Neuinfektionen steigen

Omikron in Niedersachsen: Corona-Regeln stoppen Hotspots nicht

Wegen Omikron schießt die Inzidenz in Niedersachsen aktuell trotz Corona-Regeln und Warnstufe in die Höhe. Fünf Regionen sind von der Corona-Variante betroffen.

Hannover – Erst am Freitag, 7. Januar 2022, kamen die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten beim Corona-Gipfel zusammen, um der Corona-Variante Omikron den Kampf mit 2G-Plus im Restaurant sowie Corona-Beschlüssen zum früherem Freitesten aus der Corona-Quarantäne den Kampf anzusagen. Bundesweit haben die bisherigen Maßnahmen wenig gefruchtet, denn die Corona-Inzidenz befindet sich mit 336,9 und 55.889 Neuinfektionen in Deutschland weiter im Aufwind.

Auch Niedersachsens Corona-Regeln inklusive Warnstufe mit verlängerter Weihnachtsruhe scheinen da bisher kaum Abhilfe im Bundesland zu schaffen. Obwohl der Virologe Hendrik Streeck sich vor kurzem bei einem möglichen Corona-Ende erst vorsichtig optimistisch zeigte, scheinen sich die Aussagen von Christian Drosten und vor allem Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zu bewahrheiten.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) über Corona in Deutschland: „Der Glaube, dass Omikron das Ende der Pandemie ist, ist naiv“

Während Virologe Drosten bereits im vergangenen Jahr verlauten ließ, dass „Omikron die Regeln macht“, legte Gesundheitsminister Karl Lauterbach noch einmal eine Schippe bei der aktuellen Corona-Lage in Deutschland drauf: „Der Glaube, dass Omikron das Ende der Pandemie ist, ist naiv“, sagte der SPD-Politiker Lauterbach gegenüber der „Welt am Sonntag“. Dennoch erwartet der Bundesgesundheitsminister spürbare Effekte gegen die Corona-Pandemie im Zuge der Einführung einer allgemeinen Impfpflicht, ohne sich der Illusion hinzugeben, dass man alle Menschen in Deutschland damit für die Corona-Impfung überzeuge.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach warnt davor, dass es naiv sei, wenn man denke, dass mit Omikron die Pandemie vorbei wäre- (Archivbild)

„Man muss akzeptieren, dass man selbst mit der Pflicht niemals alle Menschen erreichen wird“, äußerte sich der SPD-Politiker Lauterbach gegenüber der „Welt am Sonntag“. „Aber ich bin davon überzeugt, dass es eine große Gruppe von Ungeimpften gibt, die wir durch die Impfpflicht zu einer Impfung bewegen können.“

Karl Lauterbach: Gesundheitsminister erhofft sich Schutz durch Impfpflicht – „Dann ginge alles wieder von vorne los“

Lauterbach zeigte sich darüber hinaus gegenüber der „Welt am Sonntag“ optimistisch, dass seine Hoffnung sei, dass die Gesellschaft durch die Impfpflicht relativ gut geschützt sein werde. „Wir dürfen nicht mehr in eine Situation geraten, in der ein Sommer trügerisch gut ist, uns aber im Herbst neue Varianten überraschen – und das, ohne dass die breite Bevölkerungsmehrheit geimpft ist. Denn dann ginge alles wieder von vorne los.“

Der Minister bekräftigte, dass die Impfpflicht trotz eines geringeren Risikos für schwere Erkrankungen bei der neuen Omikron-Variante nötig sei. „Eine Omikron-Infektion macht nicht zwingend immun vor der nächsten Virusvariante“, unterstrich Lauterbach, der nach eigenen Angaben „als Abgeordneter“ an einem Vorschlag für eine allgemeine Impfpflicht für Über-18-Jährige arbeitet.

Gesundheitsminister Karl Lauterbach spricht von „existenzieller Gefahr“ – wäre Corona-Variante Omikron tödlicher

Würden sich alle Erwachsenen impfen lassen, hätte man in Deutschland eine Impfquote von 86 Prozent. Da Kinder einen eher milden Corona-Verlauf aufweisen, kämen „wir so zu einer beherrschbaren Situation“, erklärte Lauterbach. „Wir sind jedenfalls jetzt noch sehr weit von einer solchen Lage entfernt. Stellen Sie sich eine Sekunde vor, dass die Omikron-Variante deutlich tödlicher wäre. Dann wären wir jetzt in existenzieller Gefahr“, sagte er. Für die Zukunft sei das auch nicht ausgeschlossen. Es könne niemand garantieren, dass sich demnächst nicht eine Variante entwickelt, die viel gefährlicher ist.

Die Situation der Corona-Leugner und Impfgegner bereitet dem Gesundheitsminister große Sorgen. „Eine kleine Gruppe ist bereit, alle wissenschaftlichen Erkenntnisse vom Tisch zu wischen und sich freiwillig in eine Blase von Scheinwahrheiten zu begeben“, hieß es von Lauterbach gegenüber der „Welt am Sonntag“: „Das ist in der Tat eine neue und beängstigende Entwicklung in der Nachkriegsgeschichte unseres Landes.“

Niedersachsen: Corona-Regeln und Warnstufe stoppen steigende Sieben-Tage-Inzidenz nicht

Während der Bundesgesundheitsminister weiter die Werbetrommel für die allgemeine Impfpflicht rührt, befinden sich Corona und vor allem die Corona-Variante Omikron in Niedersachsen weiter auf dem Vormarsch. Dabei helfen auch die aktuellen Corona-Regeln und die Warnstufe bisher wenig, um Tage vor dem Schulbeginn die Sieben-Tage-Inzidenz einzudämmen.

Die Inzidenz in Niedersachsen ist ebenso wie Omikron weiter auf dem Vormarsch. (Symboldbild)

Aktuell bezifferte das Robert Koch-Institut (RKI) die Inzidenz in Niedersachsen mit 269,3. Am Vortag hatte die Inzidenz noch mit 239,8 Corona-Fällen pro 100.000 Einwohnern gelegen. Die Zahl der registrierten Neuinfektionen stieg um 4605. Die Todesfälle, die mit oder an Corona starben, erhöhte sich um 25. Derzeit gilt in Niedersachsen landesweit die Warnstufe 3.

Corona in Niedersachsen: Vier Regionen weisen eine Inzidenz von über 500 auf

Besonders vier Regionen in Niedersachsen sind von der hohen Zahl an Neuinfektionen betroffen. Während Delmenhorst mit einem Inzidenzwert von 726 (Vortag: 665) führender Corona-Hotspot im Bundesland ist, reihen sich dahinter der Landkreis Verden mit 631 (Vortag: 598), der Landkreis Osterholz mit 598 (Vortag: 408) und der Landkreis Harburg mit 527 (Vortag: 497) dahinter ein.

2G-Plus in Restaurants: Ab wann gelten die neuen Corona-Regeln in Niedersachsen?

Im Alltag greift damit vorrangig die 2G-plus-Regel, die auch in den aktuellen Corona-Regeln in Niedersachsen vor allem im Zusammenhang mit 2G-Plus in Restaurants Bestand hat, vorausgesetzt die Besitzer wollen die Auslastung ihrer Besucher beim Restaurantbesuch nicht auf 70 Prozent herabsetzen. Dann gilt nach wie vor die 2G-Regel in Restaurants.

Derzeit sieht die Politik in Hannover um Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) keine Veranlassung, an den bestehenden Corona-Regeln in Niedersachsen etwas zu ändern, vor allem weil die alten Corona-Regeln inklusive der Weihnachtsruhe bis zum 15. Januar gelten. Allerdings wurde bereits eine Verlängerung über Mitte Januar 2022 hinaus in Aussicht gestellt, wobei verschärfte Corona-Maßnahmen und neue Corona-Regeln in Niedersachsen bei der derzeitigen Inzidenz nicht auszuschließen sind. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Moritz Frankenberg | dpa

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