„Renegade“-Fall

Niedersachsens Kernkraftwerke nach Tippfehler im Flugzeug alarmiert

Hannover - Die drei Atomkraftwerke in Niedersachsen sind nach einem Tippfehler in einer Lufthansa-Maschine am Montag alarmiert worden. Nach Informationen von NDR 1 Niedersachsen wurden in Lingen 150 Mitarbeiter und in Grohnde 300 Angestellte aufgefordert, das Gelände zu verlassen.

Auch das stillgelegte Kraftwerk Unterweser war betroffen, wie das niedersächsische Umweltministerium am Dienstag mitteilte. Durch eine fehlerhafte Eingabe habe der Lufthansa-Pilot am Montag einen sogenannten „Renegade“-Fall ausgelöst, sagte eine Ministeriumssprecherin. Dabei handelt es sich um Situationen, in denen möglicherweise ein Luftfahrzeug aus terroristischen oder anderen Motiven als Waffe verwendet werden könnte. In solchen Fällen erhalten nach Angaben des Ministeriums alle deutschen Atomkraftwerke einen Voralarm.

Nach Angaben der Bundespolizei konnte der Pilot aufgrund eines technischen Problems zwar an die Mitarbeiter der Flugverkehrskontrolle senden, diese aber im Gegenzug nicht empfangen. Zur Meldung dieses Problems war die Eingabe eines Codes nötig, den er aus Versehen falsch eingegeben habe. Die Führungsstäbe von Landespolizei, Bundespolizei und Bundeswehr sei informiert worden und hätten sich sehr schnell abgestimmt.

Maschine landet sicher und normal

Der Pilot habe seinen Fehler bemerkt und später den richtigen Code eingegeben. Nach rund 20 Minuten sei die Alarmsituation wieder heruntergefahren worden, sagte ein Sprecher der Bundespolizei. Die Lufthansa-Maschine war im schottischen Aberdeen gestartet und sei zwar verspätet, aber sicher und normal in Frankfurt gelandet.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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