Petition veröffentlicht

Stiftung Gedenkstätten fordert: AfD-Stiftung soll von Unabhängigen geprüft werden

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Erika Steinbach (Mitte) ist die Vorsitzende der AfD-nahen Stiftung.

Celle - Die AfD-nahe Desiderius-Erasmus-Stiftung soll nach Ansicht der Stiftung niedersächsischer Gedenkstätten einer Überprüfung durch unabhängige Experten unterzogen werden.

Das verlangen der Geschäftsführer der Stiftung niedersächsischer Gedenkstätten, Jens-Christian Wagner, sowie zahlreiche weitere Vertreter von Gedenkstätten, Hochschulen und Überlebenden-Organisationen in einer am Dienstag in Celle bekanntgemachten Petition an Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU). 

Die Unterzeichner der von der Frankfurter Bildungsstätte Anne Frank initiierten Petition begründen ihre Forderung unter anderem mit Äußerungen des Kuratoriumsvorsitzenden der Desiderius-Erasmus-Stiftung, Max Otte, zu den jüngsten Vorfällen in Chemnitz. Otte habe die Ereignisse in einer Twitter-Botschaft mit dem Reichstagsbrand von 1933 verglichen und damit Rechtsradikale mit den Verfolgten des Naziregimes gleichgesetzt. 

„Dabei handelt es sich um einen doppelten Fall von Täter-Opfer-Umkehr und um eine Relativierung der Verbrechen der Nationalsozialisten“, heißt es in der Petition. „Mindestens ebenso problematisch wie Max Otte ist zudem sein Stellvertreter in der Desiderius-Erasmus-Stiftung, Karlheinz Weißmann“, sagte Wagner. „Der ideologische Vorkämpfer der Neuen Rechten mit deutlichen Verbindungen in den Rechtsextremismus gilt schon seit den 1990ern als einer der bekanntesten Geschichtsrevisionisten in Deutschland.“ Weißmann ist Geschichtslehrer im südniedersächsischen Northeim.

Die Kritik: Die AfD bekommt über die Stiftung zusätzliche Steuergelder

Die Desiderius-Erasmus-Stiftung soll unter anderem Stipendien an Studierende vergeben, wissenschaftliche Forschungsaufträge erteilen und AfD-Mitglieder weiterbilden. Mit Steuergeldern werde die AfD damit in die Schulen, Universitäten und Kulturinstitutionen hineinwirken, befürchten die Unterzeichner der Petition. Im Mai hatten bereits die Verbände der evangelischen Friedensarbeit die Desiderius-Erasmus-Stiftung kritisiert. 

Die 2015 gegründete Stiftung mit Sitz in Berlin ist nach Erasmus von Rotterdam benannt, einem Gelehrten des Renaissance-Humanismus.In diesem Sommer wurde sie von der AfD als parteinahe Stiftung anerkannt.

epd

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