Universitäten verzeichnen hohen Zulauf – aber die Städte haben keinen Platz

Notquartiere für Göttinger Studenten

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Wohnungsangebote sind derzeit nicht nur an der Uni Hannover knapp. ·

Göttingen - Die Hochschulen in Niedersachsen erleben zum neuen Semester einen riesigen Ansturm. Besonders in Göttingen und Hannover finden viele Studienanfänger keine Bleibe. Nun sollen Notquartiere helfen.

Damit die wohnungssuchenden Studienanfänger nicht auf der Straße campieren müssen, stellt der AStA der Uni Göttingen ab heute seine Räume als Notunterkunft zur Verfügung. Die Lage auf dem Göttinger Wohnungsmarkt sei „verheerend“, sagte eine AStA-Sprecherin zur Begründung. Viele Studenten hätten kurz vor Semesterbeginn noch immer keine eigene Bleibe gefunden. Und Hostels und Jugendherbergen seien längst ausgebucht. Die Hochschulleitung habe der Nutzung des AStA-Gebäudes als Notquartier angesichts der Lage auf dem Wohnungsmarkt zugestimmt, sagte ein Uni-Sprecher. In Göttingen werden zum Wintersemester rund 5 700 Studienanfänger erwartet. Die Studentenzahl steigt damit auf insgesamt 27 000.

Auch in der Landeshauptstadt ist der studentische Wohnungsmarkt angespannt. 2 876 Anträge auf einen Wohnheimplatz gingen beim Studentenwerk in Hannover ein, 968 Mietverhältnisse konnten abgeschlossen werden. „Wir haben zurzeit noch mehr als 1 600 Bewerber auf der Warteliste“, berichtete Geschäftsführer Eberhard Hoffmann. „Bis Weihnachten kann man davon ausgehen, dass viele Zimmer doppelt und dreifach belegt sind.“

Studienanfänger kommen in diesem Wintersemester vermehrt aus Nordrhein-Westfalen. Dort ist der Ansturm auf die Hochschulen aufgrund des doppelten Abiturjahrgangs besonders groß. Das Studentenwerk Osnabrück appellierte daher an private Hausbesitzer, zumindest für eine Übergangszeit Zimmer an Studenten unterzuvermieten.

Das Göttinger Studentenwerk könne den Wohnungssuchenden derzeit nicht helfen, sagte Geschäftsführer Jörg Magull. Das Online-Portal hatte am Wochenende nur ein einziges Angebot: Einen Tiefgaragenplatz für ein motorisiertes Zweirad – für Studierende und Nichtstudierende ab sofort zu vermieten.

„Mehr als 3 000 Studierende haben sich in diesem Semester für einen Wohnheimplatz bei uns beworben“, sagte Magull. „Rund 2 000 davon stehen noch auf der Warteliste“. Die Lage sei angespannt. Insgesamt verfügt das Göttinger Studentenwerk über rund 4 500 Wohnheimplätze. Dies seien in Relation zur Studentenzahl zwar doppelt so viele wie im Bundesdurchschnitt. Dennoch sollen bis 2016 mindestens 200 weitere Plätze hinzukommen.

Das Wissenschaftsministerium setzt sich dafür ein, dass Bund und Länder gemeinsam in einem Hochschulsozialpakt zusätzliche Mittel zur Verfügung stellen, mit denen der Bau weiterer Wohnheimplätze finanziert werden könne. Zudem werde die Landesregierung die Förderung der Studentenwerke ab 2014 von jährlich 14,5 Millionen auf 16,3 Millionen Euro aufstocken. Landesweit stehen für knapp 168 000 Studierende gut 18 500 Wohnheimplätze zur Verfügung. „Die Nachfrage an allen Standorten ist höher als das Angebot“, sagte die Sprecherin der Arbeitsgemeinschaft der Studentenwerke, Birgit Bornemann. Preiswerter Wohnraum sei nur mit Hilfe von Zuschüssen des Landes und des Bundes zu schaffen. „Die Kommunen können uns unterstützen, indem sie uns kostenlos hochschulnahe Grundstücke überlassen.“ · dpa

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