Online-Datenbank hilft Jobsuchern in Grenzregion

Ein „Jobroboter“ sucht auf den Seiten von Unternehmen nach freien Stellen. J Foto: Holger Hollemann

Gronau - Niederländer suchen Jobs, und viele deutsche Arbeitgeber suchen Fachkräfte. Aber wer im Nachbarland sein Geld verdienen will, muss noch hohe Hürden überwinden. Immerhin gibt es jetzt eine Internet-Datenbank, die Jobs von Ostfriesland bis Aachen anzeigt.

Mit einem Mausklick können Arbeitssuchende nach tausenden offener Stellen beiderseits der Grenze zwischen Deutschland und den Niederlanden suchen. Ein überarbeiteter „Jobroboter“ sucht auf den Seiten von Unternehmen in beiden Ländern nach freien Stellen, sagten die Sprecher der Ems-Dollart-Region (EDR) in Bunde und der Euregio in Gronau. „Die fünf Euregios entlang der niederländisch-deutschen Grenze haben sich vernetzt“, sagte Marie-Lou Perou von der Euregio in Gronau. Derzeit kann der Jobroboter mehr als 100 000 freie Stellen in Deutschland und den Niederlanden zwischen Aachen und Emden auflisten.

Wer eine interessante Arbeitstelle gefunden hat und im Nachbarland arbeiten will, kann sich in den so genannten Grenzinfopunkten der Euregios über Fragen zu Arbeitsrecht, Steuern und sozialer Absicherung informieren. Es gibt großes Interesse an Arbeit im jeweiligen Nachbarland, aber bislang keine genauen Zahlen, wie viele Grenzpendler es genau gibt, sagte EDR-Sprecher Mario Rauch.

Aus Nordrhein-Westfalen gibt es Zahlen der Grenzpendler, aber aus Niedersachsen liegen entsprechende Daten laut EDR bislang nicht vor. Diese Datenlücke soll aber künftig geschlossen werden. Im vergangenen Jahr pendelten demzufolge aus NRW 23 500 Menschen zu einem Arbeitsplatz in den Niederlanden, und 9400 Menschen kamen aus den Niederlanden nach NRW.

In den Niederlanden ist die Arbeitslosigkeit immer noch höher als in Deutschland. Spitzenreiter sei die Provinz Groningen mit einer Quote von 8,9 Prozent, sagte Rauch. Umgekehrt seit der Bedarf an Arbeitskräften in Niedersachsen und NRW hoch. Entsprechend bemerken die Berater der grenzüberschreitenden Kommunalverbände großes Interesse an Arbeit in Deutschland. Aber wer im Nachbarland arbeiten will, muss nach wie vor viele Hürden überwinden. „Es gibt oft Probleme mit der Anerkennung der Ausbildung“, sagte Rauch.

So werden sowohl in Niedersachsen als auch in NRW Pflegekräfte händeringend gesucht, während es in den Niederlanden viele gut ausgebildete und arbeitssuchende Fachkräfte gebe, sagte auch Rauchs Kollegin Perou. Derzeit finde eine grenzüberschreitende Vernetzung statt. „Man guckt, wie beide Seiten einen Vorteil ziehen können“, sagte sie. Die Hürden seien zwar zu überwinden, aber wer wirklich im Nachbarland arbeiten wolle, müsse dafür noch einen langen Atem mitbringen. - dpa

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