Wenig Wirkung bei Omikron

Corona-Impfstoff Novavax: Nach Zulassung endlich bahnfrei für Impfskeptiker

Der fünfte Impfstoff wurde in der EU zugelassen: Nuvaxovid des US-Herstellers Novavax. Angeblich wollen sich viele Impfgegner mit dem Totimpfstoff immunisieren.

Amsterdam – Auf diese Entscheidung haben viel Männer und Frauen gewartet: Die EU-Arzneimittelbehörde EMA hat den Corona-Totimpfstoff des US-Herstellers Novavax zugelassen. Das teilte die EMA am Montag in Amsterdam mit. Nach Zustimmung der EU-Kommission wird Nuvaxovid der fünfte Corona-Impfstoff in der EU. Die zuständige Expertenkommission hatte nach einer außerordentlichen Sitzung die Empfehlung ausgesprochen. Die Experten hatten bereits im länger laufenden Prüfverfahren Studien zu Wirkung und Risiken bewertet. Unklar ist allerdings, ob der neue Corona-Totimpfstoff auch gegen die Omikron-Variante schützt.

HerstellerNovavax
NameNuvaxovid (NVX-CoV2372)
Gründung1987
EMA-Zulassung20.12.2021

Novavax erfüllt Wirksamkeit, Sicherheit und Qualität – EU sichert sich 200 Millionen Impfdosen des Corona-Totimpfstoff

Nach eingehender Bewertung sei der zuständige Ausschuss zu dem Ergebnis gekommen, dass „die EU-Kriterien zu Wirksamkeit, Sicherheit und Qualität erfüllt werden“, teilte die EMA mit. Nun muss die EU-Kommission noch zustimmen. Das gilt aber als reine Formsache. Die EU hatte sich vorab schon 200 Millionen Impfdosen gesichert.

Viele Impfgegner gaben als Grund an: Kein Vertrauen in die neuartigen mRNA-basierten Impfstoffen zu haben. Dieses Argument fällt nun weg. Bleibt abzuwarten, ob die Impfquote in den kommenden Monaten nun deutlich steigt. Laut einer Forsa-Umfrage sollen immerhin 56 Prozent der Ungeimpften bereit sein, sich einen neuen Impfstoff spritzen zu lassen, der wie die bekannten Impfstoffe produziert wird. Gemeint sind damit Impfungen gegen Masern oder Polio. Aktuell liegt die Impfquote bundesweit bei etwas über 70 Prozent.

Corona-Totimpfstoff: Wie häufig wird Novavax verabreicht? Nuvaxovid wird auch zweimal verimpft

Wer auf den neuen Impfstoff wartet, ist nicht gut beraten. Bis der Impfstoff verfügbar sei, werden noch einige Wochen verstreichen. Zum Impfschutz werden auch vom Novavax-Impfstoff zwei Dosen gespritzt, und zwar im Abstand von etwa drei Wochen. Erst im Frühjahr könnten die Männer und Frauen dann vollständig geimpft (geboostert) sein.

Im Labor bei Novavax wurde der Corona-Impfstoff Nuvaxovid entwickelt.

Novavax: Kein Corona-Totimpfstoff im eigentlichen Sinne – Nuvaxovid ist ein Proteinimpfstoff

Der Impfstoff des amerikanischen Biotech-Konzerns Novavax ist weder ein klassischer Totimpfstoff noch ein Lebendimpfstoff. Er enthält einen künstlich hergestellten Erreger. Es handelt sich dabei um ein im Labor gezüchtete Kopie des Spike-Proteins, das eine Immunreaktion im Körper auslöst. Nuvaxovid ist strenggenommen gar kein Corona-Totimpfstoff, sondern ein Proteinimpfstoff. Er ist den Studien zufolge mit einem Infektionsschutz von etwa 90 Prozent hochwirksam. 

Corona-Totimpfstoffe: Experten glauben an geringe Schutzwirkung von Novavax und Valneva gegenüber Omikron

Als im Sommer die großen Studien mit dem Impfstoff liefen, war Omikron nahezu unbekannt. Daher gibt es noch keine verlässlichen Daten zur Wirksamkeit gegen diese Corona-Variante. Wissenschaftler vermuten aber, dass die Schutzwirkung gegen Omikron Protein- oder Totimpfstoffen noch reduzierter ist als bei Vektor- und mRNA-Impfstoffen. Der Grund: Inaktivierte Impfstoffe seien nicht so gut geeignet, wenn es darum geht, eine T-Zellen-Antwort zu generieren. „Je weniger Antikörper und je weniger T-Zell-Antwort man hat –, desto leichter wird es für eine starke Escape-Variante wie Omikron sein, eine Krankheit auszulösen“, sagte Impfstoffexperte Florian Krammer vom Mount Sinai Hospital in New York.

Corona-Impfstoff Novavax: Der Überblick

Corona-Impfstoff Nuvaxovid von Novavax im Überblick

Lagerung: Kühlschrank

Impftstoffart: Proteinimpfstoff während Biontech und Moderna sind mRNA / Astrazeneca und Johnson & Johnson sind Vektor-Impfstoffe)

Wirksamkeit: laut Studien ca. 90 Prozent

Bereits zugelassen: Indonesien und den Philippinen

Alle dies sich jetzt impfen lassen wollen, sollten beachten, dass auch Nuvaxovid Gentechnik zur Herstellung benötigte. Hinzu kommt, dass solche Proteinimpfstoffe auch Impfverstärker benötigen, die bei mRNA-Vakzinen (Biontech und Moderna) auch gebraucht werden.

Welche Nebenwirkungen sind beim Corona-Impfstoff Novavax bekannt:

Welche Nebenwirkungen sind bisher bekannt:

Nach ersten Erkenntnissen ist der Corona-Impfstoff von Novavax gut verträglich.

Es ist von milden Nebenwirkungen wie Druckschmerz an der Einstichstelle, Kopfschmerzen und Müdigkeit besonders nach der zweiten Impfung die Rede.

Novavax: Immunabwehr des neuen Corona-Impfstoffes nicht so gut wie bei mRNA-Impfstoffen von Biontech und Moderna

Denn das Immunsystem reagiert bei Proteinimpfstoffen nur schwach und baut wenig Schutz auf. Also muss Novavax einen Reizstoff hinzufügen. In diesem Fall ist es Saponin, ein auch in anderen Impfstoffen verwendetes Seifenbaumextrakt. Wie es das Immunsystem reizt, ist unbekannt. 

Schützt der Corona-Totimpfstoff Novavax gegen Omikron?

Wie hoch ist der Schutz des Corona-Impfstoffes Nuvaxovid von Novavax gegen die Omikron-Variante

Welchen Schutz Novavax tatsächlich gegen Omikron schützt, ist noch nicht bekannt. Die Studien, die erste Wirksamkeitsdaten lieferten, fanden vor der Entdeckung dieser neuen Variante in Südafrika statt.

Wissenschaftler vermuten aber, dass die Schutzwirkung gegen Omikron bei Protein- und Totimpfstoffen noch reduzierter ist als bei Vektor- und mRNA-Impfstoffen. Die inaktivierten Impfstoffe würden ihm mehr Sorgen bereiten als die bereits bei uns zugelassenen Impfstoffe, sagte der Impfstoffexperte Florian Krammer vom Mount Sinai Hospital in New York bei Science Media Center.

Der Grund: Inaktivierte Impfstoffe seien nicht so gut geeignet, wenn es darum geht eine T-Zellen-Antwort zu generieren. „Je weniger Antikörper und je weniger T-Zell-Antwort man hat –, desto leichter wird es für eine starke Escape-Variante wie Omikron sein, eine Krankheit auszulösen“, sagte er weiter.

Trotz des Reizstoffs aktiviert Nuvaxovid die „zelluläre“ Immunantwort, den zweiten Arm der Körperabwehr nicht so gut wie mRNA-Impfstoffe. Das könnte langfristig ein Nachteil etwa gegen Virusvarianten wie Delta oder nun auch Omikron sein, schreibt der Tagesspiegel. (Mit Material der dpa) * kreiszeitung.de und merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © ANDREW CABALLERO-REYNOLDS/AFP

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