39 Prozent Fahrradfahrer

Nordhorn: Zuerst die Radfahrer – die großen Pläne einer Fahrradstadt

39 Prozent aller Nordhorner nehmen bereits das Fahrrad. Doch für den Klimaschutz steckt sich Nordhorns Bürgermeister Thomas Berling noch höhere Ziele.

Nordhorn – Nordhorns Trophäensammlung ist gut bestückt: Die niedersächsische Stadt erhielt bereits Preise beim Fahrradklimatest, deutschen Fahrradpreis oder bei Wettbewerben wie „Klima kommunal“. Bürgermeister Thomas Berling blickt zufrieden auf seine Stadt, die mittlerweile rund 39 Prozent Fahrradfahrer aufweisen kann. Eine wahre Fahrradstadt, die jedoch noch größere Ziele vor Augen hat. Zum Erreichen der gesteckten Klimaziele sollen künftig mehr als 40 Prozent aller Wege mit dem Rad zurückgelegt werden.

Stadt:Nordhorn
Fläche:149,6 km²
Einwohner:53.839
Vorwahl:05921

Nordhorn: 40 Prozent aller Wege sollen den Fahrradfahrern gehören

Warum in die Ferne schweifen? Nur wenige Hundert Meter liegt Nachbarland Niederlande von Nordhorn entfernt. Dennoch können die Sehnsüchte aller Fahrradfahrer auch in der rund 50.000-Einwohner großen Kreisstadt des Landkreises Grafschaft Bentheim gestillt werden. Diese Meinung vertritt zumindest Nordhorns Bürgermeister Thomas Berling. In einem aktuellen „Zeit“-Beitrag spricht er über ein Thema, das kaum aktueller sein könnte: Klimaschutz. Ein Thema, für das sich auch Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock* starkmacht.

Um eine Wende im Stadtverkehr vorantreiben zu können, überlegten sich auch andere Orte geeignete Konzepte. In einer norddeutschen Großstadt können Menschen den Autoführerschein gegen eine Busfahrkarte eintauschen* und eine baden-württembergische Gemeinde wagt einen mutigen Test, um auf das Auto zu verzichten.

Doch trotz des bereits hohen Anteils derer, die ihre Nordhorns Wege vorrangig mit dem Fahrrad bestreiten, möchte der Bürgermeister der niedersächsischen Stadt ein weiteres Ausrufezeichen setzen. 40 Prozent aller Wege sollen vorrangig den Fahrradfahrern gehören. Damit strebt die Stadt einen Kurs an, der aktuelle Statistiken entgegenläuft: Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (StBA) setzt der Großteil aller Pendler weiterhin aufs Auto* – aller politischen Bemühungen zum Trotz, die den Klimaschutz zur „Überlebensfrage“* erklären.

„Radfahren muss einladend sein“: Durch ganz Nordhorn mit dem Fahrrad

Bereits zwei Radwegenetze entspringen der niedersächsischen Kleinstadt. Eines, 2019 ausgebaut, verläuft entlang der vielen Kanäle und dem Fluss Vechte und verbindet gleich mehrere Stadtteile sowie den Norden mit dem Süden der Stadt. Das andere erstreckt sich entlang der Hauptverkehrsstraßen. „Radfahren muss einladend sein, Zeit sparen, Spaß machen und gesund sein“, sagt Bürgermeister Berling, der stets die Verbesserung der Radinfrastruktur im Blick hat.

Fahrradstadt Nordhorn: 39 Prozent aller Einwohner fahren mit dem Rad.

Mit Unterstützung eines Kölner Planungsbüros konzipierte Nordhorn bereits 2017 ein modernes Radwegenetz. Im Fokus der Überlegungen standen unter anderem geeignete Kreuzungen und Kreisverkehre. Wenige Jahre später fahren in Nordhorn etwa 39 Prozent mit dem Fahrrad. Ein Erfolg, der Bände spricht. Nicht grundlos zeigt sich Burkhard Werner zufrieden. Auch dem Kreisvorsitzenden des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs in Nordhorn gefallen die getroffenen Maßnahmen.

Nordhorn: Vor wenigen Monaten wurde bereits die nächste Fahrrad-Brücke eingeweiht

Ausruhen auf den geernteten Lorbeeren möchte man sich aber nicht. Zu Beginn des Jahres wurde die nächste Brücke für Radfahrer eingeweiht. Ohne Umwege kommen sie nun von Stadtteil zu Stadtteil und auch der Bahnhof ist schnell erreichbar. Während in anderen Städten wie etwa in Weyhe ein Konflikt zwischen Auto und Fahrrad* herrscht, beschreiben die verantwortlichen Nordhorner Politiker den Straßenverkehr als rücksichtsvoll.

Schnell und sicher – zwei Attribute, mit denen die Einwohner zum Fahrradfahren weiterhin ermutigt werden sollen. Wie Anne Kampert vom Fachbereich Stadtentwicklung und Verkehr der „Zeit“ erklärt, werden Wohngebiete ausdrücklich so geplant, dass Radfahrer noch schneller ans Ziel kommen können. Sie sollen Vorrang haben in einer Stadt, die voll und ganz auf das Fahrrad setzt. *kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Friso Gentsch/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Dampftag im Kreismuseum

Dampftag im Kreismuseum

Sauberhafte Zeiten: Vorwerk-Aktionssets mit gratis Extra sichern

Sauberhafte Zeiten: Vorwerk-Aktionssets mit gratis Extra sichern

Was Hobbyköche über die Schwarzwurzel wissen sollten

Was Hobbyköche über die Schwarzwurzel wissen sollten

Bin ich gegen Corona immun? Jetzt mit dem Corona-Antikörper-Selbsttest herausfinden

Bin ich gegen Corona immun? Jetzt mit dem Corona-Antikörper-Selbsttest herausfinden

Meistgelesene Artikel

E-Auto brennt ab – Fahrer soll General Motors 12.000 Euro zahlen

E-Auto brennt ab – Fahrer soll General Motors 12.000 Euro zahlen

E-Auto brennt ab – Fahrer soll General Motors 12.000 Euro zahlen
Obszöne Rutsche auf Kinderspielplatz entsetzt: „Da fällt einem nix mehr ein“

Obszöne Rutsche auf Kinderspielplatz entsetzt: „Da fällt einem nix mehr ein“

Obszöne Rutsche auf Kinderspielplatz entsetzt: „Da fällt einem nix mehr ein“
A1-Anschlüsse gesperrt: Posthausen und Stuckenborstel betroffen

A1-Anschlüsse gesperrt: Posthausen und Stuckenborstel betroffen

A1-Anschlüsse gesperrt: Posthausen und Stuckenborstel betroffen
„Traumatisiert“: Veganerin klagt KFC an – weil sie Fleisch gegessen hat

„Traumatisiert“: Veganerin klagt KFC an – weil sie Fleisch gegessen hat

„Traumatisiert“: Veganerin klagt KFC an – weil sie Fleisch gegessen hat

Kommentare