„Auf den ersten Blick für niemanden zu erkennen“

Zugbegleiterin soll Impfpass gefälscht haben

Ein leerer Zug der Nordwestbahn, der planmäßig nicht im Einsatz ist, steht am frühen Morgen am Bahnhof von Wilhelmshaven, am Himmel dunkle Wolken von Sturmtief „Ignatz“.
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Eine Zugbegleiterin der Nordwestbahn soll ihren Impfpass gefälscht haben.

Ohne anonyme Briefe wäre der gefälschte Impfausweis einer Zugbegleiterin vielleicht nicht entdeckt worden. Nun droht der Frau ein Strafverfahren. Ihren Job wird sie wohl auch verlieren.

Oldenburg –  Die Polizei ermittelt gegen eine Zugbegleiterin der Nordwestbahn, die einen gefälschten Impfpass benutzt haben soll. „Das strafrechtliche Verfahren geht seinen Gang“, sagte ein Sprecher der Bundespolizei am Mittwoch. Ihm zufolge haben umfassende Überprüfungen ergeben, dass die Frau ein gefälschtes Impfzertifikat benutzt habe. Über den Fall hatte zunächst die „Nordwest-Zeitung“ berichtet.

Unternehmen:Nordwestbahn GmbH
Hauptsitz:Osnabrück
Gründung:1999
Mitarbeiter:mehr als 1000
Geschäftsführung:Ulrich Ehrhardt

Ins Rollen kam der Fall durch einen anonymen Brief an die Chefin der Zugbegleiterin, wie der Sprecher der Nordwestbahn sagte. Darin wurde die Mitarbeiterin beschuldigt, einen gefälschten Impfausweis zu benutzen. Die Führungskraft informierte daraufhin die Bundespolizei, die den Pass überprüfte und zunächst keine Fälschung erkannte. „Es war auf den ersten Blick für niemanden zu erkennen, dass dieses Zertifikat gefälscht war“, sagte der Sprecher der Bundespolizei.

Oldenburg: Zugbegleiterin soll Impfpass gefälscht haben – „die Lage ist ernst“

Nach der Rückmeldung, dass keine Fälschung festgestellt worden war, hielt die Nordwestbahn den Fall für abgeschlossen. Doch dann sei ein zweites anonymes Schreiben aufgetaucht, das an die Landesnahverkehrsgesellschaft und die Presse gegangen sei, so der Unternehmenssprecher. Darin wurde der Vorwurf wiederholt und der Nordwestbahn Untätigkeit vorgeworfen. Kurze Zeit später kam die Information der Bundespolizei, dass der Impfpass gefälscht worden war, wie der Nordwestbahn-Sprecher sagte. Die beschuldigte Zugbegleiterin soll nun fristlos entlassen werden. „Wir behalten uns vor, auch rechtlich gegen die Frau vorzugehen.“

Gefälschte Impfpässe haben oft für Schlagzeilen gesorgt. Mehrfach fanden Ermittler Blanko-Impfausweise oder Pässe mit gefälschten Aufklebern und Stempeln. Jüngst sorgte ein Fall aus einem Pflegeheim in Hildesheim für Aufsehen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft besteht der Verdacht, dass eine Mitarbeiterin mit einem gefälschten Impfpass im Heim arbeitete, während sie Corona hatte. Bei einem Corona-Ausbruch in der Einrichtung starben drei Menschen.

Gefälschte Impfpässe sollten aus Sicht der niedersächsischen Justizministerin schnell aus dem Verkehr gezogen werden. „Die Lage ist viel zu ernst. Wir sind darauf angewiesen, dass dieser Fälschungsirrsinn ein Ende findet“, so Barbara Havliza (CDU). In Niedersachsen ist die Zahl gefälschter Impfpässe hoch. Bis zu 250 Euro bezahlen Menschen für eine Fälschung. (Mit dpa-Material) * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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