Dorf unter Wasser

Ostfriesland säuft ab: Schweres Unwetter flutet halbes Dorf

Kräfte der Feuerwehr Burhafe pumpen Regenwasser aus den Straßen.
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Bis zu 76 Liter Regen pro Quadratmeter kamen am Dienstagnachmittag über dem kleinen Wittmunder Stadtteil Burhafe herunter. Die Rettungskräfte waren im Dauereinsatz.

76 Liter Regen pro Quadratmeter sind innerhalb von einer Stunde Dienstag über dem Landkreis Wittmund heruntergekommen. Stark betroffen: Das kleine Dorf Burhafe.

Wittmund – Ein schweres Unwetter über dem Landkreis Wittmund in Ostfriesland hat am Dienstag, 29. Juni 2021, für heftige Überschwemmungen in dem kleinen Dorf Burhafe gesorgt. Die Feuerwehr war mit einem Großaufgebot im Einsatz, um den Wassermengen Herr zu werden. „Wir können uns an Hochwasserlagen erinnern, aber hier im Landkreis hatten wir so ein Ausmaß noch nicht“, beschrieb Wittmunds Kreisfeuerwehrsprecher Oliver Hemken das Desaster in dem kleinen Stadtteil von Wittmund.

Stadt in Niedersachsen:Wittmund
Fläche:210,1 Quadratkilometer
Einwohner:20.405 (Stand: 31. Dezember 2020)
Vorwahl:04973
Bürgermeister:Rolf Claußen (parteilos)
Betroffener Ortsteil von Wittmund:Burhafe

Es war kurz nach 13 Uhr am Dienstagmittag, als sich der Himmel über Ostfriesland öffnete – und sich nicht wieder schloss. Besonders in Burhafe waren die Folgen nach rund einer Stunde gravierend. Das Wasser floss von den Wiesen und Feldern in den Wittmunder Stadtteil und stieg auf den Straßen ununterbrochen.

Schweres Unwetter flutet Wittmunder Stadtteil Burhafe: 76 Liter Wasser pro Quadratmeter in einer Stunde

Als die Feuerwehr eintraf, wurde das ganze Ausmaß ersichtlich, wie Sprecher Hemken mitteilte: „Es stellte sich schnell heraus, dass ein Großteil der Siedlung unter Wasser stand“. Laut Wetterdaten sollen bis zu 76 Liter in einer sowie bis zu 112 Liter auf den Quadratmeter in sechs Stunden gefallen sein.

Über einen halben Meter hoch stand das Wasser in dem Ort. Die Feuerwehr forderte weitere Unterstützung an, bis zu 200 Kräfte rückten aus. Auch Landwirte unterbrachen ihre Arbeit und stellten ihre großen Güllefässer zum Abtransport der Wassermassen zur Verfügung. Doch das reichte nicht. Ebenfalls im Einsatz war das THW, das mit Hochleistungspumpen die Flut aus dem Ort befördern sollte.

Gegen 14.30 Uhr am Dienstagnachmittag erhielt dann auch die Polizei laut Wiebke Baden, Sprecherin der Polizeiinspektion Aurich/Wittmund, die Meldung von überschwemmten Straßen in Wittmund. „Seitdem sind Feuerwehr, THW, Straßenmeisterei, Bauhof und die Polizei im Einsatz“, so Baden. Die Polizei sei hauptsächlich mit Absperrmaßnahmen beschäftigt. Verkehr habe es keinen mehr zu regeln gegeben.

Schweres Unwetter flutet Wittmunder Stadtteil Burhafe: Schäden können noch nicht beziffert werden

Aber auch im Stadtbereich Wittmunds – etwa im Bereich der Finkenburgstraße und der Esenser Straße – ging nichts mehr. Auch etliche Nebenstraßen waren nicht mehr befahrbar. Erst am späten Nachmittag schien sich laut Baden die Situation in Wittmund wieder etwas zu beruhigen, doch damit war der Einsatz noch lange nicht beendet, wie ein Polizeisprecher am Abend der in Leer erscheinenden „Ostfriesen-Zeitung“ sagte.

Enorm sei die Einsatzbereitschaft gewesen, mit der die Bevölkerung am Dienstag mit zur Tat schritt. „Viele, die entsprechende Geräte hatten, haben mit angepackt“, betonte ein Polizeisprecher am späten Abend. Derzeit könnten noch keine Angaben zur Schadesnlage oder -höhe abgegeben werden: „Wie viele Häuser betroffen sind, können wir noch nicht sagen“, so der Sprecher.

Auch in Wildeshausen im Landkreis Oldenburg wurden Straßen überflutet. Derweil werden weitere Unwetter in Niedersachsen und Bremen erwartet. Im Laufe der Woche kommt es immer wieder zu starken Gewittern. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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