Corona-Maßnahmen

„Gute Wirkung gegen Omikron“: Stephan Weil (SPD) will Impfpflicht und Lockdown

Die Rufe nach einer Corona-Impfpflicht werden lauter. Für Niedersachsens Ministerpräsident Weil ist sie notwendig. Er schließt auch einen Lockdown nicht aus.

Hannover – Die Corona-Pandemie hat Deutschland und Niedersachsen weiterhin fest im Griff. Eine Rekord-Inzidenz jagt die nächste. Jetzt fordert Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) eine allgemeine Corona-Impfpflicht. Im Zuge dessen kündigte Weil an, dass die Corona-Maßnahmen für das Bundesland Niedersachsen noch einmal verschärft werden. Auch einen Lockdown schließt der Landesvater nicht mehr aus.

Bundesland:Niedersachsen
Fläche:47.709,82 km²
Einwohner:8.003.421 (Stand: 31. Dezember 2020)
Ministerpräsident:Stephan Weil (SPD)

Weil sagte dies vor dem Hintergrund einer erneuten Rekord-Inzidenz, die am Sonntag, 28. November 2021, vermeldet wurde. Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) kletterte die 7-Tage-Inzidenz in Niedersachsen am Sonntag auf 212,2 (Vortag: 209,8), was 2151 Neuinfektionen binnen 24 Stunden bedeutet, es gibt drei weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus zu beklagen.

Impfpflichtlicht und Corona-Lockdown in Deutschland: Ernste Lage aufgrund der Omikron-Variante

In den Krankenhäusern und Kliniken in Niedersachsen sind 8,6 Prozent (Vortag: 8,5) der Intensivbetten mit Covid-19-Patienten belegt. Die Hospitalisierungsinzidenz liegt bei 7,2 (Vortag: 6,9). Die Lage wird immer prekärer. Trotzdem nimmt Niedersachsen Corona-Patienten aus anderen Bundesländern auf.

Mit der Omikron-Variante des Coronavirus* gebe es eine neue Lage, sagte Weil der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ (HAZ). „Wir werden uns massiv anstrengen müssen, um den Impfschutz sehr rasch nach oben zu treiben. Erste Untersuchungen zeigen, dass vor allem Booster-Impfungen auch gegen diese Mutation eine gute Wirkung entfalten können. Deshalb ist spätestens jetzt eine allgemeine Impfpflicht unabdingbar. Wir müssen den Impfdruck unbedingt erhöhen.“

Der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) bringt aufgrund der Infektionslage in Deutschland eine allgemeine Impfpflicht und einen Lockdown ins Spiel. (Archivbild)

Wie Weil sagte, sei eine Impfpflicht voraussichtlich mehrere Jahre notwendig. „Auch wenn kein Politiker das gerne tut: Wir müssen die Menschen wohl auch zu regelmäßigen Auffrischungsimpfungen verpflichten“, sagte er der HAZ. Wie dies allerdings mit der aktuellen Corona-Impfstoffknappheit in Niedersachsen und Bremen in Einklang zu bringen ist, verriet der Landesvater indes nicht.

Corona-Maßnahmen in Niedersachsen: Ministerpräsident Weil kündigt verschärfte Corona-Regeln an

Weil kündigte zudem strengere Maßnahmen für Niedersachsen an. „Mit dem Erreichen der Warnstufe zwei am nächsten Mittwoch rollen wir die 2G-plus-Regel gleichsam flächendeckend über das Land aus“, erklärte Weil.

Damit dürften nur noch Geimpfte und Genesene, die zusätzlich aktuell negativ getestet wurden, Veranstaltungen besuchen oder Dienstleistungen wahrnehmen, im Innenbereich Sport treiben, ins Restaurant gehen oder im Hotel übernachten. „Diese ergänzende Testpflicht ist für die Geimpften und Genesenen mühsam und ärgerlich, aber leider notwendig“, sagte Weil.

Auch einen Lockdown für Niedersachsen, den Weil Mitte November noch nicht kommen sah, schloss der Ministerpräsident nicht mehr aus. Inzwischen wird ein Lockdown im gesamten Bundesgebiet sowohl von der Wissenschaft als auch von der Bevölkerung befürwortet und gefordert.

Corona-Maßnahmen in Niedersachsen: „Verlängerte Weihnachtsruhe“ wird in Betracht gezogen

„Das ist ein Punkt, den wir jetzt intensiv diskutieren müssen“, sagte er im Interview. „Dabei geht es aber wahrscheinlich noch eher um die Zeit nach Weihnachten“, wenn in der Regel Ferien sind und die Familien sich treffen. Weil zufolge kommt in Betracht, die Corona-Regeln bis Weihnachten zu verschärfen und danach eine „verlängerte Weihnachtsruhe“ zu verhängen.

Die bundesweite Debatte um eine allgemeine Impfpflicht hatte während der vergangenen Tage an Fahrt aufgenommen. In der Politik mehren sich die Stimmen dafür. Der geschäftsführende Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) sagte der „Bild am Sonntag“: „Ich finde es richtig, dass wir in einem ersten Schritt noch vor Weihnachten dafür sorgen, dass es zum Beispiel in Kliniken, in Pflege-, Alten- und Behinderteneinrichtungen eine Impfverpflichtung gibt.“ Auch der Einzelhandel und Ärztekammern sprachen sich für eine generelle Impfpflicht aus. * kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte/dpa

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