch immer eine Nische

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Mit der Easy Park App kann digital für einen Stellplatz gezahlt werden.

Hannover - Die Digitalisierung hält Einzug in niedersächsische Städte: Per App können Autofahrer mittlerweile an vielen Orten die Parkgebühren bezahlen. Doch bisher nutzt eine Minderheit das digitale Angebot.

Generell gibt es Parkapps von verschiedenen Anbietern: Neben EasyPark, der in vierzig Städten in Deutschland und Österreich aktiv ist, gibt es ParkNow, Yellow Briggs, Traffic Pass und Sunhill. 

Angebot noch nicht in allen Städten vorhanden

Mit der App von EasyPark können Nutzer in mehreren Städten Niedersachsens bezahlen - zum Beispiel in Bad Bevensen, Celle, Einbeck, Goslar, Hannover, Holzminden, Seelze, Stadthagen oder Osterode am Harz. In Braunschweig und Wolfsburg dominiert der Anbieter Sunhill, eine Tochter der Volkswagen Financial Services AG. In einigen Städten wie in Oldenburg, Göttingen oder Stade kann nicht via App bezahlt werden. 

In Deutschland wachse das Handyparken zwar kontinuierlich, aber Anteile von etwa zwanzig Prozent wie zum Beispiel in Bayreuth oder Berlin seien schon sehr gute Werte, so Nico Schlegel von EasyPark. Zum Vergleich: In Kopenhagen sind es knapp 75 Prozent. 

Vorteile für Städte und Autofahrer

In der niedersächsischen Landeshauptstadt liegen die Nutzungswerte weit darunter: Im vergangenen Jahr wurden nur 2,9 Prozent der Parkgebühren digital bezahlt - also via Handy-SMS oder App. Im Jahr davor waren es 2,4 Prozent, 2014 nur 1,4 Prozent. In den Jahren davor lag der Anteil jeweils unter einem Prozent. 

Dabei hat das digitale Zahlen Vorteile: Eine Verlängerung der Parkzeit ist in der Regel so lange möglich, bis die maximale Parkzeit in einer Zone erreicht ist. Zudem hätten viele Kommununen ein Interesse an der bargeldlosen Abwicklung des Bezahlens, sagte Philipp Zimmermann, Sprecher von Smartparking, einer Initiative für digitale Parkraumbewirtschaftung. Denn: Bargeld und Kleingeld sei für die Städte aufwändig und auch teuer. 

Steigende Nutzerzahlen dank besserer Kommunikation

Der Schlüssel liegt nach Ansicht der Firmen in der Information. „Seitdem es detaillierte Informationen an den Parkplätzen gibt, wie Verbraucher einfach digital oder via App bezahlen können, steigt das Interesse“, beschreibt Zimmermann. Nur ein Schild aufzustellen mit dem Hinweis ,Bezahlen per App ist möglich‘ reiche nicht. 

Auch EasyPark bestätigt die Beobachtung: Hannover und Celle hätten innerhalb der vergangenen zwei Jahre die Informationen deutlich verbessert. Die Umsätze beim Handy- und App-Parken hätten sich in diesen Städten schnell verdreifacht, betont EasyPark-Manager Nico Schlegel. Wie viele Parkgebühren in Wolfsbung und Braunschweig via Sunhill-App und damit digital bezahlt werden, ist nicht bekannt. 

Zukunfts-Vorstellung: Eine App für das gesamte Verkehrsangebot

In Osnabrück ist digitales Bezahlen der Parkgebühren schon seit Jahren möglich. Doch das System sei veraltet, beklagt der Geschäftsführer der Osnabrücker Parkstätten Gesellschaft (OPG) Wigand Maether. Verbraucher in Osnabrück können, wenn sie sich vorher angemeldet haben, per SMS den jeweiligen Parkort und die -länge angeben. Auch hierbei werden die Kosten als Teil der Handyrechnung vom Konto abgebucht. 

Doch: „Am liebsten wird immer noch bar mit Kleingeld bezahlt“, so das Fazit des OPG-Geschäftsführers. Die Vision der Stadt Osnabrück ist eine App für alles - mit der Kunden Bus-Tickets lösen und Parkgebühren oder Taxifahrten bezahlen können. „Die Gespräche laufen. Wichtig ist, dass wir eine möglichst einfache und komfortable Lösung für die Verbraucher finden“, erklärt Maether. 

Auch in Oldenburg gibt es eine App. Über diese können Nutzer freie Parkplätze in der Stadt finden, aber nicht bezahlen. Die Informationen zu freien Plätzen seien über die Oldenburg-App abrufbar und würden alle fünf Minuten aktualisiert, sagte ein Stadtsprecher.

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