Steigende Preise zu erwarten

Obstbauern ernten nach Frost zur Blütezeit deutlich weniger Äpfel

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In Niedersachsen wird eine schlechte Apfelernte erwartet.

Hannover - Das Frühjahr hatte es in sich: Frost zur Blütezeit, ausbleibende Bestäubung - eigentlich war schon klar, dass die Obstbauern weniger Äpfel ernten würden. Wie massiv der Rückgang ausfällt, hat sich aber wohl niemand vorstellen mögen.

Frost im Frühjahr, Hagel im Sommer: Das teils extreme Wetter hat den Apfelbäumen im Alten Land schwer zugesetzt. Die Obstbauern in der Region Niederelbe erwarteten Erträge von rund 200.000 Tonnen - etwa ein Drittel weniger als vor einem Jahr, teilte das Landvolk Niedersachsen am Donnerstag in Hannover mit. 

Bundesweit dürfte der Rückgang noch höher liegen, EU-weit würden voraussichtlich 20 Prozent weniger Äpfel als im Vorjahr geerntet. Das Landvolk erwartet steigende Preise für die Verbraucher. In den letzten Wochen vor der Ernte bräuchten die Äpfel vor allem Sonne, um die beliebten „roten Bäckchen“ zu bekommen, sagte Landvolk-Sprecherin Gabi von der Brelie. „Ein stabiles Hoch ist bei allen Bauern der sehnlichste Wunsch.“

Start der Apfelsaison am 9. September geplant

Im Alten Land planen die Obstbauern den Start in die Apfelsaison für den 9. September. Trotz des erwarteten Ernteeinbruchs dürfte die Region Niederelbe mit dem Alten Land als Kern - laut Landvolk das größte geschlossene Obstanbaugebiet Nordeuropas - sogar noch glimpflich davonkommen. Bundesweit gehe die Agrarmarkt-Informations-Gesellschaft AMI von einem Ernterückgang um 46 Prozent auf rund 550.000 Tonnen Äpfel aus. 

Die EU-Apfelernte soll den Angaben zufolge um ein Fünftel auf voraussichtlich 9,3 Millionen Tonnen sinken. Ein Grund: die für die Bestäubung zuständigen Insekten flogen wegen des kühlen Wetters im Frühjahr lediglich an wärmeren Tagen. 

Innerhalb Deutschlands gingen die Prognosen für die Obstbauern am Bodensee von Einbußen von 65 Prozent aus - im Rheinland solle die Ernte um 50 Prozent schlechter als im Vorjahr ausfallen, teilte das Landvolk mit. Damit dürften dort die Erträge noch deutlich schlechter als im Alten Land sein.

Steigende Preise sind zu erwarten

„Wir gehen von marktwirtschaftlichen Reaktionen aus und rechnen mit höheren Preisen“, sagte Ulrich Buchterkirch, Vorsitzender der Fachgruppe Obstbau des Landvolks. Für die Obstbauern wäre dies „nach einer Reihe von Jahren mit absolut unbefriedigenden Erlösen“ dringend notwendig, erklärte er. Die Preisanhebung dürfte mit 40 bis 50 Cent je Kilogramm Äpfel allerdings „moderat“ ausfallen. Steigende Preise gebe es auch bereits am Markt für Mostäpfel.

dpa

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