Nach Havarie

Keine Ermittlungen gegen Kapitän der „Glory Amsterdam„

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Frachter „Glory Amsterdam“ vor Langeoog

Oldenburg/Langeoog - Nach der Havarie des Frachters „Glory Amsterdam„ vor der Insel Langeoog im Oktober sind die strafrechtlichen Ermittlungen gegen den Kapitän eingestellt.

Es habe sich kein hinreichender Tatverdacht ergeben, teilte die Staatsanwaltschaft Oldenburg am Freitag mit. Dem chinesischen Schiffsoffizier war eine mögliche Mitschuld an einem missglückten Schleppmanöver Ende Oktober vorgeworfen worden. Kurz darauf war das unbeladene 225 Meter lange Schiff vor Langeoog gestrandet. Dem Kapitän sei ein bewusstes Verhindern, das Kappen der Leinenverbindung zum Notschlepper „Nordic„“ nicht oder die Anweisung hierzu nachzuweisen, stellte die Behörde fest.

Der Frachter war am 29. Oktober in Seenot geraten. Der Kapitän hatte nach Gerichtsangaben per Funk erklärt, dass er Schlepperhilfe benötige. Er bekam die Anweisung, eine Leinenverbindung zwischen der „Glory Amsterdam“ und dem Notschlepper „Nordic“ des Havariekommandos Cuxhaven herzustellen. Dies scheiterte bei mehreren Versuchen. Die „Glory Amsterdam“ strandete auf einer Sandbank und konnte erst zwei Tage später nach Wilhelmshaven geschleppt werden.

Bei späteren Untersuchungen wurde eine durchtrennte Wurfleine gefunden, die wahrscheinlich durchgeschnitten worden war. Ein Verantwortlicher konnte jedoch nicht ermittelt werden. Die Besatzungsmitglieder der „Glory Amsterdam“ bestritten eine Beteiligung. Die Auswertung des Funkverkehrs ergab auch keinen hinreichenden Tatverdacht auf eine strafbare Gefährdung des Schiffsverkehrs. Eine früher angeordnete Sicherheitsleistung in Höhe von 9000 Euro wurde nach Einstellung des Verfahrens wieder freigegeben.

Das Havariekommando Cuxhaven äußerte sich auf Anfrage am Freitag nicht zum Ausgang des Verfahrens. Es hatte ebenso wie die Wasserschutzpolizei die Ermittlungen angeschoben. Die Hintergründe der Havarie werden derzeit auch noch von der Bundesstelle für Seeunfalluntersuchung (BSU) in Hamburg geprüft.

dpa

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