Städtebund meint:

Schmerzgrenze bei Erziehergehältern erreicht

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Der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund (NSGB) hat die Ablehnung des Schlichterspruchs im Kita-Tarifstreit durch die Gewerkschaften kritisiert.

Hannover - In den niedersächsischen Kitas könnte bald wieder gestreikt werden. Die Gewerkschaften reagieren auf die Absage des Schlichterspruchs durch ihre Mitglieder. Der Städte- und Gemeindebund schlägt Alarm: Mehrkosten müssten dann an die Eltern weitergegeben werden.

Eine neue Tarifeinigung für das Kita-Personal oberhalb des Schlichterspruches ist nach Angaben des Städte- und Gemeindebundes (NSGB)für die niedersächsischen Kommunen nicht zu verkraften. „Bis zu einem gewissen Punkt sind Kommunen strapazierbar, aber irgendwo ist Ende. Wir sind nicht weiter belastbar“, sagte NSGB-Geschäftsführer Berthold Ernst am Montag in Hannover.

Bereits die im Schlichterspruch verankerten Lohnerhöhungen von bis zu 4,5 Prozent hätten für die Kommunen die Schmerzgrenze bedeutet, betonte Ernst. Rund 50 Millionen Euro Mehrkosten wären demnach fällig geworden, für Ernst das „Ende der Fahnenstange“. Jeder Euro mehr berge zudem die Gefahr, dass das Gehaltsgefüge im Öffentlichen Dienst eine irreparable Unwucht erhalte, welche für die kommunalen Kassen ein Kollaps bedeute.

Am Samstag hatten sich die Mitglieder der Gewerkschaften aus dem Bereich des Sozial- und Erziehungsdienstes mit deutlicher Mehrheit gegen den Schlichterspruch von Ende Juni ausgesprochen. Dieser sieht Gehaltserhöhungen zwischen 2 und 4,5 Prozent vor. Daraufhin hatte Verdi-Chef Frank Bsirske neue Streiks angekündigt, falls die Arbeitgeber nicht kräftig nachlegen.

„Bei allem Verständnis für die wichtigen Aufgaben, die in den Kitas geleistet werden, das Gehalt der Erzieherinnen und Erzieher ist, auch im Vergleich zu anderen Berufsgruppen des öffentlichen Bereichs, sehr ordentlich und muss über die Gebühren von den Eltern mitbezahlt werden“, sagte Ernst.

Im Sinne der Eltern und Kommunen forderte er „weitere Verhandlungen mit Augenmaß“. „Streiks, die zulasten der Eltern und Kinder gehen, brauchen wir auf keinen Fall. Hiermit schaden sich auch die Erzieherinnen und Erzieher“, sagte Ernst. Sollten die Erziehergehälter doch noch weiter ansteigen, müsse die Mehrausgabe anteilig an die Eltern weitergegeben werden. Dies hätte höhere Kita-Beiträge zur Folge.

dpa

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