Bei der Inventur im Zoo tauchen fremde Tiere auf / Gefahr durch Krankheiten

Ein paar Fische zu viel im Löwenteich

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Das Gehege der Flamingos auch im Zoo Hannover ist ein durchaus beliebtes Revier auch von heimischen Stockenten – so einfach kommt man „draußen“ nicht an Futter.

Osnabrück · Von Michael Krüger · Im Teich am Löwengehege des Zoos Osnabrück spielt sich Seltsames ab: Dort schwimmen Koi-Karpfen. „Die haben wir da aber nie ausgesetzt“, sagt Zootierarzt Thomas Scheibe.

Gemeinsam mit seinem Team nimmt er gerade die Inventur im Tierpark vor. 2 394 Tiere aus 332 Arten waren es im vergangenen Jahr, vielleicht werden es dieses Jahr wieder ein paar mehr sein als erwartet: Es komme immer wieder vor, dass Besucher heimlich Tiere in den Bestand des Zoos schmuggeln.

Leguane, Bartagamen und immer wieder Schildkröten: Viele Halter hätten eine falsche Vorstellung davon, wie diese Exoten zu halten sind. Also werden sie im Zoo abgeladen, wenn die Arbeit zu groß wird. „Es kommt schon vor, dass Schildkröten dann in der Tasche versteckt werden und bei uns ausgesetzt werden“, sagt Scheibe. Das Problem: Die Tiere könnten irgendwo ausgesetzt werden, wo es ihnen nicht warm genug ist. Es bestehe auch die Möglichkeit, dass sie Krankheiten einschleppen. „Wir bemerken das immer wieder vor allem an Tagen, wenn viel los ist, dass da wieder ein neues Tier im Bestand ist.“ Es sei auch schon vorgekommen, dass auf dem Parkplatz eine Kiste mit tierischem Inhalt abgestellt wurde: „Es war nur eine ungefährliche Kornnatter. Doch der Schreck beim Öffnen war groß.“

Auch der Zoo in Hannover kennt diese Probleme. „Schildkröten, Meerschweinchen, Vögel“, zählt Sprecherin Simone Hagenmeyer die populärsten Findlinge auf. Einmal habe man auch einen Waran an einem Teich gefunden.

Deutlich beliebter sind in den Zoos andere Fremd-Tiere: „Störche sehen wir bei uns sehr gerne“, sagt Scheibe. In diesem Jahr brüteten unter fachkundiger Aufsicht zwei Paar im Park. Es gebe sogar Führungen, über alle Tiere im Zoo, die keine Zootiere sind. Dazu zählen auch die Stockenten, die sich gerne im Gehege der Flamingos herumtreiben – das Futterangebot sei zu verlockend. Doch mittlerweile habe man den ungebetenen Gästen den Mundraub schwieriger gemacht: Die Futtertröge wurden höher gehängt – zu hoch für die heimische Ente.

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