Digitales Angebot und Präsenz

Oster-Gottesdienst in der Corona-Pandemie: Was machen die Kirchen?

Gottesdienste auf Youtube und per Videoplattform - zu Ostern planen die Gemeinden in Niedersachsen und Bremen viele digitale Angebote. Doch auch reguläre Gottesdienste soll es geben.

Update vom 26. März: Nach dem Hickhack um die Osterruhe hat der Hildesheimer Bischof Heiner Wilmer die katholischen Kirchengemeinden dazu aufgerufen, an Präsenz-Gottesdiensten über Ostern festzuhalten. „Die Gottesdienste sollen nach Möglichkeit präsent gefeiert werden, eine zusätzliche digitale Übertragung mit eingeschlossen“, teilte Wilmer am Donnerstag mit.

Zuvor hatte es gemeinsame Beratungen der Bischöfe der evangelischen Landeskirchen und der katholischen Bistümer in Niedersachsen gegeben. Außerdem hatte die Bundesregierung ihre Bitte an die Kirchen zurückgezogen, über Ostern auf Präsenzgottesdienste zu verzichten.

Viele Kirchen möchten über Ostern reguläre Gottesdienste abhalten (Symbolbild).

Wilmer erklärte, die Gottesdienste sollten nicht länger als eine Stunde dauern und es sei darauf zu achten, die geltenden Hygienevorschriften einzuhalten. Eine Absage bei erhöhten Inzidenzwerten vor Ort sei möglich. Ein Bistumssprecher betonte, die Bitte des Bischofs sei nicht als Aufruf zu verstehen, die Corona-Regeln zu unterlaufen. In den Hildesheimer Dom etwa passten 800 Menschen, aktuell dürften aber nur maximal 80 gleichzeitig die Kirche besuchen.

Für Hamburg steht mittlerweile fest, dass Präsenz-Gottesdienste stattfinden dürfen, berichtet 24hamburg.de*. Damit setzt sich das dortige Erzbistum über Regierung hinweg. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Ursprungstext vom 23. März: Hannover/Bremen - Das Osterfest wollen die Kirchen in Niedersachsen und Bremen mit Gottesdiensten unter Corona-Bedingungen und digitalen Veranstaltungen feiern. Das Internet spielt für die evangelischen und katholischen Gemeinden eine wichtige Rolle. Gottesdienste werden gestreamt, Gläubige kommen per Videokonferenz zusammen und geben online Tipps für Ostern in Corona-Zeiten.

Wegen der stark steigenden Infektionszahlen bitten Bund und Länder die Kirchen, an Ostern auf Präsenzgottesdienste zu verzichten. Ob die Kirchen dem nachkommen, war zunächst unklar. In einer ersten Reaktion zeigten sich die katholische und die evangelische Kirche überrascht von der Bitte und überzeugt von den eigenen Hygiene-Konzepten.

„Es gibt Gemeinden, die über Zoom ein Abendmahl zuhause anbieten“, sagte der Sprecher der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg, Dirk-Michael Grötzsch. Über Videokonferenzplattformen wie Zoom sei es möglich, dass Gläubige zum Beispiel Gebetswünsche einschicken. Mit digitalen Angeboten könnten die Gemeinden auch kirchenferne und jüngere Menschen erreichen, so Grötzsch. Eine große Bandbreite von Menschen will die Kirche in Oldenburg auch mit dem selbst produzierten Osterfilm „Auf der Suche nach dem leeren Grab“ erreichen, der auf einem Lokalsender und Youtube gezeigt wird.

Stühle stehen mit Abstand zueinander in der St. Johanniskirche. Das Osterfest wollen die Kirchen in Niedersachsen und Bremen mit Gottesdiensten unter Corona-Bedingungen und digitalen Veranstaltungen feiern.

Die Evangelisch-lutherische Landeskirche Hannover setzt ebenfalls auf digitale Angebote. Unter dem Motto „Osterfunken“ finden Interessierte im Internet Informationen rund um Ostern sowie Hinweise auf Veranstaltungen. Bei Gottesdiensten über Videokonferenzportale wie Zoom stehe die direkte digitale Begegnung im Vordergrund, sagte Sprecher Benjamin Simon-Hinkelmann. Open-Air-Gottesdienste sind demnach vor Kirchen und an Karfreitag auch auf Friedhöfen geplant.

Die Evangelische Jugend im Kirchenkreis Walsrode rief dazu auf, Pflanzen in speziell beklebten Dosen aufzustellen. „Wir wollen es grünen und blühen lassen“, schreiben die Initiatoren. „Weil Ostern Hoffnung macht! An diesem wichtigsten aller christlichen Feste feiern wir, dass Jesus den Tod besiegt hat.“

Landeskirche bietet Oster-Livestreams

Die Evangelisch-lutherische Landeskirche in Braunschweig bereitet zu Ostern Livestreams aus dem Braunschweiger Dom vor, die auf Youtube gezeigt werden, wie Sprecher Michael Strauß mitteilte. Das katholische Bistum Osnabrück überträgt die Feiertags-Gottesdienste mit Bischof Franz-Josef Bode ebenfalls im Internet. Über die Homepage gibt das Bistum Tipps, wie Menschen die Osterzeit trotz Corona feiern können. So gibt es eine Vorlage für eine Online-Osternachtwache.

Dorothea Noordveld, Pastorin, entzündet symbolisch eine Osterkerze in der St. Johanniskirche.

Auch im katholischen Bistum Hildesheim werden Gottesdienste per Stream ins Internet gestellt. „Pfarrgemeinden gehen mit der Herausforderung kreativ um“, sagte Sprecher Volker Bauerfeld. Um die Ostergeschichte sichtbar zu machen, soll in der Gemeinde Duderstadt im Keis Göttingen der Stadtwall vom Ostersamstag an mit Basteleien geschmückt sein - ergänzt mit Stationen, die die Ostergeschichte kindgerecht erzählen.

Für die Aktion „Auf dem Weg zur Auferstehung“ haben Gemeinden in und um Göttingen Orte eingerichtet, die Elemente des Kreuzweges aufgreifen.

Lüneburg erinnert an Corona-Opfer

Hoffnung will die evangelisch-lutherische Hauptkirche St. Johannis in Lüneburg ausstrahlen, die in der Passionszeit besonders beleuchtet wird. Das blaue Hoffnungsleuchten soll bis Ostern andauern, Kraft in der Pandemiezeit geben und an die Opfer erinnern. Lichtkünstler Wolfgang Graemer ist für die Illuminierung der Fenster von innen verantwortlich, die von einer Friedensstiftung finanziert wird. Ostersamstag plant die Gemeinde einen Gottesdienst für 23 Uhr, bei dem im Dunkeln die große Osterkerze entzündet werden soll.

Die Bremische Evangelische Kirche plant Gottesdienste in den Kirchen, digitale und telefonische Angebote. Im Bremer St. Petri Dom steht in einer Seitenkapelle ein kleiner Osterwald mit blühenden Fliederbäumen. „Alle Bremerinnen und Bremer sind eingeladen, dort ein selbst gemachtes Osterei anzuhängen“, hieß es. „Der Clou ist aber ein anderthalb Meter hohes, bunt bemaltes Riesen-Osterei, das der Bremer Künstler Thomas Hinte gebaut hat.“ Es hat einen Schlitz, in den Besucherinnen und Besucher Hoffnungsbotschaften einwerfen können. Am Ostersonntag soll das Ei im Gottesdienst aufgebrochen werden.

Deutsche Bischoffskonferenz über Maßnahmen verwundert

Von den neuen Coronamaßnahmen zeigt sich die Deutsche Bischofskonferenz verwundert: „Wir sind überrascht worden. Ostern ist das wichtigste Fest für uns, Gottesdienste sind kein Beiwerk. Zu Weihnachten haben wir gezeigt, wie wir mit Vorsicht Messe feiern können. Darauf wollen wir Ostern nicht verzichten. Wir werden es in die Gespräche einbringen“, heißt es vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Dr. Georg Bätzing.

Rubriklistenbild: © Marvin Köhnken

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