Ende des Lockdowns

Neuer Corona-Stufenplan: Diese Lockerungen stellt Niedersachsen in Aussicht

In Niedersachsen gibt es immer mehr Corona-Lockerungen. Das Land plant bereits die nächsten Schritte aus dem Lockdown.

Hannover – Niedersachsen hat einen Stufenplan für den weiteren Ausstieg aus dem Corona-Lockdown beschlossen. Demnach sollen die Beschränkungen für Handel, Gastronomie, Tourismus und andere Bereiche des öffentlichen Lebens stufenweise gelockert werden.

Wie Gesundheitsministerin Daniela Behrens (SPD) am Montag in Hannover mitteilte, orientiere sich der Plan nicht an Zeiten, sondern am aktuellen Infektionsgeschehen. Wann die nächste Stufe eintritt sei abhängig vom aktuellen Inzidenzwert.

Der sogenannte Stufenplan 2.0 sieht drei Stufen vor: ein erhöhtes Infektionsgeschehen zwischen 10 und 35 (Stufe 1), ein hohes Infektionsgeschehen mit einer Inzidenz zwischen 35 und 50 (Stufe 2) sowie ein starkes Infektionsgeschehen mit einer Sieben-Tage-Inzidenz zwischen 50 und 100 (Stufe 3). Bei Inzidenzwerten über 100 greift die Bundes-Notbremse.

StufeSieben-Tage-Inzidenz
1, erhöhtes InfektionsgeschehenZwischen 10 und 35
2, hohes InfektionsgeschehenZwischen 35 und 50
3, starkes InfektionsgeschehenZwischen 50 und 100

Am Montag, 10. Mai sind in Niedersachsen bereits einige Lockerungen in Kraft getreten. Die Lockerungsschritte aus dem Stufenplan 2.0 werden spätestens Ende Mai mit der nächsten Corona-Verordnung des Landes eingeführt. Diese wird dann auch Regelungen für Inzidenzwerte unter 50 beinhalten.

Handel, Gastronomie, Tourismus, Schule: So will Niedersachsen lockern

So sehen die nächsten Öffnungsschritte aus dem Stufenplan 2.0 aus:

  • KONTAKTBESCHRÄNKUNGEN: In Stufe 3 können sich ein Haushalt und zwei Personen eines anderen Haushalts treffen, in Stufe 2 ein Haushalt und zwei Personen eines anderen Haushalts oder insgesamt bis zu zehn Personen aus maximal drei Haushalten. Kinder bis 14 Jahre zählen jeweils nicht mit.
  • EINZELHANDEL: In Stufe 3 und 2 gibt es eine Zugangsbeschränkung, in Stufe 3 wie derzeit eine Testpflicht, ausgenommen sind kleine Läden und Geschäfte der Grundversorgung. In Stufe 1 genügt ein Hygienekonzept.
  • GASTRONOMIE: Die Stufe 3 soll neben der Außengastronomie ab Ende Mai auch die Gastronomie drinnen öffnen dürften, jeweils mit Testpflicht und Einschränkungen. In Stufe 2 entfällt die Testpflicht für die Außengastronomie, in Stufe 1 genügt drinnen und draußen ein Hygienekonzept.
  • TOURISMUS: In Stufe 3 ist können Hotels und andere Quartiere bis zu 60 Prozent belegt werden, es gibt Testpflichten, die Einschränkung auf Gäste nur aus Niedersachsen soll Ende Mai entfallen. Weitere Erleichterungen sind dann erst in Stufe 1 geplant, dann entfallen alle Auflagen bis auf die Notwendigkeit eines Hygienekonzepts.
  • SCHULUNTERRICHT: In Stufe 3 gibt es wie aktuell Wechselunterricht mit geteilten Klassen, in den Stufen 2 und 1 dann Präsenzunterricht nach dem Szenario A.
  • THEATER, KONZERTHÄUSER, KINOS: In Stufe 3 sind nur Veranstaltungen im Freien möglich mit bis zu 250 Teilnehmern und Testpflicht. In Stufe 2 sind wieder Veranstaltungen drinnen erlaubt mit Testpflicht und einer Sitzordnung im Schachbrettmuster, in Stufe 1 entfällt die Testpflicht.
  • OUTDOORVERANSTALTUNGEN EINSCHLIEßLICH SPORT: In Stufe 3 sollen ab Ende Mai maximal 50 Zuschauer mit Testpflicht zugelassen werden, in Stufe 2 dann maximal 250 Personen mit Testpflicht. In Stufe 1 sollen bis zu 500 Zuschauer erlaubt werden.
  • MUSEEN, GALERIEN, AUSSTELLUNGEN, GEDENKSTÄTTEN: In Stufe 3 ist der Zugang mit Test und einer 50-prozentigen Kapazitätsbegrenzung möglich, in Stufe 2 mit Test und einer 75-prozentigen Begrenzung. In Stufe 1 gibt es außer einem Hygienekonzept keine Vorschriften.
  • BREITENSPORT DRINNEN, FITNESSSTUDIOS: In den Stufen 3 und 2 sind die Sportanlagen zwar geöffnet (außer Duschen/Umkleiden), die Kontaktbeschränkungen begrenzen die Teilnehmerzahl aber stark, Erwachsene benötigen einen Test. In Stufe 1 bleibt als Auflage ein Hygienekonzept.
  • BARS, DISKOTHEKEN, CLUBS: Diese dürfen erst in der Stufe 1 wieder öffnen, pro Gast müssen zehn Quadratmeter Fläche zur Verfügung stehen.

Corona-Lockerungen: „Testkapazitäten reichen aus“

Am Montag lag die Sieben-Tage-Inzidenz im Landesschnitt bei 84,6. In 13 der 45 Kreise und Großstädte lag sie bei über 100. Laut Behrens gibt es drei Gründe, warum die Infektionszahlen aktuell in Niedersachsen auf einem niedrigen Niveau sind. Ein Grund sei die Disziplin der Bürgerinnen und Bürger, die sich an die Beschränkungen halten. Ein weiterer sei die sehr gute Impfquote und der dritte Punkt sei, dass Niedersachsen sehr viel geschlossen hatte.

Gesundheitsministerin Daniela Behrens informiert über die stufenweise Lockerung der aktuellen Corona-Beschränkungen.

Niedersachsen zähle sich zum „Team Vorsicht“, erklärte die Gesundheitsministerin. Sehr wichtig sei es, dass man Öffnungen mit einer sehr konsequenten Teststrategie verbindet und das ziehe sich wie ein roter Faden bereits durch die aktuelle Verordnung. Außerdem habe man den Fokus auf „draußen“ gelegt. Erst im nächsten Schritt wolle man weitergehen.

Die Test-Infrastruktur in Niedersachsen reiche bereits aus, werde sich aber dennoch weiter nach oben entwickeln. Ziel sei, dass das Infektionsgeschehen unter Kontrolle bleibt, während alles geöffnet ist. Der Knackpunkt sei der Herbst, erklärte Behrens. Mittlerweile hat auch Hamburg einige Corona-Regeln gelockert*.

Die Corona-Lockerungen am Beispiel der Schwimmbäder

Veronika Dicke aus der Staatskanzlei erklärt am Beispiel der Schwimmbäder, wie der Stufenplan funktionieren sollte. Aktuell sei es so, dass die Schwimmbäder für die private Nutzung geschlossen, für den Schwimmunterricht oder Reha-Zwecke allerdings geöffnet sind. Mit der nächsten Stufe, einem Inzidenzwert zwischen 50 und 100 könnten dann die Freibäder öffnen. Hallenbäder blieben jedoch auch bei einem Wert zwischen 35 und 50 weiterhin geschlossen. Erst wenn der Wert unter 35 sinke, könnten sowohl Freibäder als auch Hallenbäder wieder besucht werden.

Am Beispiel der Schwimmbäder erklärt Veronika Dicke das Vorgehen nach Inzidenzwert.

Relativ spät werde es Erleichterungen für Veranstaltungen wie Festivals geben, fügte sie hinzu. Grund dafür sei, dass ohne feste Sitzplätze sichere Abstände nicht immer eingehalten werden können. Daher sei man in diesem Bereich etwas zurückhaltender. Das sei auch der Grund, warum Bars und Diskotheken erst sehr spät öffnen werden. Abstand könne dort nicht durchgängig eingehalten werden und auch das Tragen einer Maske sei nicht für die gesamte Zeit des Besuchs möglich. Daher blieben diese Einrichtungen relativ lange zu. * Kreiszeitung.de und 24hamburg.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Mit Material der dpa

Rubriklistenbild: © Julian Stratenschulte

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