Weil genießt Handelstreiben im Basar

Sightseeing in Teheran

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Stephan Weil (SPD) macht einen Rundgang über den Großen Basar in Teheran.

Teheran/Hannover - Als einer der wenigen Programmpunkte ohne politischen oder wirtschaftlichen Anlass auf seiner Iranreise hat Niedersachsens Ministerpräsident Weil den Basar in Teheran besucht. Zu seiner großen Freude. Aber gekauft hat er - nichts.

Auf diesen Moment hat sich Stephan Weil ganz besonders gefreut: Auf dem Großen Basar in der Teheraner Altstadt kommt er endlich nah an das typische Alltagsleben in der 15-Millionen-Einwohner-Stadt heran. Zahllose Menschen wuseln durch die engen Gassen des Basars. Teppiche, Gewürze, Porzellan, Holzkunst, Schuhe, Stoffe, Kleidung, aber auch Plastikspielzeug und unbeschreiblich kitschige Decken in Rosa. Hier gibt es nichts, was es nicht gibt. An jeder Ecke erwarten Weil neue Gerüche, mal ist es der Duft von Leder, mal der von Essen, mal Weihrauch.

"Das hat deutlich mehr Charme als die großen Einkaufszentren", sagt Weil, der von einem kleinen Tross seiner Delegation begleitet wird. Obwohl ihn die Iraner nicht kennen, begegnen sie dem Mann inmitten der Sicherheitskräfte überaus freundlich. Immer wieder laden sie ihn wort- und gestenreich zum Besuch ihrer Geschäfte ein.

"Kommen Sie, kommen Sie. Bei mir gibt es handgeknüpfte Teppiche", sagt ein besonders eifriger Verkäufer. Nach einigem Hin und Her gibt der Tross nach und folgt dem Mann durch einen kleinen Treppenaufgang in die zweite Etage des Basars. Hier soll Weil, so das Versprechen des Verkäufers, sogar Teppichknüpfern bei der Arbeit über die Schulter schauen können. Am Ziel angekommen ist davon aber nichts zu sehen. Und der Mann will von seiner Ankündigung nichts mehr wissen. Dafür zeigt er freundlich lachend seine schönsten Teppiche zum Kauf. Kurz darauf ist der Tross wieder in den engen Gassen.

Großer Basar ist in Gefahr

Der Große Basar liegt im gleichnamigen Stadtteil im südlichen Zentrum von Teheran. Die Iraner sind stolz auf ihn und betonen gerne, dass er weltweit der größte seinesgleichen ist. Alle Handelswege zusammen sollen eine Strecke von rund zehn Kilometern erreichen.

Doch die Stadt in der Stadt mit Banken, Moscheen und Gästehäusern ist in Gefahr. "Das sind doch Unsere", sagt Weil und zeigt auf ein großes Handtuch mit einem Bild der deutschen Fußball-Nationalmannschaft. Man muss kein Experte sein, um zu sehen, dass dies kein offizielles Produkt ist. Das Plagiat zeigt ein Problem für den geschichtsträchtigen Basar: Viele Händler bangen längst um ihre Existenz, weil der Markt wie viele andere auf der Welt von modernen und günstigen Produkten aus Billiglohnländern überschwemmt wird.

Weil selbst will an diesem Vormittag nichts kaufen. Zumindest auf dem Basar ist Sightseeing angesagt, eine willkommene Abwechslung zwischen den vielen politischen und wirtschaftlichen Pflichtterminen während der Reise. Mit leeren Händen will Weil aber nicht nach Hannover zurückkommen: Ganz oben auf seiner Wunschliste steht echter iranischer Safran.

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