Hochinfektiöse Corona-Variante

Omikron: Wie wirksam ist der Schutz der Booster-Impfung?

Die Omikron-Variante breitet sich immer weiter aus, besonders in England sind die Infektionszahlen hoch. Die britische Gesundheitsbehörde gibt derweil eine Einschätzung zum Impfschutz bei Omikron.

London - Es sind Ergebnisse, die Geimpfte ungern hören dürften, denn ersten Hinweisen aus England zufolge könnte der Impfschutz gegen die Omikron-Variante schneller abnehmen. An der Bedeutung schneller und effektiver Impfkampagnen ändert das nichts, in Niedersachsen hält deshalb man auch zwischen den Jahren das Impftempo hoch.

Virus:Coronavirus, Covid-19
Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Erster bekannter Fall:1. Dezember 2019

Wirkung der Booster-Impfung gegen die Omikron-Variante könnte schon früh nachlassen

Die Analysen, welche die britische Gesundheitsbehörde „UK Health Security Agency“ vorlegt, stecken noch in den Kinderschuhen. Auch wenn sie daher noch ein hohes Maß an Unsicherheit aufweisen, bieten sie interessante erste Hinweise. Booster-Impfungen waren hierzulande in den vergangenen Wochen das große Thema, unter anderem weil sich viele Geimpfte fragten, wann die Booster-Impfung rechtlich gilt.

Aktuelle Impfstoffe könnten gegenüber der Omikron-Variante eine geringere Wirksamkeit aufweisen, als gegenüber der Delta-Variante. (kreiszeitung.de-Montage)

Nach den vorläufigen Ergebnissen, die der „UK Health Security Agency“ vorliegen, könnte die Booster-Impfung gegen Omikron schon früh nachlassen. Bereits zehn Wochen nach Verabreichung der dritten Spritze sinkt der Schutz vor einer symptomatischen Infektion mit der Omikron-Variante möglicherweise um 15 bis 25 Prozent. Wie stark der Impfschutz in diesem Zeitraum sinkt, ist laut der Studie davon abhängig, welches Vakzin verimpft wurde.

Schutz vor Omikron-Variante: Bei der Booster-Impfung kommt es auch auf die Impfstoffkombination an

Dabei kommt die Studie zu folgenden Ergebnissen: Wer zweimal mit Biontech immunisiert wurde und als Booster Moderna erhielt, soll den Ergebnissen zufolge nach bis zu neun Wochen zu 70 bis 75 Prozent geschützt sein.

Einen Schutz von rund 60 Prozent gegen eine symptomatische Erkrankung an Omikron besäßen nach zwei bis vier Wochen alle, die erst AstraZeneca und dann einen mRNA-Booster erhielten. Für Menschen mit Biontech-Booster sinke der Impfschutz nach zehn Wochen auf 35 Prozent, beim Moderna Booster hingegen auf 45, so die Studie. Bei einer Dreifach-Impfung mit Biontech soll der Schutz bei 70 Prozent liegen – zehn Wochen später bei 45.

Impfungen sollen geringere Wirksamkeit gegen die Omikron-Variante haben, doch trotzdem vor schweren Verläufen schützen

Omikron greift um sich, auch in Niedersachsen hatte es zuletzt etwa hundert Infektionen mit der Virus-Variante gegeben, ein vergleichsweise geringer Wert. Es liegt nahe, dass sich das bald ändert – Einschätzungen von Experten zufolge dürfte Omikron auch im Bundesland von Stephan Weil bald die dominante Virus-Form sein. Um die weitere Ausbreitung zu verhindern, hatte die Politik in Niedersachsen zuletzt die Weihnachtsruhe verlängert und auch über Weihnachten geimpft.

Grundsätzlich sollen die verschiedenen Vakzine den Einschätzungen der britischen Forscherinnen und Forscher zufolge gegenüber der Omikron-Variante weniger effektiv sein, als gegenüber der Delta-Variante. Doch die Forschenden haben nicht nur schlechte Nachrichten: Vor schweren Corona-Verläufen und Krankenhausaufenthalten sollen die Vakzine ähnlich gut schützen, wie bei anderen Varianten. Im Kontext von schweren Verläufen war in Deutschland zuletzt vor allem die Triage und der Schutz von Menschen mit Behinderung diskutiert worden.

Möglicherweise weniger Krankenhauseinweisungen unter der Omikron-Variante – doch sie bleibt hochinfektiös

Doch noch weitere Studien aus Großbritannien zu Omikron sorgen derzeit für Aufsehen. Zuletzt waren zwei Studien erschienen, die weniger schwere Verläufen bei der Omikron-Variante im Vergleich zur Delta-Variante nahelegen. Eine der Studien hatte Christian Drosten als „wegweisend“ bezeichnet. Klar ist jedoch, dass Omikron hochinfektiös ist und dem Pandemiegeschehen deshalb neue Dynamik verleiht.

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Zwar sinkt die Inzidenz in Deutschland momentan, doch Karl Lauterbach rief dazu auf, die Ergebnisse mit Vorsicht zu genießen. Die aktuelle Datenlage ist auch aufgrund der Feiertage ungenau, sie könnte die Realität nur bedingt abbilden. In Anbetracht der Omikron-Variante hatte auch Lauterbach einen harten Lockdown jüngst nicht ausgeschlossen. *kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Martin Wagner/imago/Sven Hoppe/dpa

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