Rinder, Schafe und Pferde nicht artgerecht gehalten

Landwirt schießt auf Tierarzt - Veterinär schwer verletzt

Landwirt schießt auf Tierarzt
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Ein Landwirt hat auf einen Tierarzt geschossen, der die Tiere vom Bauernhof abholen wollte.

Osterbruch - Auf einem Bauernhof in Osterbruch im Landkreis Cuxhaven ist am Mittwochvormittag ein Mitarbeiter des Veterinäramtes durch einen Schuss schwer verletzt worden. Nach ersten Ermittlungen der Polizei hat ein Landwirt auf den Tierarzt geschossen.

Das Veterinäramt des Landkreises Cuxhaven hatte den Hof in Begleitung der Polizei Cuxhaven aufgesucht, um die dort gehaltenen Rinder, Schafe und Pferde aufgrund unsachgemäßer Haltung aus der Obhut des Landwirts zu entziehen. Das berichtet am Mittwochnachmittag die Polizei. 

Gegen 9.30 Uhr habe der Bauer dann plötzlich und unvermittelt mit einer Waffe einen Schuss auf den Mitarbeiter des Veterinäramtes abgesetzt. Der Veterinär wurde getroffen und erlitt schwere Verletzungen im Bauchbereich. 

Landwirt ließ sich widerstandslos festnehmen

Bei dem Einsatz sei der Landwirt kurz ins Haus gegangen. „Als er das nächste Mal rauskam, hat er geschossen." Nach der Tat gab ein Polizeibeamter einen Warnschuss ab. „Der 55-Jährige ließ sich daraufhin widerstandslos von der Polizei festnehmen", sagte Polizeisprecher Cassens.

Der Tatort.

Der schwer verletzte Mitarbeiter der Kreisverwaltung kam mit einem Rettungswagen ins Krankenhaus. Über den Vorfall hatte zuerst die Zeitung "Cuxhavener Nachrichten" berichtet. 

Landrat zeigt sich bestürzt

Der Landrat des Landkreises Cuxhaven, Kai-Uwe Bielefeld, zeigte sich bestürzt. "Ich bin entsetzt darüber und fassungslos, was dort passiert ist", sagte er. Rangeleien und Pöbeleien gebe es bei solchen Maßnahmen immer wieder, schwere Gewalttaten nicht. „Mit einem solchen Gewaltexzess war überhaupt nicht zu rechnen." 

Nach Angaben des Landrats ist der schwer verletzte Leiter des Veterinäramtes ein äußerst erfahrener Tierarzt und sehr erprobt in Konfliktsituationen. „So etwas hat es noch nie gegeben", sagte Bielefeld. Er hoffe sehr, dass der Verletzte, der kurz vor der Pensionierung stand, wieder vollständig gesund werde. Fehler habe es aus seiner Sicht von Seiten der Behörde nicht gegeben. „Da hat niemand etwas falsch gemacht. Auch die Polizei ging nicht davon aus, dass so eine Eskalation entstehen kann."

Ermittlung wegen versuchter Tötung

Die Waffe des Landwirts war offenbar ein Erbstück. Das Ordnungsamt wusste, dass der Mann Waffen besaß und hatte diese auch kontrolliert, wie Landrat Bielefeld sagte. „Die Munition hatte er sich offenbar illegal beschafft."

Der Landwirt war wegen seiner Tierhaltung schon länger im Blick der Behörde. Es habe zahlreiche Gespräche und Verhandlungen gegeben, sagte der Landrat. Nun sollte ein Gerichtsbeschluss vollstreckt werden und die Tiere an Viehhändler übergeben werden. Gegen den Mann wird nun wegen versuchter Tötung ermittelt.

Im Jahr 2015 hatte ein Fall aus dem brandenburgischen Nauen für Schlagzeilen gesorgt. Damals erschoss ein Landwirt einen Veterinär, der mit Kolleginnen gekommen war, um die Tiere des Mannes zu beschlagnahmen. Das Landgericht Potsdam verurteilte den 72-Jährigen im September 2015 zu sieben Jahren Haft.

dpa

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