Verwaister Seehund

Hochsaison für Heuler beginnt mit Seehund „Lea"

Norddeich- „Lea“ heißt der erste verwaiste Seehund, der 2017 offiziell in die Seehundstation im ostfriesischen Norddeich eingezogen ist. Das Jungtier war mit 7,6 Kilogramm Gewicht und 70 Zentimetern Länge bei seiner Ankunft vermutlich erst zwei bis fünf Tage alt. Es sei wahrscheinlich eine Frühgeburt, sagte Stationsleiter Peter Lienau am Mittwoch.

Alle Jungtiere, die vermeintlich verwaist am Badestrand oder Festlandsdeich gefunden werden, müssten zunächst von speziell geschulten Wattenjagdaufsehern aus der Distanz beobachtet werden, sagte Lienau weiter. „Ein Jungtier darf erst geborgen werden, nachdem eine Rückkehr des Muttertieres ausgeschlossen wurde." Die speziell geschulten Helfer sind unter der Telefonnummer 04931/973330 erreichbar.

Aus falsch verstandener Tierliebe wurde nach weiteren Angaben in diesem Jahr ein Tier von Touristen aus dem Wattbereich „gerettet". Das Muttertier hatte in diesem Fall keine Chance mehr, den Kontakt zum Jungtier herzustellen.

„Ob es sich um einen „Heuler" handelte ist nachträglich nicht nachvollziehbar", sagte Lienau. Rechtlich sei dies Jagdwilderei, viel schlimmer noch sei der ethische Ansatz: Das Jungtier habe nicht bei seiner Mutter aufwachsen können, und der Mutter sei das Jungtier genommen worden. Das Tier habe wegen seines geringen Gewichtes und schlechten Zustands eingeschläfert werden müssen.

Seehunde gebären in den Monaten Juni und Juli. Nach fünf bis sechs Wochen, also etwa ab August, sind sie selbstständig und können alleine überleben.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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