Urlaub in Deutschland komplett gestrichen

Osterferien zu Hause: Was über die Feiertage geht - und was nicht

Der Lockdown wird verlängert. Bund und Ländern haben sich zudem auf eine „Ruhepause“ über Ostern geeinigt. Doch dann kam es zur überraschenden Kehrtwende.

Update vom 24. März: Nach massiver Kritik und Verwirrung um die geplante Corona-Osterruhe hat Bundeskanzlerin Angela Merkel diese Regelung aus den jüngsten Bund-Länder-Beschlüssen wieder gekippt. Sie übernehme dafür die Verantwortung, wurde Merkel von Teilnehmern einer kurzfristig einberufenen Schaltkonferenz mit den Ministerpräsidenten am Mittwoch zitiert. „Der Fehler ist mein Fehler“, sagte Merkel demnach. Sie habe am Vormittag entschieden, die Verordnungen zur Osterruhe nicht auf den Weg zu bringen, sondern zu stoppen.

Ursprungsmeldung vom 23. März: Hannover - „Zwölfeinhalb Stunden extrem langer Beratungen“ seien es gewesen, sagt Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) am Dienstag während einer Pressekonferenz. Die Beratungen von Bund und Ländern, die am Montag stattfanden, zogen sich bis in die frühen Morgenstunden des Folgetages. Schnell geklärt war eigentlich nur die Verlängerung des Lockdown.

Die Anfang März beschlossenen Stufen-Maßnahmen gelten noch wenige Tage, die während des aktuellsten Treffens beschlossenen Neuerungen sollen bis zum 29. März in die Verordnungen der Länder übernommen werden. Der verlängerte Lockdown gilt dann zunächst bis zum 18. April. Stephan Weil äußerte sich zu den Beratungen während der Landespressekonferenz und traf erste Aussagen zum niedersächsischen Vorgehen.

Bundesland:Niedersachsen
Landeshauptstadt:Hannover
Regierungschef:Ministerpräsident Stephan Weil (SPD)
Gesundheitsministerin:Daniela Behrens (SPD)

Am 29. März starten die Osterferien in Niedersachsen. In der Regel ist das die Zeit, in der viele Familien in den Urlaub fahren oder sogar fliegen. Lange wurde spekuliert, ob das in diesem Jahr, speziell vor dem Hintergrund der stark steigenden Zahlen der Neuinfektionen, möglich sein würde. Unsicher wurde das Ferienhaus gebucht, natürlich mit Möglichkeit zur kostenlosen Stornierung. Die Spekulationen finden nun ein Ende. Bund und Länder haben sich gegen den Osterurlaub entschieden, als Maßnahme gegen die Verbreitung des Virus.

Vorschlag des „kontaktarmen Urlaubs“ ist vorerst vom Tisch

Tagesausflüge sind nicht verboten. Allerdings gilt der dringende Appell auch dabei vorsichtig zu handeln. Ein Urlaub mit Übernachtung im Hotel am Meer ist jedoch nicht möglich. Sämtliche Möglichkeiten zur touristischen Übernachtung bleiben in allen Bundesländern geschlossen. Der Osterbesuch bei den Verwandten ist ebenfalls nicht verboten, allerdings wird es mit der Unterkunft schwierig, sofern diese nicht direkt bei der Familie möglich ist.

Für Treffen gilt jedoch allgemein, dass sich maximal fünf Personen aus zwei Haushalten treffen dürfen. Paare sollen generell als ein Hausstand zählen. Kinder bis 14 Jahre zählen dabei nicht mit. Laut des aktuellen Beschlusses gilt dies auch für die Osterzeit vom 1. bis zum 5. April. Die weiterhin geltende Notbremse sieht für Regionen oder Länder mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von über 100 vor: Es dürfen sich nur ein Haushalt und eine weitere Person treffen, Kinder bis 14 Jahre wieder ausgenommen.

Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) erklärte am Tag nach den Bund-Länder-Beratungen die beschlossenen Maßnahmen, mit denen gegen das Virus vorgegangen werden soll.

Der Vorschlag von Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt und Rheinland-Pfalz einen „kontaktarmen Urlaub“ mit Selbstversorgung im Ferienhaus und im eigenen Bundesland zu ermöglichen, wurde nicht angenommen. Vor dem Hintergrund, dass der Flug nach Mallorca aber weiterhin eine Möglichkeit ist, erklärt Stephan Weil in der Pressekonferenz, dass er die „Mallorca-Entscheidung für ganz und gar falsch“ halte. Das sei während der Beratungen auch „sehr klar“ zur Sprache gekommen. Ob oder wann der Vorschlag des „kontaktarmen Urlaubs“ erneut besprochen wird, könne er zum jetzigen Zeitpunkt nicht sagen. Klar sei nur, dass er erstmal „vom Tisch“ ist.

Wir müssen die Dynamik der Welle brechen und den Anstieg deutlich begrenzen

Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident Niedersachsen

Neben der Verlängerung des Lockdowns und der Entscheidung gegen den Osterurlaub haben Bund und Länder außerdem noch weitere Maßnahmen für die Ostertage beschlossen. „Wir müssen die Dynamik der Welle brechen und den Anstieg deutlich begrenzen“, sagt Weil. Aus diesem Grund wird es von Gründonnerstag, 1. April, bis einschließlich Ostermontag, 5. April, einen „kurzen, harten Shutdown“ geben. Das bedeutet, dass es ein Verbot von Ansammlungen im öffentlichen Raum geben wird. Die bereits geöffnete Außengastronomie wird geschlossen und auch die Geschäfte müssen geschlossen bleiben. Öffnen darf in dieser Zeit nur der „Lebensmitteleinzelhandel im engen Sinne“ am Karsamstag, 3. April. Dem harten Shutdown über die Ostertage schließt sich auch das Nachbarland Bremen an, wie nordbuzz.de* berichtet. Auch dort werden Gründonnerstag und Ostersamstag zu Ruhetagen erklärt. Neue Lockdown-Regeln gelten ebenfalls in Hamburg, schreibt 24hamburg.de*.

Stephan Weil: Maßnahmen, um eine Rückkehr zum normalen Leben zu ermöglichen

Weil betonte, dass er nicht an eine nachhaltige Wirkung mit diesem harten Shutdown über fünf Tage rechne, es darum aber auch nicht ginge. Ziel sei es, die Spitze aus dem derzeitigen extremen Anstieg der Neuinfektionen zu nehmen. „Ich bitte alle, sich des besonderen Umstands bewusst zu sein“, sagte er. Es ginge bei diesem „kurzen Eingriff“ darum, wieder mehr Möglichkeiten zu schaffen. Es gebe keine Absicht, Tagesausflüge zu verbieten oder Ausgangssperren zu verhängen, aber es gibt einen „sehr dringenden Appell“ sich an die Vorgaben zu halten. Dies geschehe nicht, „um der Politik einen Gefallen zu tun“, sondern, um zu einem möglichst normalen Leben zurückkehren zu können.

Perspektiven für den Tourismus ergeben sich mit den Tests

Stephan Weil (SPD), Ministerpräsident Niedersachsen

Das Ziel sei es, so formulierte Weil, dass sich im Sommer alle haben impfen lassen können. Das sei „ambitioniert, aber möglich“. Für eine Annäherung an die Normalität seien nicht mehr Schließungen der Weg, sondern regelmäßige Tests. Mit den Schnelltests könnten auch wieder Möglichkeiten für die Teilnahme an beispielsweise kulturellen Veranstaltungen geschaffen werden. Regelmäßig angewandt schaffen sie Sicherheit.

Wegen der Maßnahmen um das Coronavirus wurde der Lockdown über Ostern verschärft.

Niedersachsen möchte daher in der Woche nach Ostern mit Modellprojekten beginnen, bei denen Menschen mit einem negativen Corona-Schnelltest das Einkaufen oder der Besuch von Kulturveranstaltungen ermöglicht wird. In ausgewählten Kommunen solle erprobt werden, ob es gelingt, mit mehr Tests eine Öffnung des Handels, den Besuch der Außengastronomie oder von Kulturveranstaltungen zu ermöglichen, sagte Weil. Damit rückt auch ein Urlaub wieder in den Bereich des Möglichen: „Perspektiven für den Tourismus ergeben sich mit den Tests“, sagte Weil. Die nächsten Bund-Länder-Beratungen sind für den 12. April angesetzt. Mit Material der dpa. *nordbuzz.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte / picture alliance / dpa

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