Gipfeltreffen in Hannover

Obama bringt nicht nur Müllabfuhr durcheinander

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US-Präsident Barack Obama wird Deutschland im April 2016 ein drittes Mal besuchen.

Hannover - Zum fünften und wohl letzten Mal kommt Barack Obama als US-Präsident nach Deutschland: Der Besuch am kommenden Sonntag und Montag in Hannover wird besonders im Zeichen der Wirtschaft stehen. Denn Anlass ist die Eröffnung der Hannover-Messe. Und dieser Besuch bringt die Landeshauptstadt ganz schön durcheinander.

Die USA sind in diesem Jahr Partnerland der größten Industriemesse der Welt. Und der Präsident will die Gelegenheit nutzen, für das in Deutschland heftig umstrittene transatlantische Handelsabkommen TTIP zu werben. Natürlich wird es auch einen politischen Schwerpunkt geben. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) wird Obama am Sonntag in Hannover zu einem Gespräch empfangen. Am Mittwoch wurde bekannt, dass Merkel auch Frankreichs Präsident François Hollande sowie Großbritanniens Premierminister David Cameron und Italiens Ministerpräsidenten Matteo Renzi für den Nachmittag ins Schloss Herrenhausen eingeladen hat. Dies teilte Vize-Regierungssprecherin Christiane Wirtz in Berlin mit. Themen seien die "vielen Fragen der internationalen Politik", darunter die Flüchtlingskrise und Terrorgefahren.

Am Sonntagabend eröffnen Obama und Merkel dann die Hannover-Messe. Danach lädt die Kanzlerin zu Ehren des Präsidenten zu einem Abendessen mit Wirtschaftsvertretern beider Länder. Am Montagmorgen unternehmen Obama und Merkel gemeinsam den traditionellen Eröffnungsrundgang über das Messegelände und besuchen in mehreren Messehallen Stände ausgewählter Unternehmen. Im Gespräch ist auch eine Teilnahme Obamas an einem Wirtschaftsforum.

Übernachten wird der US-Präsident nach dpa-Informationen in einer Suite des landsitzartigen Tagungs- und Veranstaltungszentrums "Seefugium" etwas außerhalb der Stadt - mitten im Grünen und mit Blick auf einen idyllisch gelegenen See.

Wovon Obama wohl nicht so viel, sind die Sicherheitsvorkehrungen wegen seines Besuchs. In Niedersachsen bringt sein Besuch allerdings einiges durcheinander. Ein Überblick:

Flughafen sperrt komplette Start- und Landebahn

Wegen des Besuchs von US-Präsident Barack Obama sperrt der Flughafen Hannover für eine Woche eine komplette Start- und Landebahn. Die Südbahn werde vom 22. bis 29. April zum Be- und Entladen diverser Transportflugzeuge aus Obamas Begleittross und als Parkfläche für Obamas Flugzeug, die Air Force One, benötigt, teilte der Flughafen am Dienstag mit. Er verfügt über drei Parallelbahnen, so dass der an- und abfliegende kommerzielle Luftverkehr auch bei der Südbahn-Sperrung weitgehend unproblematisch abgefertigt werden kann.

Auch der Luftraum wird von Sonntagmorgen bis Montagabend großflächig gesperrt. Viele niedersächsische Piloten hatten zunächst mit Unmut und Unverständnis für die angekündigten Einschränkungen gezeigt. Daraufhin hat die Die Deutsche Flugsicherung (DFS) die zeitliche Befristung der Beschränkungen revidiert.

Gullydeckel in Hannover versiegelt

Bereits Anfang April wurde in Hannover mit den gewaltigen Sicherheitsvorkehrungen begonnen. Erste Gullydeckel rund um das Congress Centrum wurden versiegelt. Zu den Details der Vorkehrungen sagte Polizeisprecher André Puiu jedoch nichts.

Rhythmus der Müllabfuhr betroffen

Polizeikommissar Bastian Schuschel überreicht einer Anwohnerin in Isernhagen in der Region Hannover einen Informationszettel für Anwohner.

Selbst die Müllabfuhr gerät durcheinander: Wenn US-Präsident Barack Obama zur Industriemesse kommt, müssen sich auch die Anlieger seines voraussichtlichen Hotels auf Einschränkungen gefasst machen. Obwohl das "Seefugium" im Nordosten Hannovers abgelegen liegt, informierte die Polizei am Montag die dennoch von Straßensperrungen und Kontrollen betroffenen Menschen. Auch der gewohnte Rhythmus der Müllabfuhr ist betroffen: Von Freitag bis Montag wurden Anwohner gebeten, keine Mülltonnen oder Müllsäcke an die Straße zu stellen. Da außerdem in der niedersächsischen Landeshauptstadt und Region Hannover Sicherheitsbereiche eingerichtet werden, hat die Polizei die Anwohner informiert, wie sie sich verhalten müssen. 

Herrenhäuser Gärten werden Sicherheitszone

Doch nicht nur die Anwohner, sondern auch Besucher der Landeshauptstadt müssen sich auf Einschränkungen einstellen. Der Zugang zu den bei Touristen beliebten Herrenhäuser Gärten ist teilweise gesperrt. Obama soll die Gärten am Sonntag besichtigen.

Kein Blitz-Marathon

Außerdem wird sich Niedersachsen wegen der Einbindung seiner Sicherheitskräfte beim Besuch des US-Präsidenten nicht am sogenannten Blitz-Marathon beteiligen.

dpa/jom

 

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