Tote Pottwale werden abgeschleppt und entsorgt

Wangerooge/Nordstrand (dpa) - Wangerooge ist um zwei „Gast-Insulaner“ ärmer: Die beiden toten Pottwale sind über die Nordsee in Richtung Festland geschleppt worden. Abhanden kam dagegen der Büsumer Wal - aber nur für kurze Zeit. Ein Abschleppseil war gerissen.

Abgeschleppt, zerschnitten oder präpariert: Experten entsorgen die zwölf toten Pottwale an den Küsten Deutschlands und der Niederlande allmählich. Eine Woche nach dem Fund der beiden verendeten Wale auf Wangerooge wurden die tonnenschweren Kadaver ins Meer gezogen. „Alles ist perfekt gelaufen“, sagte Wangerooges Bürgermeister Dirk Lindner am Freitag. Zwei Schlepper hätten die Wale ins Meer gebracht. Bei der richtigen Tide und Strömung sollen sie in der Nacht am JadeWeserPort in Wilhelmshaven angelandet und per Kran aufs Hafengelände gehievt werden.

In Schleswig-Holstein erschwerte eine Panne die Bergung eines vor Büsum gefundenen Pottwals. Der Kadaver des Tieres ging am Donnerstagabend in der Nordsee verloren, nachdem kurz vor dem Ziel Nordstrand, nahe Pellworm, die Leine zum Schlepper gerissen war. Erst nach rund zweistündiger Suche am Freitag habe die Schiffsbesatzung des Schleppers „Odin“ den Wal wiedergefunden, sagte ein Sprecher des Landesbetriebes für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN).

Die beiden Wangerooger Wale sollen von Samstag an in Wilhelmshaven zerlegt und für den Abtransport vorbereiten werden, wie das niedersächsische Umweltministerium mitteilte. Der niederländische Tierpräparator und Wal- und Dinosaurier-Knochenexperte Aart Walen hatte die beiden Pottwale auf Wangerooge für ihre letzte Meeresreise vorbereitet. Er hatte zum einen je Wal acht Löcher in die Kadaver geschnitten, damit die Verwesungsgase austreten konnten. Dann schnitt er noch die Seitenflossen ab, die beim Abtransport als Bremse hätten wirken können. Die beiden Tiere waren vor einer Woche am Ostzipfel der Insel angeschwemmt worden.

Die Wangerooger wollen einen „ihrer“ Wale wieder als Skelett und Touristenattraktion zurück auf die Insel bringen. Das wird nicht ganz billig. Lindner bemüht sich bereits um Sponsoren. 60 000 Euro wird die fachgerechte Präparierung kosten, schätzt er. „Ganz grob rechnen wir im Februar oder März 2017 mit der Rückkehr des Walskeletts.“ Präparator Walen hofft, dass die ersten Arbeiten in Wilhelmshaven in zwei, drei Tagen erledigt sind. Einer der Kadaver werde nicht mehr gebraucht und fachgerecht entsorgt. Der andere soll sorgfältig aufgearbeitet werden. „Allein das Präparieren der Knochen wird wohl zwei bis drei Monate dauern“, so Walen. Der dritte in Niedersachsen angeschwemmte Pottwal - in der Wesermündung bei Bremerhaven - soll dagegen seinem natürlichen Schicksal überlassen werden. Das tote Tier liege im Bereich des Nationalparks, der nicht betreten werden dürfe, teilte das Umweltministerium in Hannover mit.

In den vergangenen Tagen verendeten in Deutschland und in den Niederlanden je sechs Pottwale. Fünf der Wale an der niederländischen Küste sollen zerteilt und dann mit Lastwagen abtransportiert werden. Die Arbeiten sollten noch am Freitag beginnen, teilten die Behörden auf der Wattenmeer-Insel Texel mit. Wegen heftiger Sturmböen über derNordsee waren Versuche gescheitert, sie mit einem Schiff wegzubringen. Ein sechster Meeressäuger konnte dagegen übers Wasser abtransportiert worden. Alle Kadaver sollen verbrannt werden. Experten hatten zuvor Gewebeproben entnommen, um die mögliche Todesursache festzustellen.
dpa

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