Mit Absicht bei Rot über die Ampel: Frau soll in Klinik

Osnabrück - Weil sie mit Tempo 80 über eine rote Ampel gefahren und dabei in ein anderes Auto gekracht ist, muss sich eine Frau seit Montag vor dem Osnabrücker Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft sieht in der 40-jährigen psychisch kranken Frau eine Gefahr für die Allgemeinheit und hat ihre Einweisung in ein psychiatrisches Krankenhaus beantragt.

Die Frau soll den Unfall im vergangenen Oktober in Osnabrück begangen haben, um ihren Unfallgegner zu töten, sagte der Staatsanwaltschaft - sie kannte den Mann aber gar nicht. Wegen ihrer Erkrankung sei die Frau schuldunfähig, sie habe damals an einem akuten Schub einer chronischen paranoiden Schizophrenie gelitten.

Die derzeit im Landeskrankenhaus Moringen im Kreis Northeim untergebrachte Frau bestritt, dass sie ihren Unfallgegner töten wollte. „Das war keine Absicht, das war eine Folge der Krankheit“, sagte die dreifache Mutter. Sie habe an den Unfall selber keine Erinnerung mehr. Sie wisse nur noch, dass sie wegen der Scheidung von ihrem Mann und der Trennung von ihren Kindern unter Stress gestanden habe. Ihr Unfallgegner, der als Nebenkläger an dem Verfahren teilnimmt, sagte hingegen in seiner Zeugenaussage, nach dem Unfall sei die Frau zu ihm gekommen und habe gesagt: „Wie, du lebst noch, ich wollte dich umbringen.“

Die 40-Jährige bestritt jedoch, diesen Satz gesagt zu haben. Die Frau war mit 19 Jahren erstmals in einer psychiatrischen Klinik behandelt worden. Mit ihrem Vater sei es damals zum Streit über die von ihr gewollte Hochzeit mit einem Mann aus der Türkei gekommen, erzählte die Angeklagte. Ihr Vater habe die Hochzeit nicht gewollt, daraufhin habe sie Selbstmordabsichten gehabt. 2011 sei sie wieder in eine geschlossene Station eingewiesen worden. Abgesehen davon sei sie wegen ihrer psychischen Probleme nicht regelmäßig in Behandlung gewesen und habe auch keine Medikamente genommen.

Mit ihrem Mann, der nach der Hochzeit nach Deutschland kam, habe es oft Streit gegeben, weil er gespielt habe und nachts erst spät nach Hause kam. Nur wenige Tage vor dem Unfall sei die Ehe geschieden worden. Ihr jüngster Sohn habe ihr deswegen Vorwürfe gemacht, erzählte sie. Deshalb, aber auch wegen eines Streits mit ihrer Familie, sei sie am Unfalltag gestresst und aggressiv gewesen.
dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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