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Novavax in Niedersachsen: 180.000 Dosen erwartet – wer darauf zugreifen darf

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Von: Johannes Nuß

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Ein Person hält eine Spritze mit dem Impfstoff von Novavax in der Hand.
Seit dem 20. Dezember 2021 ist der Corona-Impfstoff des Herstellers Novavax durch die EMA zugelassen. Ende Februar werden in Niedersachsen die ersten Dosen erwartet. (Archivbild) © imago

Niedersachsen erwartet 180.000 Dosen des Corona-Impfstoffs von Novavax. Aufgrund der Impfpflicht im Gesundheits- und Pflegebereich wird es zu Einschränkungen kommen.

Hannover – Ab dem 15. März 2022 gilt für Berufe im Gesundheits- und Pflegebereich eine Impfpflicht in Deutschland gegen das Coronavirus. Doch, derzeit sind immer noch viele Mitarbeiter in diesem Bereich nicht oder nicht ausreichend gegen eine Infektion mit Covid-19 geschützt. Nach Ansicht von Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) sollte diese Berufsgruppe sich aber schnellstmöglich gegen Sars-CoV-2 impfen lassen.

Bundesland:Niedersachsen
Fläche:47.709,82 km²
Einwohner:8.003.421 (Stand: 31. Dezember 2020)
Regierungschef:Stephan Weil (SPD)
Zuständige Gesundheitsministerin:Daniela Behrens (SPD)

Gerade mit Blick auf die Impfskeptiker auch unter den Ungeimpften in der restlichen Bevölkerung setzt die Politik dabei auf den im vergangenen Dezember neu zugelassenen Impfstoff von Novavax, der fälschlicherweise auch als Totimpfstoff bezeichnet wird, im Gegensatz zum tatsächlichen Totimpfstoff von Valneva. Denn der wird ab Ende Februar in Niedersachsen neben den Impfstoffen von Moderna, BioNTech/Pfizer oder AstraZeneca verfügbar sein. Die Altersfreigabe bei Novavax liegt bei 18 Jahren.

Novavax in Niedersachsen: Nur 180.000 Dosen stehen ab Ende Februar zur Verfügung

Doch, bei der Sache gibt es einen Haken: Das Land Niedersachsen erhält nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Hannover lediglich 180.000 Dosen des Vakzins Nuvaxovid von Novavax. Dies dürfte eindeutig zu wenig sein, um alle von diesem Vakzin überzeugten Menschen zu impfen. Für ganz Deutschland gibt es rund 3,25 Millionen Dosen des Novavax-Impfstoffes*.

Sind doch für eine vollständige Immunisierung mit dem Impfstoff von Novavax zwei Impfungen im Abstand von drei Wochen notwendig. Derzeit sind rund 22 Prozent der Niedersächsinnen und Niedersachsen ohne eine Erstimpfung gegen Covid-19, dies sind rund 1,7 Millionen Menschen.

Priorisierung Impfung mit Novavax: Berufe im Gesundheits- und Pflegebereich bevorzugt immunisiert

Aus diesem Grund kommt es bei der Vergabe des Impfstoffes von Novavax in Niedersachsen vorerst zu Priorisierungen. Was bedeutet, dass der normale Bürger vorerst keinen Zugriff auf dieses Vakzin haben wird. Zunächst wird dieses Präparat vornehmlich für die Ungeimpften aus den Berufsgruppen des Gesundheits- und Pflegebereich verwendet, teilt das Gesundheitsministerium.

Nuvaxovid besteht laut Paul-Ehrlich-Institut (PEI) aus virusähnlichen Partikeln, die das Spike-Protein des Coronavirus enthalten. Daher handelt es sich um ein proteinbasierten Impfstoff. Die Proteine werden vom Körper als fremd erkannt und das Immunsystem wird hochgefahren – spezifische Antikörper und T-Zellen werden gebildet.

Novavax in Niedersachsen: proteinbasierter Impfstoff wirkt anders als mRNA-Präparate gegen Corona

Damit ist man vor einer echten Infektion besser gewappnet. mRNA-Präparate zum Beispiel funktionieren anders. Hier werden Körperzellen mithilfe von Erbgutschnipseln angeregt, selbst das Spike-Protein herzustellen, um eine Immunantwort auszulösen.

Die EMA begutachtete zwei klinische Studien mit insgesamt 45.000 Probanden, von denen ein Teil den Impfstoff, ein Teil ein Placebo erhielt. Zusammengenommen ergab sich laut Behörde eine Wirksamkeit von etwa 90 Prozent bezogen auf symptomatische Infektionen.

Wirkung von Novavax: proteinbasierter Impfstoff wirkt womöglich nicht gegen Omikron

Das bedeutet: Unter Probanden der geimpften Gruppe traten 90 Prozent weniger Erkrankungen auf als in der Kontrollgruppe. Es wurden zwei Dosen im Abstand von drei Wochen verabreicht. In den Studien zeigten sich laut EMA meist milde bis moderate Impfreaktionen beziehungsweise Nebenwirkungen mit Novavax* wie Müdigkeit, Kopf- und Muskelschmerzen, die nach einigen Tagen nachließen.

Allerdings beziehen sich die Ergebnisse hauptsächlich auf frühere Corona-Varianten, die in Deutschland so gut wie vollständig von Delta beziehungsweise Omikron verdrängt wurde. Es gebe bisher begrenzte Daten zur Effektivität gegen andere Varianten, darunter Omikron.

„Auch dieser Impfstoff wird an Omikron angepasst werden müssen“, schrieb Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, kürzlich mit Blick auf Novavax auf Twitter.

Novavax als Booster-Impfung: Effektiv als Auffrischungsimpfung, aber mRNA-Impfstoffe effektiver

Novavax eignet sich auch für die Booster-Impfungen*. „Alles was bislang bekannt ist, deutet darauf hin, dass Novavax wahrscheinlich ein sehr guter Impfstoff ist“, so Watzl jüngst zur Augsburger Allgemeinen.

 „Bei den Booster-Impfungen ist Novavax laut einer britischen Studie nicht ganz so effektiv wie die mRNA-Impfstoffe, aber deutlich besser als Vektorimpfstoffe.“ Dies unterscheide das Vakzin von Novavax von dem Totimpfstoff-Zulassungskandidaten Valneva. „Bei Booster-Impfungen sah man, dass mRNA-Impfstoffe den Antikörperschutz zwanzig- bis dreißigfach verbesserten, Valneva aber nur zweifach“, sagte Watzl der Zeitung. * kreiszeitung.de, merkur.de und echo24.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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