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Novavax-Impfung in Niedersachsen: Fragen und Antworten zum Corona-Impfstoff

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Von: Johannes Nuß

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Ab kommender Woche soll auch in Niedersachsen, Bremen und Hamburg mit dem Vakzin von Novavax gegen Corona geimpft werden. Was Sie über den Impfstoff wissen müssen.

Hannover – Der neue Corona-Impfstoff Nuvaxovid des Herstellers Novavax wird in Niedersachsens Kommunen frühestens ab kommender Woche zur Verfügung stehen. Der Impfstoff von Novavax ist vor allen Dingen für diejenigen interessant, die den mRNA-Impfstoffen von Biontech oder Moderna beziehungsweise dem Vektorimpfstoff von Johnson & Johnson skeptisch gegenüber stehen.

Novavax-Impfung in Niedersachsen: Hoffnung, dass sich bislang ungeimpfte Menschen immunisieren lassen

Das Novavax-Vakzin beruht auf eher klassischer Technologie – und die Hoffnung ist, dass sich deshalb mehr bislang ungeimpfte Menschen immunisieren lassen. Das bekräftigte zu Wochenbeginn auch Niedersachsens Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) mit Blick auf die schleppend laufende Impfkampagne. Die wichtigsten Antworten zum Impfstart des Corona-Vakzins Nuvaxovid.

Warum warten manche Menschen auf den Novavax-Impfstoff?

Die am häufigsten in Deutschland verabreichten Impfstoffe – die Mittel von Biontech/Pfizer und Moderna – sind mRNA-Impfstoffe. Vor Corona gab es noch keine zugelassenen Impfstoffe auf mRNA-Basis. Manche Menschen macht das misstrauisch.

Wie auch die Vektorimpfstoffe von Johnson & Johnson und AstraZeneca basieren mRNA-Impfstoffe darauf, dass unsere Körperzellen einen kleinen Teil des Virus – das Spike-Protein – selbst herstellen. Dadurch wird eine Immunantwort ausgelöst, die uns schützt. Der Novavax-Impfstoff basiert hingegen auf einem klassischeren Verfahren.

Wie funktioniert der Novavax-Impfstoff Nuvaxovid? 

Nuvaxovid besteht aus virusähnlichen Partikeln, die das Spike-Protein des Coronavirus enthalten, sowie einem Wirkverstärker. Manche Menschen heben Nuvaxovid als – vermeintlich sichereren – Totimpfstoff hervor, also als Impfstoff ohne lebende, vermehrungsfähige Krankheitserreger.

Dieser Begriff ist aber in der Wissenschaft nicht klar von anderen abgegrenzt; laut Ständiger Impfkommission (Stiko) sind auch die vier anderen Impfstoffe „funktionell“ Totimpfstoffe, enthalten also keine lebenden Viren.

Novavax-Impfung in Niedersachsen: Diese Nebenwirkungen sind bekannt

Welche Nebenwirkungen von Novavax sind bekannt?

Wie bei jeder Impfung können durch das Setzen der Spritze mit dem Vakzin von Novavax Schmerzen an der Einstichstelle auftreten. Hinzu können sich Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen einstellen. Häufig beobachtet wird auch Müdigkeit und leichtes Fieber. Dies gilt insbesondere dann, wenn es sich um die zweite Corona-Impfung handelt. Hinweise auf schwere Nebenwirkungen gibt es bislang nicht.

Ab der kommenden Woche wird auch in Niedersachsen mit dem Vakzin von Novavax gegen das Coronavirus geimpft.
Ab der kommenden Woche wird auch in Niedersachsen mit dem Vakzin von Novavax gegen das Coronavirus geimpft. (Symbolbild) © IMAGO / Sven Simon

Wie gut schützt Novavax vor einer Covid-19-Erkrankung?

Erste Studien legen den Beweis nahe, dass eine Impfung mit Novavax die Wahrscheinlichkeit einer Covid-19-Infektion um gut 90 Prozent senkt. Allerdings war während der Studien noch nicht die Omikron-Variante mit ihren Subtypen BA.1 und BA.2 unterwegs, sondern vor allen Dingen die Alpha- und Beta-Variante des Coronavirus.

Novavax-Impfung in Niedersachsen: Schutz vor Infektion lässt nach kurzer Zeit wieder nach

Hilft eine Immunisierung mit Novavax auch gegen die Omikron-Variante des Coronavirus?

Wie Hersteller Novavax mitteilt, soll das Vakzin auch gegen eine Infektion mit der Omikron-Variante helfen. Das ganz besonders, wenn sechs Monate nach der zweiten Impfung noch eine dritte Impfung, die sogenannte Booster-Impfung, gesetzt wird. Allein: In Deutschland ist diese dritte Impfung beim Vakzin von Novavax nicht gegeben. Die Stiko hält sich bedeckt und gibt noch keine Aussagen dazu heraus. Die Datenlage ist noch zu dünn.

Wie lange hält der Impfschutz bei Novavax?

Kurz nach der Impfung mit Novavax soll der Impfschutz laut Studien gut sein. Allerdings lässt der Schutz wie bei den anderen derzeit zugelassenen Vakzinen nach.

Novavax-Impfung in Niedersachsen: Hoffen auf eine höhere Impfbereitschaft

Wird durch Nuvaxovid neuer Schwung für die Impfkampagne erwartet?

Es wird schon erhofft, dass der Novavax-Impfstoff eine Alternative für all jene ist, die Vorbehalte gegen mRNA-Impfstoffe haben. Aber ob sich das in breiterem Umfang auswirkt, ist nicht sicher.

Immer wieder hatten auch Pflegende, die noch nicht geimpft sind, angeführt, dass sie auf einen Totimpfstoff warten würden. Mitte Januar hatte Lauterbach erläuterte, das Präparat sei „quasi ein Totimpfstoff“ – und solle denjenigen besonders zur Verfügung stehen, die diese Art der Impfung bevorzugten. 

Wie schätzt das Robert Koch-Institut (RKI) die Situation ein?

Vorsichtig. Am Donnerstag stellte das RKI in seinem Epidemiologischen Bulletin fest: Seit Einführung der mRNA- und Vektor-basierten Impfstoffe werde diskutiert, inwiefern die auf neueren Technologien basierenden Impfstoffe Grund für den Anteil an Menschen ohne Covid-19-Impfschutz sind. Mit Nuvaxovid sei nun ein Protein-basierter Totimpfstoff in der EU zugelassen, der auf eine seit über 35 Jahren praktizierte Technologie zurückgreife.

Allerdings beinhalte der Impfstoff ein neuartiges Adjuvans, also einen neuen Hilfsstoff. Eine Befragung unter bisher Ungeimpften habe im Herbst 2021 ergeben, dass die einzige Maßnahme für eine relevante Steigerung auf einem klassischen Wirkprinzip beruhende Impfstoffe sein könnten. Die Nuvaxovid-Zulassung war da allerdings noch nicht absehbar – fraglich sei, ob sich die Impfbereitschaft nun wirklich verändere.

Novavax-Impfung in Niedersachsen: 140.000 Dosen in der kommenden Woche erwartet

Kann sich nun jeder Interessierte mit Nuvaxovid von Novavax impfen lassen?

An einem Mangel an Impfdosen dürfte es jedenfalls nicht scheitern. Im ersten Quartal sollen laut Bundesgesundheitsministerium vier Millionen Impfstoffdosen von Novavax in mehreren Tranchen nach Deutschland ausgeliefert werden – im gesamten Jahr bis zu 34 Millionen Impfstoffdosen. Niedersachsen erhält davon vorerst rund 140.000 Dosen.

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hatte sich für den Einsatz ab 18 ausgesprochen – mit zwei Dosen im Abstand von mindestens drei Wochen. Laut den Gesundheitsministerinnen und -minister der Länder soll Nuvaxovid prioritär an bisher nicht geimpfte Beschäftigte in den betroffenen Einrichtungen verimpft werden. Für Beschäftigte in der Pflege und in Kliniken greift ab Mitte März die Impfpflicht.

Ausgenommen von der Empfehlung sind Schwangere und Stillende. Empfohlen wird der Impfstoff zudem für diejenigen, die bisher keine Immunreaktion auf die anderen Impfstoffe gezeigt haben oder die nach der ersten Impfung aus medizinischen Gründen ihre Impfserie nicht mit einem der bisherigen Vakzine fortsetzen können.

Eine Drittimpfung ist derzeit nicht vorgesehen. Ungeimpfte, die bereits eine Covid-19-Infektion durchgemacht haben, können laut Stiko eine Einzeldosis zur Vervollständigung der Grundimmunisierung erhalten.

Wann starten die ersten Impfungen?

Ursprünglich waren für Niedersachsen die ersten Lieferungen zu Beginn dieser Woche geplant, jetzt verschiebt sich jedoch alles in die kommende Woche. Somit ist es von Land zu Land unterschiedlich, wann es dort dann jeweils eingesetzt wird. Vielfach soll dies in der ersten Märzwoche der Fall sein. So sind in Niedersachsen Anfang März Impfaktionen mit Nuvaxovid vorgesehen.

Auch in Hamburg geht es Anfang März los. In Berlin soll die Verteilung wohl ab dem 28. Februar beginnen. Dabei interessierten sich in der Hauptstadt laut einer Umfrage rund 1800 von 4000 ungeimpften Krankenhaus-Bediensteten für eine Impfung mit Novavax. Aus Mecklenburg-Vorpommern, wo seit 9. Februar Novavax-Impftermine vereinbart werden können, hatte es aus dem Sozialressort Ende der Woche geheißen: «Die Registrierungen bleiben leider hinter den Erwartungen zurück.» 

Novavax-Impfung in Niedersachsen: Anmeldung zum Impftermin online oder per Telefon

Wie melde ich mich für eine Impfung mit dem Vakzin von Novavax an?

Niedersachsen können sich unter der Impfhotline 0800/99 88 665 einen Platz auf der Warteliste reservieren lassen. Bis Ende vergangene Woche standen dort rund 7500 Personen drauf. Per SMS werden die wartenden schließlich über einen Termin in ihrer Kommune informiert.

In Hamburg kann ein Impftermin über das Buchungsportal der Stadt vorgenommen werden, sobald der Impfstoff bereitsteht. Unter www.impfzentrum.bremen.de oder telefonisch unter der Rufnummer 0421/577 51 17 können sich Bremerinnen und Bremer für eine Immunisierung mit Novavax vormerken und auf die Wartelisten setzen lassen.

Wie gut und wie verträglich ist der Impfstoff?

In den Zulassungsstudien zeigte der Impfstoff laut Stiko eine mit den mRNA-Impfstoffen vergleichbare hohe Wirksamkeit. Wie gut das Mittel vor Omikron schützt, könne noch nicht beurteilt werden. Nuvaxovid führe häufig zu lokalen und systemischen Impfreaktionen, die über wenige Tage anhalten können und ähnlich stark seien wie nach Impfung mit den anderen Corona-Impfstoffen.

Die Zulassungsstudien hätten keine Sicherheitsbedenken hinsichtlich schwerer unerwünschter Wirkungen ergeben. Allerdings betont die Stiko auch, dass die Datenlage zu Nuvaxovid noch begrenzt sei. Einige Experten weisen darauf hin, dass die Datenlage beispielsweise bei mRNA-Impfstoffen durch Milliarden verabreichter Dosen deutlich besser ist. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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