Unschuldig in Haft gebracht: Frau will kein Schmerzensgeld zahlen

Osnabrück - Die Lehrerin, die mit erfundenen Vergewaltigungsvorwürfen einen Kollegen unschuldig ins Gefängnis brachte, hat gegen ein Schmerzensgeldurteil Einspruch erhoben.

Über die Forderung der Tochter auf Entschädigung des Leids, das ihr inzwischen verstorbener Vater erlitten hat, werde im kommenden Jahr erneut verhandelt, teilte das Landgericht Osnabrück am Dienstag mit. Vor zehn Tagen hatte eine Zivilkammer des Gerichts die 49-Jährige zur Zahlung von 80 000 Euro Schmerzensgeld verurteilt. Weder die Frau noch ihr Anwalt waren bei der ersten Verhandlung anwesend. Einmalig muss das Gericht in so einem Fall dem Einspruch stattgeben.

Der Fall des in Darmstadt unschuldig zu fünf Jahren Haft verurteilten Horst Arnold gilt als einer der größten Justizirrtümer der deutschen Rechtsgeschichte. Erst als einer Frauenbeauftragten des Schulamtes auffiel, dass das vermeintliche Opfer in anderen Fällen reihenweise Lügen auftischte, wurde der Fall neu aufgerollt. Das Landgericht Kassel stellte 2011 die Unschuld fest. Ein Jahr später starb Arnold an Herzversagen. Aufgrund der Falschaussage verurteilte das Landgericht Darmstadt die inzwischen bei Osnabrück wohnende Lehrerin kürzlich wegen Freiheitsberaubung zu fünfeinhalb Jahren Haft. Dieses Urteil ist allerdings noch nicht rechtskräftig. dpa

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa/dpaweb

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