Sechs-Punkte-Plan

Urlaub an Ostern - Ministerpräsident Weil schließt ihn noch nicht aus

Die Sehnsucht nach einem Osterurlaub steigt. Noch wird gebremst, was am Ende möglich ist, ist noch offen.

  • Osterurlaub in der Corona-Krise ist noch offen.
  • Hotelbetreiber hoffen auf Lockerungen.
  • Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) kritisiert späten Termin für Bund-Länder-Treffen.

Update vom 6. März: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil schließt Osterurlaub nicht aus, hält aber Aussagen darüber derzeit für verfrüht. „Ich kann Ihnen darauf noch keine verlässliche Antwort geben“, sagte der SPD-Politiker der „Rheinischen Post“. Er ließ in dem Zusammenhang auch Kritik am Termin der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) mit dem Kanzleramt anklingen. „Es ist vorgesehen, dass wir bei der nächsten Bund-Länder-Runde am 22. März dazu Entscheidungen treffen. Das ist aus meiner Sicht sehr spät, weil die Menschen vorher Pläne machen müssen“, sagte Weil.

Er fügte hinzu: „Ich setze aber darauf, dass wir bis zum 22. März deutlich mehr darüber wissen, was wir durch neue Testkonzepte zusätzlich möglich machen können. Solche Konzepte können dann gegebenenfalls auch eine Grundlage dafür bieten, Ferienwohnungen und vielleicht sogar teilweise Hotels zu öffnen.“

Weil mahnte die Menschen zur Umsicht. „Wenn jetzt alle die neuen Möglichkeiten exzessiv ausreizen, werden die Infektionszahlen steigen und Einschränkungen notwendig sein“, betonte der SPD-Politiker. Die meisten Bürger seien aber aus guten Gründen vorsichtig, „darauf setzen wir“. (dpa)

Update vom 23. Februar: Die Ostfriesischen Inseln hoffen auf eine Landesregelung, die der Tourismusbranche eine Öffnungsperspektive für die Osterferien bietet. „Wenn Ostern komplett ausfällt, dann wäre das für viele ein ganz schlimmes Signal. Wir haben sehr viele kleine und familiengeführte Betriebe. Von denen fahren jetzt schon viele auf der Felge“, sagte der Landrat des Kreises Friesland, Sven Ambrosy (SPD), nach einer vom Deutschen Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) organisierten Schaltkonferenz. Daran nahmen am Dienstag vier Landräte, kommunale Vertreter der Inseln, der IHK und der Fährreedereien teil.

Man sei sich in der Runde schnell einig gewesen, dass es eine Öffnungsperspektive nur mit einer landesweiten Regelung geben könne. In der Landesverordnung seien derzeit touristische Übernachtungen verboten. Deswegen wolle man sich in einem Brief an Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) wenden mit der Bitte zu prüfen, ob sein Sechs-Punkte-Plan konkretisiert und mit einer Teststrategie flankiert werden könne.

Eine Variante wäre, dass diejenigen, die in Oster-Urlaub fahren wollten, einen aktuellen Negativ-Test vorlegen müssten. „Wir wissen auch um die Kritik an Schnelltests, die nur Momentaufnahmen sind“, so Sven Ambrosy weiter. Wer in den Urlaub gehe, solle deshalb fünf Tage vorher soziale Kontakte auf ein Minimum reduzieren, damit es keine Ansteckung vor Reisebeginn gebe. Auch Zwischentests bei längeren Urlauben müssten erwogen werden. „Wenn die Inzidenz sich wieder verschlechtert, muss man es wieder zurückfahren. Dessen sind wir uns bewusst.“ (dpa)

Meldung vom 22. Februar: Schnelltests sollen nach einer Forderung des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga einen Osterurlaub auf den ostfriesischen Inseln ermöglichen. Der Tourismus auf den sieben Inseln solle öffnen dürfen, aber jeder Besucher solle einen negativen Corona-Test vorweisen, sagte die Dehoga-Landesvize Birgit Kolb-Binder der „Ostfriesen-Zeitung“ vom Montag. Das könnten auch Speicheltests sein, wie sie ab März für jedermann erhältlich sein sollen. „Es sind mittlerweile deutlich mehr Schnelltests am Markt verfügbar. Daher sollen alle Bürger kostenlos von geschultem Personal mit Antigenschnelltests getestet werden können“, so Gesundheitsminister Jens Spahn. Zudem sollen Laienselbsttests bald nach ihrer Zulassung für alle zugänglich gemacht werden.

LandNiedersachsen
HauptstadtHannover
Gesundheitsministerin Niedersachsen Carola Reimann
MinsiterpräsidentStephan Weil

„Sprechen müssen wir jetzt über logistische und juristische Probleme“, sagte Birgit Kolb-Binder, die selbst mehrere Hotels auf Langeoog betreibt. So müsse geklärt werden, wo und wann Tests gemacht würden: Wenn auf einem Schiff mehr als 1000 Menschen mitfahren wollten, sei schwer vorstellbar, alle nacheinander vor Ort zu testen.

Am Dienstag wollen die Landräte der Region, Juristen, Vertreter von IHK, Reedereien und der Dehoga in einer Online-Konferenz über das Thema beraten. Auf Helgoland (Schleswig-Holstein) gilt seit Monaten die Regel, dass die Insel nur mit einem nachweislich negativen Corona-Test betreten werden darf. Zugelassen sind aber nur Einheimische oder Handwerker, für Touristen ist Helgoland gesperrt. Bis zum 7. März gilt das von der Bundesregierung beschlossene Beherbergungsverbot.

Osterurlaub: Hoffen auf Lockerungen ab März

Viele Hotelbetreiber haben die Hoffnung, dass Schnelltests eine Lockerung ab März ermöglichen. Dann wäre auch ein Osterurlaub an der Nordsee oder Ostsee noch möglich. Fakt ist: Viele Niedersachsen würden gerne in den Ferien verreisen wollen. Schon seit Langem fordern Reisebüros und -veranstalter Planungssicherheit, um nicht einfach von einem Lockdown in den nächsten zu stolpern. „Dringend notwendig ist die konkrete Umsetzung eines Restart- und Öffnungsplans, den die Bundesregierung und die Länder vor Wochen in einem Beschluss bereits angekündigt haben“, heißt es in einem Statement des Deutschen Reiseverbandes.

Urlaub an der Nord- oder Ostsee: Für viele ein Traum in der Corona-Pandemie. Ob an Ostern wieder Reisen möglich sind, ist allerdings fraglich.

Ob die Corona-Schnelltests aus Sicht von Bund und Ländern Teil der Öffnungsstrategie für Hotels sein werden und ein Oster-Urlaub möglich ist, wird sich voraussichtlich in der nächsten Sitzung am 3. März zeigen. Guido Zöllick, Präsident des Deutschen Hotel und Gaststättenverbandes (Dehoga), verlangt in jedem Fall einen festen Fahrplan: „Wir leben in einem Rechtsstaat und ich erwarte, dass die Politik alles dafür tut, dass die Betriebe keinen Tag länger geschlossen bleiben als dies gesundheitspolitisch notwendig ist.“ Die politischen Verantwortlichen müssten das Impftempo beschleunigen und flächendeckend kostenlose Schnelltests zur Verfügung stellen“, so die Forderung.

Urlaub im Ausland: Andere Länder sind weiter

Im internationalen Reiseverkehr deutet sich eine interessante Entwicklung an: Wer bereits gegen das Coronavirus geimpft ist oder eine Infektion nachweislich durchgestanden hat, darf wieder ohne Auflagen wie Testpflicht oder Quarantäne die Grenze überqueren. Während in der Europäischen Union (EU) noch über einen Impfpass für Reisende diskutiert wird, haben ein paar Länder und Reiseziele bereits Fakten geschaffen.

Der Düsseldorfer Reiseveranstalter Alltours schaut schon in die zweite Jahreshälfte. Er will vom Herbst an in seinen eigenen Urlaubshotels der Marke Allsun nur noch Gäste mit einer Corona-Impfung beherbergen. Diese Regel solle voraussichtlich ab dem 31. Oktober gelten, teilte das Unternehmen mit. Der genaue Zeitpunkt hänge vom Verlauf der Impfungen ab. Alltours betreibt unter dem Namen Allsun 35 Hotels auf Mallorca, den Kanaren und in Griechenland.

„Wir wollen allen Gästen höchstmögliche Sicherheit bieten, damit sie ihren Urlaub entspannt genießen können“, sagte Alltours-Inhaber Willi Verhuven laut Mitteilung. Bei steigenden Impfquoten und sinkenden Inzidenzen in den Urlaubsgebieten stehe einem Urlaub nichts im Wege. dpa/awt

Rubriklistenbild: © Norbert Fellechner/imago-images.de

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