Orthopäde verharmloste Corona-Virus

Arzt aus Hannover soll mehrere Angestellte mit Corona infiziert haben

Ein Arzt weigerte sich, in seiner Praxis eine Maske zu tragen – trotz seiner Corona-Infektion. Eine der infizierten Angestellte wurde arbeitsunfähig und bekam die Kündigung.

Hannover - Er soll das Corona-Virus verharmlost und in seiner eigenen Praxis keine Maske getragen haben, dann infizierte er sich mutmaßlich selbst: Ein Arzt aus einer gemeinschaftlichen Orthopädie-Praxis in Hannover soll mehrere Angestellte mit dem Corona-Virus angesteckt haben.

Eine der Infizierten, eine alleinerziehende Mutter aus Hannover, lag mehrere Wochen im Krankenhaus und leidet heute noch an den Spätfolgen des Corona-Virus*. Sie wurde arbeitsunfähig und bekam die Kündigung. Deshalb reichte sie eine Kündigungsschutzklage ein. Am Donnerstag wurde der Fall am Arbeitsgericht Hannover verhandelt.

Er soll sich über Leute lustig gemacht haben, die sich an die Regeln hielten.

Axel von der Straten, Pressesprecher des Arbeitsgerichts Hannover

„Der Arzt habe es mit dem Tragen der Maske und Lüften in der Praxis nicht so genau genommen. Er soll sich auch über Leute lustig gemacht haben, die sich an die Regeln hielten“, fasst Axel von der Straten, Pressesprecher des Arbeitsgerichts Hannover, die Aussagen der Klägerin zusammen im Gespräch mit kreiszeitung.de.

Trotz Corona-Infektion trug der Mediziner keine Maske

Der Arzt selbst habe sich Anfang Dezember mit dem Corona-Virus infiziert, trotz Symptome sei er nach Aussagen der Klägerin in der Praxis gewesen. Eine Maske soll er auch weiterhin nicht getragen haben. Der Angeklagte selbst hat sich zu den Anschuldigungen nicht geäußert.

„Kurz danach sei die Angestellte auch an Corona erkrankt, sie musste sogar kurze Zeit ins Krankenhaus. Sie behauptet, sich bei dem Arzt angesteckt zu haben“, sagt der Pressesprecher. Einen Beweis hatte die Klägerin nicht, auch die Nachverfolgung der Kontakte durch das Gesundheitsamt konnte das nicht belegen.

Die Angestellte einer Arztpraxis in Hannover soll sich beim Arzt angesteckt haben. Durch die andauernde Arbeitsunfähigkeit bekam sie die Kündigung und reichte nun eine Kündigungsschutzklage ein.

Die Möglichkeit aber liege nicht fern, sagt Pressesprecher von der Straten. Drei weitere Mitarbeiterinnen wurden in diesem Zeitraum positiv getestet. Der Anwalt des Arztes dementierte, dass es in der Praxis zu den Infektionen gekommen sei.

Arzt soll mehrere Angestellte mit Corona infiziert haben: Mitarbeiterin wurde arbeitsunfähig

Der Fall wurde mit einem Vergleich abgeschlossen. „Beide Parteien haben eine Einigung getroffen. Die Klägerin erhält 1250 Euro“, sagt von der Straten. Das Kündigungsschutzgesetz habe keine Anwendung gefunden. Das sei nur bei Unternehmen mit mindestens zehn Mitarbeitenden der Fall. „Davon losgelöst ist die Frage, ob der Arzt die Ursache für ihre Erkrankung gesetzt hat“, sagt er. Doch der Nachweis dafür ließe sich nicht erbringen.

Nicht selten kam es bislang zu denkwürdigen Vorfällen in Arztpraxen in Niedersachsen. So hat etwa eine Krankenschwester des Impfzentrums in Friesland hat gestanden, Spritzen nicht mit Biontech-Impfstoff, sondern mit Kochsalzlösungen gefüllt zu haben. Ein Arzt aus Gartow in Niedersachsen soll Patientinnen und Patienten nur die halbe AstraZeneca-Dosis geimpft haben. In einer Zevener Arztpraxis wurden fünf von sieben Mitarbeitern positiv getestet. Das Praxis-Team war nicht geimpft. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Paul Zinken/ dpa

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