„Nicht von oben herab beschließen“

Niedersachsens Wirtschaft sieht zusätzlichen Feiertag als Rückschritt

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Hannovers IHK-Präsident Christian Hinsch.

Hannover - Niedersachsens Industrie steht der geplanten Einführung eines zusätzlichen Feiertags ablehnend gegenüber. „Ein zusätzlicher Feiertag entspricht bei rund 200 Arbeitstagen pro Jahr einer Reduzierung der Arbeit um 0,5 Prozent bei unverändertem Lohn - also einer indirekten Lohnerhöhung von 0,5 Prozent", sagte Hannovers IHK-Präsident Christian Hinsch vor 1.200 Wirtschaftsvertretern.

Beim Jahresempfang der Industrie- und Handelskammer in Hannover sagte er: „Letztlich ist es eine Sache, die man lieber den Sozialpartnern überlassen und nicht von oben herab beschließen sollte." Die schwarz-rote Landesregierung müsse vielmehr Genehmigungsverfahren beschleunigen, für den Breitbandausbau einen abgestimmten Gesamtplan vorlegen und die Qualität der Berufsausbildung verbessern. 

So forderte Hinsch am Montag an allen allgemeinbildenden Schulen die Einführung des Fachs Berufsorientierung sowie analog zur Förderung der akademischen Ausbildung eine Förderung für die Meisterausbildung. Zudem sei ein Zuwanderungsgesetz für die Fachkräfte-Anwerbung nötig. Niedersachsens Wirtschaft geht aber insgesamt zuversichtlich ins neue Jahr. 

Seit 2010, so Hinsch, sei die Wirtschaft um fast 15 Prozent gewachsen, die Zahl der Beschäftigten sei auf dem höchsten Stand seit Jahrzehnten und die Löhne seien um fast 20 Prozent gestiegen. Das habe sich auch in gestiegenen Steueraufkommen niedergeschlagen. Hinsch warnte aber davor, Reformerfolge der Agenda 2010 aufs Spiel zu setzen durch Änderungen im Arbeitsrecht oder der Sozialversicherung. - dpa

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