Neue Regeln bereits zum Wochenende?

Corona-Lockerungen in Niedersachsen: Nächste Beschlüsse könnten früher kommen

Die niedersächsische Landesregierung will weitere Corona-Lockerungen so schnell wie möglich umsetzen – womöglich bereits vor dem 25. Juni.

Hannover - In der kommenden Woche läuft die aktuelle Corona-Verordnung aus und eine neue muss her. Die Landesregierung möchte die bereits angekündigten Lockerungen so schnell wie möglich in die Tat umsetzen, teilte der Corona-Krisenstab am Dienstag mit. Das heißt, dass die Lockerungen bereits vor dem erwarteten Termin für die nächste Corona-Verordnung - dem 25. Juni - möglich werden solle.

Bundesland:Niedersachsen
Landeshauptstadt:Hannover
Einwohnerzahl:7.993.608 (31. Dezember 2019)
Regierungschef:Ministerpräsident Stephan Weil (SPD)

Der Verordnungs-Entwurf werde am Mittwoch, 16. Juni in die Abstimmung gehen, erklärte Regierungssprecherin Anke Pörksen. Dann werde auf Rückmeldungen gewartet und die geplante Verordnung überarbeitet. Dies könne je nach Komplexität der Rückmeldungen dauern. Sie könne nicht versprechen, dass es noch vor dem Wochenende klappt, so Pörksen. „Das wird sicherlich keiner hinauszögern“, kommentiert sie. Menschen hätten bei privaten Kontakten und Feiern großen Nachholbedarf.

Laut der stellvertretenden Leiterin des Corona-Krisenstabs, Claudia Schröder, werde man mit den Lockerungen vielleicht nicht bis zum 24. Juni warten müssen, sondern sie könnten für eine Inzidenz unter 10. bereits vorher greifen.

Corona-Lockerungen in Niedersachsen früher als erwartet: Inzidenzzahlen sinken kontinuerlich

„Die Inzidenzzahlen sinken kontinuierlich seit vielen Tagen“, sagte Schröder. Aktuell liege der Wert bei 8,5. Eine Inzidenz unter zehn sei positiv und erfreulich und es geben auch nur noch eine kreisfreie Stadt, die über der 35er-Marke liegt, erklärt Schröder. Die Situation sei flächendeckend gut.

Claudia Schröder, stellvertretende Leiterin des Corona-Krisenstabs, betonte erneut die Wichtigkeit der fortschrietenden Impfungen.

Schröder betonte die Wichtigkeit der fortschreitenden Impfungen. Mittlerweile seien in Niedersachsen fast 5,9 Millionen Menschen geimpft, 49,4 Prozent haben mindestens die Erstimpfung erhalten, 25,9 Prozent seien vollständig geimpft. Mit der Freigabe der Prioritäten sei die Warteliste in der vergangenen Woche auf 681.000 Plätze hochgeschnellt. Diese Spitze sei bereits wieder auf 611.000 Plätze auf der Liste abgebaut worden können.

Corona-Lockerungen: Impftempo muss höher sein als das der Verbreitung der Delta-Variante

Schröder erklärte, insbesondere im Zusammenhang mit der indischen Variante des Coronavirus dürfe nicht mit der Impfgeschwindigkeit nachgelassen werden. Erste Fälle der Delta-Variante seien in Deutschland bereits nachgewiesen. Das Impftempo müsse schneller als das der Verbreitung des Virus sein. Die Ansteckungshäufigkeit der Variante sei signifikant höher als die der bisher bekannten.

Anke Pörksen, Regierungssprecherin der niedersächsischen Landesregierung, wirbt dafür, sich auch weiterhin testen zu lassen, selbst wenn es nicht vorgeschrieben ist.

Die Gesundheitsämter seien weiterhin damit beschäftigt, sämtliche Infektionsketten sofort aufzudecken und zu stoppen. Die Aufgabe sei nicht kleiner geworden und es sei nach wie vor eine ernste Situation. Ziel ist die Herdenimmunität zu erreichen. Dafür müssten mindestens 75 Prozent der Bevölkerung geimpft sein. Dadurch würde auch die Verbreitung von Varianten eingedämmt., so Schröder.

Auch dann, wenn gelockert werde, werde nicht alles aufgegeben, stellte Schröder klar. „Darum unterscheiden wir zwischen drinnen und draußen“, sagt sie. Im Innenbereich geben es zwei Wege sich anzustecken. Einmal durch den direkt Kontakt und durch die Aerosole in der Luft. Die Regelungen sind dort daher noch strenger als draußen. „Aber wir wollen unter zehn die Wahlmöglichkeit geben“, sagt sie.

Corona-Lockerungen in Niedersachsen: Bundesweite Regelung für Großveranstaltungen in der Diskussion

Bei Veranstaltungen könne es demnach die Möglichkeit geben, anstelle von Maske und Abstand eine generelle Testpflicht einzuführen. Wenn nur negativ-Getestete, Genesene und Geimpfte zusammen sind, könnte auch die Regelung zu Abstand und Mund-Nasen-Bedeckung deutlich gelockert werden, sagte die stellvertretende Leiterin des Corona-Krisenstabs.

Weil die Corona-Infektionszahlen sinken, werden auch die Kontaktbeschränkungen weiter gelockert und Menschen dürfen gemeinsam feiern.

Für Großveranstaltungen werde derzeit über eine bundeseinheitliche Regelung nachgedacht. In der Regel würden Veranstaltungen ab einer bestimmten Größe auch ein deutlich überregionales Einzugsgebiet haben, so wie beispielsweise das Wacken-Festival, das nun doch stattfinden soll. Da machten einheitliche Regelungen beim Hygienekonzept Sinn. In jedem Fall müssten Veranstaltungen ab 1000 Personen angezeigt und genehmigt werden.

Wir laden dazu ein, dass man sich auch unter einem Wert von 35 testen lässt, wenn man mit mehreren zusammen feiern möchte. Dafür möchten wir ausdrücklich werben.

Regierungssprecherin Anke Pörksen

Auch die privaten Kontaktbeschränkungen sollen noch einmal weiter gelockert werden. Unter anderem könnte auch die Begrenzung auf drei Haushalte bei Inzidenzwerten zwischen zehn und 35 entfallen. „Wir diskutieren auch eine sogenannte Härteklausel“, sagt Schröder. Wenn es ein Infektionsgeschehen in einem Landkreis gibt, dass aber abgeschirmt ist, müsse das dann nicht gleich Auswirkungen auf den gesamten Landkreis haben. Voraussetzung auch hier sei eine strenge Beobachtung des Infektionsgeschehens.

Lockerungen könnten bereits vor dem Termin der neuen Verordnung in Kraft treten

Regierungssprecherin Pörksen betonte, dass Lockerungen unter zehn weiterhin nicht einfach so in Kraft treten werden. Der Wert müsse mindestens fünf Werktage unter dieser Grenze liegen und dann müsse auch noch eine Verfügung des Landkreises oder der Stadt erlassen werden.

In den nächsten drei bis vier Wochen werde man mit großer Vorsicht gehen, dabei aber auch Respekt vor der Lebenswirklichkeit haben. „Wir laden dazu ein, dass man sich auch unter einem Wert von 35 testen lässt, wenn man mit mehreren zusammen feiern möchte. Dafür möchten wir ausdrücklich werben“, sagt Pörksen zum Abschluss. * kreiszeitung.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Moritz Frankenberg / dpa

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

Meistgelesene Artikel

Baumärkte, Corona-Testpflicht, Kinderbonus: Das ändert sich ab 1. August

Baumärkte, Corona-Testpflicht, Kinderbonus: Das ändert sich ab 1. August

Baumärkte, Corona-Testpflicht, Kinderbonus: Das ändert sich ab 1. August
Tiny-House-Siedlung in Hannover: Miete so teuer wie eine Luxus-Immobilie

Tiny-House-Siedlung in Hannover: Miete so teuer wie eine Luxus-Immobilie

Tiny-House-Siedlung in Hannover: Miete so teuer wie eine Luxus-Immobilie
Weil Rechnungen nicht bezahlt wurden: Bauleiter zerlegt Neubau

Weil Rechnungen nicht bezahlt wurden: Bauleiter zerlegt Neubau

Weil Rechnungen nicht bezahlt wurden: Bauleiter zerlegt Neubau
Corona-Tests werden kostenpflichtig – bald bis zu 30 Euro für einen Test?

Corona-Tests werden kostenpflichtig – bald bis zu 30 Euro für einen Test?

Corona-Tests werden kostenpflichtig – bald bis zu 30 Euro für einen Test?

Kommentare