Quote von sechs Prozent prognostiziert

Niedrigste Arbeitslosigkeit seit Wiedervereinigung erwartet

Hannover - Die Lage am niedersächsischen Arbeitsmarkt wird immer besser. Das dürfte 2018 so bleiben. Immer weniger Menschen sind auf Jobsuche, Firmen suchen nach Fachkräften. Aber die Qualifikation muss stimmen.

Die Menschen in Niedersachsen müssen auch 2018 aller Voraussicht nach keine Angst vor Arbeitslosigkeit haben. Sie dürfte einen historischen Tiefstwert - seit der Wiedervereinigung - erreichen. „Wir gehen davon aus, dass die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung weiter wächst, während die Arbeitslosigkeit noch weiter zurückgeht", sagte Bärbel Höltzen-Schoh, niedersächsische Landeschefin der Bundesagentur für Arbeit, unter Berufung auf Prognosen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). 

Demnach dürften im neuen Jahr im Durchschnitt 234.300 Menschen arbeitslos sein - 3,9 Prozent weniger als 2017. Die Arbeitslosenquote läge dann in Niedersachsen bei 6,0 Prozent. Beides wären nach Angaben der Regionaldirektion des Agentur für Arbeit Werte, die seit der Wiedervereinigung, also seit mehr als 25 Jahren, nicht mehr erreicht wurden. 

Robuste Konjunktur sorgt für Nachfrage an Fachkräften

Nach den bisher letzten Zahlen waren im November 229.430 Menschen arbeitslos, die Quote lag bei 5,4 Prozent und damit um 0,1 Prozentpunkte unter dem Wert des Vormonats. Auch dies war bereits der tiefste Stand der Arbeitslosenzahlen seit über 25 Jahren. 

Arbeitsmarktexperten urteilten, die Bereitschaft der Unternehmen, Fachkräfte einzustellen, dürfte angesichts der robusten Konjunktur groß sein. Allerdings dürfte die Dynamik des Arbeitsmarktes im neuen Jahr etwas nachlassen, erklärte Höltzen-Schoh. Der Grund: Viele Arbeitslose verfügten nicht über die von Unternehmen gesuchten Qualifikationen, dies erweise sich als Beschäftigungsbremse: „Wer keine oder nur veraltete berufliche Qualifikationen mitbringt, hat deutlich schlechtere Chancen." Dies gelte umso mehr, da die Anforderungen in den Betrieben angesichts des Trends zur Digitalisierung noch wüchsen. 

Zahl der armutsgefährdeten Menschen steigt

Allerdings könnten die Betroffenen ihre Chancen verbessern, indem sie dazulernten und ihre Qualifikation so aufpolierten. Trotz des starken Arbeitsmarktes steigt allerdings die Zahl der armutsgefährdeten Menschen im Land, wie das Landesamt für Statistik erst kürzlich mitgeteilt hatte. 

Die Quote lag demnach 2016 bei 16 Prozent und damit um einen Prozentpunkt höher als 2011. Als armutsgefährdet gelten Menschen, die mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens auskommen müssen. Insgesamt rechnen die IAB-Forscher nach Angaben der Arbeitsagentur für 2018 mit durchschnittlich 2,96 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten. Das wären rund 54.000 Menschen mehr als für 2017 erwartet werden.

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa/dpaweb

Das könnte Sie auch interessieren

Schlussspurt beim Weltklimagipfel in Polen

Schlussspurt beim Weltklimagipfel in Polen

Kreis-Melkwettbewerb auf dem Hof Wichern

Kreis-Melkwettbewerb auf dem Hof Wichern

Auf diese Autos können Sie sich 2019 freuen

Auf diese Autos können Sie sich 2019 freuen

Drei Frauen in Nürnberg niedergestochen

Drei Frauen in Nürnberg niedergestochen

Meistgelesene Artikel

„Krankes System“: Schlachthof-Arbeiter an Tuberkulose gestorben

„Krankes System“: Schlachthof-Arbeiter an Tuberkulose gestorben

Ex-Lehrerin muss wegen Rezept-Fälschung im großen Stil in Haft

Ex-Lehrerin muss wegen Rezept-Fälschung im großen Stil in Haft

Aufgebrachte Wildschweine machen Kleinstadt unsicher

Aufgebrachte Wildschweine machen Kleinstadt unsicher

Brand in Brennelementefabrik in Lingen - Ursachen-Suche beginnt

Brand in Brennelementefabrik in Lingen - Ursachen-Suche beginnt

Kommentare