Präsenzunterricht und Corona-Regeln

Niedersachsens Rückkehr in die Schule: Diese Termine sind beschlossen

Die Schüler kehren von heute an schrittweise über mehrere Wochen zurück in die Schulen. Die Rückkehr erfolgt nach Jahrgängen und ist aber fest an bestimmte Bedingungen gekoppelt.

Hannover - Seit dem heutigen Montag gilt in Niedersachsen für Grundschüler und die Abschlussklassen wieder die Präsenzpflicht. Nachdem bereits im Februar schrittweise mit dem Präsenzunterricht begonnen wurde, steht nun auch ein Plan bereit, wann die anderen Jahrgänge den Weg zurück in die Klassenräume gehen. Nach der Bund-Länder-Verständigung auf eine stufenweise Lockerung der Corona-Beschränkungen setzt Niedersachsen die Schritte mit der Möglichkeit regionaler Abweichungen um. Von Mitte März an kehren alle Schüler schrittweise zurück.

Bundesland:Niedersachsen
Landeshauptstadt:Hannover
Einwohnerzahl:7.993.608 (31. Dezember 2019)
Regierungschef:Ministerpräsident Stephan Weil (SPD)

Bislang konnten die Eltern der Grundschüler und Abschlussklassen entscheiden, ob sie ihre Kinder in die Schule schicken oder sie von zuhause lernen lassen. Ab heute sind sie nun wieder im Schulgebäude. Ab dem kommenden Montag, 15. März, wird es weitere Schritte geben. Dann soll das Homeschooling, also der Unterricht zuhause am Küchentisch oder im Kinderzimmer beendet werden.

Nach mehreren Wochen im Distanzlernen geht es für die Schülerinnen und Schüler in Niedersachsen bald zurück in die Klassenräume. Ab dem 15.03. kehren die niedersächsischen Schulen im Wechselmodell in den Präsenzunterricht zurück.

Die Klassen 5 bis 7 sowie der 12. Jahrgang kehren wie zuletzt die jüngeren Schüler im Wechselmodell zurück in den Präsenzunterricht. Das teilte das Kultusministerium in der vergangenen Woche nach den Bund-Länder-Beratungen mit. Für die anderen Jahrgänge soll dieser Schritte eine weitere Woche später erfolgen. Am 22. März gilt dann auch für sie der Wechselunterricht.

Der eingeschränkte Betrieb sieht ein Betreuungsangebot für alle Kinder vor, die in der jeweiligen Kindertageseinrichtung einen Betreuungsplatz haben“

Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD)

Die Kindertagesstätten sind ebenfalls ab dem 8. März zurück im eingeschränkten Regelbetrieb. Grundsätzlich Sind sie damit geöffnet. Die Betreuung findet in festen Gruppen statt, die nicht gemischt werden dürfen. „Der eingeschränkte Betrieb sieht ein Betreuungsangebot für alle Kinder vor, die in der jeweiligen Kindertageseinrichtung einen Betreuungsplatz haben“, sagte Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD), der zugleich anerkannte, dass die vergangenen Monate für viele Eltern und Kinder eine große Belastung gewesen seien.

Nach und nach sollen auch die anderen Jahrgänge - neben Abschlussklassen und Grundschülern - in die Klassenräume zurückkehren.

Die schrittweise Rückkehr an die Schulen ist jedoch an bestimmte Bedingungen gebunden. Dazu gehört die Hotspot-Regelung. In Kriesen sowie Städten, deren Inzidenzwert über 100 liegt, werden die Lockerungen so lange gestoppt, bis der Wert mindestens drei Tage in Folge wieder unterschritten wird. Das Kultusministerium in Hannover hatte bereits für Anfang März die Ausweitung des Schulbetriebs geplant. Weil die Corona-Infektionszahlen Ende Februar aber nicht nennenswert zurückgingen, legte die Regierung diese Pläne zu den Akten.

Kostenlose Schnelltests für Beschäftigte an niedersächsischen Schulen

Neben der Bedingung eines Inzidenzwerts unter 100 gibt es zur Sicherheit auch die Möglichkeit auf kostenlose Schnelltests an den Schulen. Bislang scheint es jedoch so zu sein, dass sich nur eine Minderheit der etwa 100.000 Beschäftigten an niedersächsischen Schulen kostenlos auf das Coronavirus testen lässt. Zahlen des Kultusministeriums zufolge liege der Anteil bei rund zwölf Prozent, berichtete die Oldenburger „Nordwest-Zeitung“ am Freitag. Demnach können sich Lehrer, aber auch Beschäftigte wie Sozialassistenten oder Schulhausmeister bis zu den Osterferien einmal pro Woche kostenfrei testen lassen.

Nach dem Beschluss von Bund und Ländern sollen bis Anfang April Corona-Testmöglichkeiten deutlich ausgeweitet werden. An den Schulen gibt es die Möglichkeit auf kostenlose Schnelltests für Berschäftigte.

In der Woche vom 15. bis zum 19. Februar gab es etwa 12.300 Tests, wie ein Sprecher des Kultusministeriums der Zeitung sagte. Davon seien 0,08 Prozent positiv ausgefallen. Die Betroffenen mussten im Anschluss noch einen sogenannten PCR-Test machen. Für die Schnelltests für Lehrkräfte und Kita-Beschäftigte hatte das Land bis zu 40 Millionen Euro reserviert. Die Tests werden in Arztpraxen vorgenommen. Ein ähnliches Testangebot war auch im vergangenen Jahr von den Lehrkräften nur schwach genutzt werden. Als „viel zu kompliziert“ kritisiertet die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) das Verfahren. Es sei sinnvoller, dort zu testen, wo die Menschen arbeiten, also in der Schule, sagte GEW-Sprecher Christian Hoffmann. Die Gewerkschaft fordert vom Land eine verlässliche Impf- und Teststrategie.

Impfung für Kita-Personal und Beschäftigte an Grund- sowie Förderschule in Niedersachsen

Kita-Personal und Beschäftigte an Grund- und Förderschulen in Niedersachsen können ab sofort mit hoher Priorität der Kategorie zwei gegen das Coronavirus geimpft werden. Der entsprechende Erlass sei an die Impfzentren gegangen, diese sollten „zeitnah“ Kontakt mit Schulen und Trägern der Kinder- und Jugendhilfe aufnehmen und Termine mit dem „impfwilligen Personal“ ausmachen, teilten das niedersächsische Gesundheits- und das Kultusministerium am Sonntag mit. Alle Personen, die in der Kindertagesbetreuung sowie an Grund- und Förderschulen tätig seien, sollten ein Impfangebot erhalten. Mobile Impfteams könnten die Impfungen übernehmen.

Angesichts des Wiederbeginns des Schulunterrichts hatte der Schulleitungsverband Niedersachsen ein Impfangebot für alle Schulbeschäftigten gefordert.

Angesichts des Wiederbeginns des Schulunterrichts hatte der Schulleitungsverband Niedersachsen ein Impfangebot für alle Schulbeschäftigten gefordert. „Das Impfangebot für die Lehrkräfte an Grund- und Förderschulen von Beginn der kommenden Woche an ist ein erster Schritt“, teilte der Verband in Hannover mit. Nun müsse es auch Beschäftigten der weiterführenden und berufsbildenden Schulen ermöglicht werden, vorzeitig und umgehend geimpft zu werden, wenn in Landkreisen und Städten Impfdosen übrig seien. Spätestens bis zum Ende der Osterferien müssten die Lehrer und Lehrerinnen aller Schulformen, die sich impfen lassen wollten, auch geimpft sein, forderte der Schulleiterverband.

Landesschülerrat und Landeselternrat fordern Ausbau des Infektionsschutzes

Der Landesschülerrat und der Landeselternrat forderten einen weiteren Ausbau des Infektionsschutzes an Schulen. Dazu gehörten Maskenpflicht, Impf- und Testangebote sowie die Möglichkeit, Luftfilteranlagen zu kaufen. Die Schülervertretung forderte außerdem, dass bei Klausuren, die ein besonderes Maß an Konzentration erfordern, keine Masken vorgeschrieben werden.

Der Landesschülerrat und der Landeselternrat forderten einen weiteren Ausbau des Infektionsschutzes an Schulen. Dazu gehörten Maskenpflicht, Impf- und Testangebote sowie die Möglichkeit, Luftfilteranlagen zu kaufen.

In den Kitas und Grundschulen sei Abstand halten oftmals nicht möglich – und auch nicht sinnvoll, sagte Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne. Der SPD-Politiker betonte, dass aber alle „Lehrkräfte und Schulbeschäftigten aller Schulformen schnellstmöglich ein Impfangebot erhalten“ müssten. Er fordere Bundesgesundheitsminister Spahn daher auf, die Impfverordnung entsprechend anzupassen.

Auch Niedersachsens neue Gesundheitsministerin Daniela Behrens erklärte: „Wir alle wollen, dass insbesondere die Kinder ein Stück Normalität zurückerhalten und dazu gehört das gemeinsame Spielen und Lernen in Schule und Kita.“ Daher sei es folgerichtig, den Beschäftigten ein Impfangebot mit dem Impfstoff von Astra-Zeneca zu machen, so schnell es die Impfreihenfolge zulasse.

Präsenzunterricht setzt den Schutz durch eine Impfung voraus.“

Torsten Neumann, Vorsitzender des Verbandes Niedersächsischer Lehrkräfte

Torsten Neumann, Vorsitzender des Verbandes Niedersächsischer Lehrkräfte, forderte die Impfung aller Lehrkräfte als auch des weiteren Schulpersonals aller Schulen, „damit am 15. März 2021 die weiterführenden Schulen weiter geöffnet werden können“. Weil dies noch nicht möglich sei, halte er ein „Zurück zu einem halbwegs normalen Schulbetrieb“ für mehr als riskant: „Präsenzunterricht setzt den Schutz durch eine Impfung voraus.“ Andere Bundesländer wie Bremen und Baden-Württemberg seien bereits weiter. Mit Material der dpa.

Rubriklistenbild: © Hauke-Christian Dittrich / picture alliance / dpa

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