Dong Energy baut Norddeich als Offshore-Stützpunkt aus

Norddeich - Genau fünf Jahre nach der Eröffnung des ersten deutschen Nordsee-Windparks „alpha ventus“ hat die Offshore-Industrie weitere Projekte an der Küste vorgestellt. Der Energiekonzern Dong will vom ostfriesischen Norddeich aus langfristig operieren.

Der dänische Energiekonzern Dong Energy hat 15 Millionen Euro in den Bau einer Offshore-Betriebszentrale im ostfriesischen Norddeich investiert. Von dort werde der Betrieb von drei Meereswindparks gesteuert, teilte das Unternehmen mit. Die Servicetechniker sollen die Projekte „Borkum Riffgrund 1“ und „Gode Wind 1 und 2“ mindestens für die nächsten 25 Jahre betreiben, sagte Dong-Geschäftsführerin Trine Borum Bojsen am Montag in Norddeich.

Bei der Eröffnung mit Staatssekretär Enak Ferlemann (CDU) stellte Dong auch ein neues Spezialschiff für den Transport von Service-Technikern zu Offshore-Windkraftanlagen vor. Das 26 Meter lange und 10 Meter breite Schiff soll durch eine besondere Katamaran-Konstruktion ruhiger im Wasser liegen. Nach Dong-Angaben werde damit auch bei stärkeren Windgeschwindigkeiten und höheren Wellen die Gefahr geringer, seekrank zu werden.

Im Sommer will Dong den Windpark Borkum Riffgrund 1 mit 78 Turbinen in Betrieb nehmen. Im Bau sind ferner Gode Wind 1 und 2 mit 584 Megawatt Kapazität. Dieses Projekt soll nach seiner Fertigstellung Deutschlands größter Meereswindpark sein - mit 97 Turbinen der 6 Megawatt-Klasse. Dong hatte erst im Oktober 2009 seine heftig kritisierten Pläne für ein Kohlekraftwerk im benachbarten Emden fallen gelassen und den Ausbau der erneuerbaren Energien angekündigt. Fünf Jahre nach der Eröffnung des ersten deutschen Meereswindparks „alpha ventus“ kommt die Offshore-Industrie auch mit weiteren Projekten in der Nordsee voran.

Vergangene Woche hatte der erste rein kommunale Offshore-Windpark Europas „Bergfest“: 20 der 40 Anlagen des „Trianel“-Windparks bei Borkum sind am Netz. Bis zum Sommer sollen alle Anlagen zugeschaltet werden. Am Donnerstag geht „DanTysk“ mit 80 Anlagen an der deutsch-dänischen Grenze offiziell in Betrieb. Ende des vergangenen Jahres lieferten knapp 260 Windkraftanlagen mit einer Leistung von 1050 Megawatt Strom ins deutsche Netz. Bis Ende 2015 soll sich die Leistung auf ungefähr 3000 Megawatt verdreifachen, rechnet die Stiftung Offshore-Windenergie. Das entspricht ungefähr der Leistung von zwei großen Atomkraftwerken wie zum Beispiel Brokdorf. Jeder Windpark kostet ungefähr eine Milliarde Euro. Die Branche beschäftigt inzwischen rund 19 000 Mitarbeiter.
dpa

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