Geraubte Grüngeckos fliegen heim nach Neuseeland

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Grüngecko (Symbolbild)

Norden - Grenzenlose Tierliebe bis zur Quälerei: Illegal eingeführte Tiere mit Exotenstatus landen trotz Verbots immer wieder in heimischen Wohnzimmern. Jetzt soll eine Rückführung um die halbe Welt das Happy End für zwei seltene Geckos bringen.

Sie haben eine Odyssee hinter sich. Zwei Grüngeckos aus Neuseeland wurden von Wilderern geraubt und nach Europa verschleppt. Nach Jahren des unfreiwilligen Exils steht das Paar vor einem Happy End. Die vor Jahren nach Europa verschleppten Tiere werden wieder in ihrer Heimat Neuseeland leben. Das Gecko-Pärchen flog am Donnerstag in einer Spezialkiste auf die andere Seite der Erde, wo Mitarbeiter des Zoos Wellington die streng geschützten Tiere in Empfang nehmen sollten. „Die Tiere sind auf dem Weg“, sagte Thomas Ziegler vom Kölner Zoo, der den Geckos in der Zwischenzeit ein Zuhause bot. Eigentlich ist das Pärchen nicht mehr allein, denn das Weibchen ist trächtig. Wann der Nachwuchs das Tageslicht erblickt, ist unklar. Grüngeckos (wissenschaftlicher Name: Naultinus gemmeus) bringen pro Jahr nur ein bis zwei Junge zur Welt. Sie kommen nur in Neuseeland vor und werden bis zu 30 Jahre alt.

Seit 2003 unterliegt die Art dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen, wie der Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz in Niedersachsen am Donnerstag mitteilte. „Der Bestand an Grüngeckos ist in den vergangenen Jahren um 95 Prozent eingebrochen“, betonte Wolfgang Borgmeyer vom Landesbetrieb. Wilddiebe und Schmuggler machten den seltenen Tieren das Leben in ihrer Heimat schwer. Skrupellose Fänger haben nach Schilderung der Behörde die streng geschützten Tiere in der Natur geraubt und außerhalb des Landes gebracht. Die Tiere landeten schließlich bei einem Privatmann in Stadthagen in Niedersachsen, bis Ende 2013 die Naturschutzbehörden auf ihn stießen. Dem Mann wurde seine Geldnot zum Verhängnis: Der 45-Jährige wollte das Pärchen via Internet verkaufen, dabei kamen ihm die Behörden auf die Spur. Die Schmuck-Grüngeckos wurden in Nordrhein-Westfalen beschlagnahmt und kamen damit in staatliche Obhut nach Köln. Der Kölner Zoo betreute die konfiszierten Geckos intensiv: Dafür wurden ein Überwinterungsterrarium, eine Aufwachanlage und eine speziell gesicherte Freilandanlage für die warmen Frühlings- und Sommertage gebaut. „Es wurde sogar ein spezielles Pflegerteam gebildet, das sich um die permanente Versorgung der wertvollen Pfleglinge gekümmert hat“, berichtet Ziegler.

Die seltenen Tiere, die sich von Insekten und reifen Früchten ernähren, wurden aber nicht den Besuchern zur Schau gestellt: „Wir haben sie streng gesichert in einem Bereich hinter den Kulissen für die Behörden verwahrt.“ Wegen der Trächtigkeit seien die Tiere länger in Köln geblieben, man wollte zunächst die Geburt abwarten. „...als dies aber im Sommer nicht geklappt hat, haben die neuseeländischen Behörden entschieden, dass Tier in der Winterruhe (jetzt) zurückzuüberführen damit es dann in Neuseeland die Jungen bekommen kann“, schildert Ziegler. Werden die Geckos eigentlich wieder ausgewildert? Zunächst müssten sie im Zoo akklimatisiert werden, dann entschieden die Behörden vor Ort, wie weiter vorgegangen werde. „Es müssen ja auch noch Quarantänezeiten und ein Gesundheitscheck in Neuseeland durchgeführt werden.“ Gereist sind die Tiere nicht wie jeder andere Passagier. Sie mussten aber auch nicht bei den Koffern den langen Flug verbringen. Vielmehr verfügt ihr Flugzeug über einen speziellen und beheizbaren Tierraum. dpa

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