Gestohlener Strom für Cannabis-Plantage - EWE will Geld zurück

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Osnabrück: Gestohlener Strom für Cannabis-Plantage - EWE will Geld zurück (Symbolbild)

Osnabrück - Wer illegal Cannabis anbaut, braucht dafür viel Licht und damit eine Menge Strom, der wird meist am Zähler vorbei abgezweigt wird. Ein Stromversorger will nun einen verurteilten Drogenhändler für den enormen Energieverbrauch haftbar machen.

Der Oldenburger Stromversorger EWE will von einem verurteilten Drogenhändler die Stromgebühren für eine illegale Cannabis-Plantage im Emsland zurückhaben. EWE macht Kosten in Höhe von 73.000 für 350.000 Kilowattstunden Strom geltend, außerdem eine Vertragsstrafe von 38.000 Euro, sagte ein Sprecher des Landgerichts Osnabrück am Montag. Die Kosten sollen zwischen Juli 2009 und Mai 2010 entstanden sein.

In Cannabis-Gewächshäusern müssen die Pflanzen Tag und Nacht mit starken Scheinwerfern beleuchtet werden. Der niederländische Beklagte wendet ein, dass er die Plantage im emsländischen Sögel nicht selber betrieben, sondern die Räumlichkeiten nur vermietet habe, also sein Mieter für den Stromverbrauch aufkommen müsse. Allerdings hatte das Landgericht Osnabrück ihn und weitere Mittäter wegen dieser Plantage bereits verurteilt. 

Der Mann hatte eine vierjährige Haftstrafe wegen bandenmäßigen Handels mit Drogen bekommen. Die Richterin habe zu verstehen geben, dass sie es für unplausibel halte, dass er unter diesen Umständen nichts von der Cannabis-Plantage gewusst haben wolle, sagte der Gerichtssprecher. Der Stromanschluss für das Haus in Sögel sei jedenfalls auf seinen Namen gelaufen. Allerdings war für das Gewächshaus der Zähler umgangen worden.

Einen Anwalt hatte der Niederländer nicht. Seinen Antrag auf Prozesskostenbeihilfe hatte die Richterin zuvor abgelehnt, weil er seine Vermögensverhältnisse nicht offengelegt habe. Die Richterin äußerte aber auch Zweifel an der von EWE geforderten Summe. Das Gericht komme insgesamt auf einen Betrag von nur 84.000 Euro, sagte der Sprecher. Der Anwalt des Energieversorgers hat nun zehn Tage Gelegenheit, zu dieser Frage noch Stellung zu beziehen. Das Urteil soll am 18. Juli verkündet werden.
dpa

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