Studienplätze erhöhen

Niedersachsens Wissenschaftsminister hält nichts von Landarztquote

Hannover - Wissenschaftsminister Björn Thümler hält nichts von einer Quote für Landärzte. Eine solche Quote hatte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) im Wahlkampf gefordert.

„Zu erwarten, dass sich junge Menschen gleich zu Beginn ihres Medizinstudiums - in der Regel ohne Praxiserfahrung - für zehn Jahre auf eine Fachrichtung und damit letztlich auch auf ein bestimmtes persönliches Umfeld festlegen, halte ich für fernab jeder Lebensrealität“, sagte der CDU-Politiker am Dienstag. 

Am Montag hatte er sich zu einem Gespräch mit Vertretern der niedersächsischen Ärztekammer getroffen. Weil hatte im vergangenen Jahr betont, es gehe bei der Quote darum, dass ein Teil der Studienplätze an Studierende vergeben werde, die sich verpflichten, nach dem Examen Landarzt zu werden. Die Quote ist Teil des „Masterplans Medizinstudium 2020“, auf den sich Bund und Länder schon im Frühjahr vergangenen Jahres geeinigt hatten.

Neue Studienplätze werden geschaffen

Aus Sicht von Thümler ist es zielführender, Anreize zu schaffen, damit sich die Studenten freiwillig für eine Tätigkeit als Hausarzt auf dem Land entscheiden. Um dem Ärztemangel auf dem Land entgegenzuwirken hatte die rot-schwarze Landesregierung im Koalitionsvertrag zudem vereinbart, die Anzahl der Medizinstudienplätze in Niedersachsen deutlich zu erhöhen. 

Geplant ist nach Angaben von Thümler bereits, die derzeitigen Teilzeitstudienplätze an der Universitätsmedizin Göttingen zur Vollzeitplätzen aufzustocken. Zudem wird die European Medical School in Oldenburg ausgebaut. Damit würden in den kommenden Jahren rund 200 neue Plätze geschaffen.

dpa

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