Niedersachsens Industrie hofft auf Iran-Geschäft

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Das Stahlwerk der Georgsmarienhütte-Gruppe in Niedersachsen.

Hannover/Teheran - Einst verbanden Niedersachsen und den Iran Geschäfte beinahe in Milliardenhöhe. Dann griffen die Sanktionen und der Handel mit dem Golfstaat brach fast komplett ein. Das Ende der Eiszeit lässt die Firmen nun frohlocken - denn der Nachholbedarf scheint riesig.

Nach dem Ende der westlichen Sanktionen gegen den Iran hofft Niedersachsens Industrie auf brummende Geschäfte mit dem Golfstaat. „Aktuell unterhalten gut 300 Unternehmen aus Niedersachsen Geschäftsbeziehungen in den Iran“, sagte die Chefin des Niedersächsischen Industrie- und Handelskammertages (NIHK), Susanne Schmitt, am Montag. Das Interesse am Markt sei groß. Insbesondere die absehbaren iranischen Investitionen in Maschinen und Anlagen stimmten hoffnungsvoll.

Schmitt sagte, aus niedersächsischer Sicht seien besonders die guten Aussichten für Automobil- und Maschinenbau interessant, aber auch für Energie- und Umwelttechnik, Wasser- und Abwassermanagement, die Agrar- und Baustoffwirtschaft sowie für den Gesundheitssektor.

Der Iran verfügt über die zweitgrößten Erdgas- und die viertgrößten Erdölreserven der Welt. Der Golfstaat beziffere den Investitionsbedarf allein in diesem Wirtschaftszweig auf bis zu 200 Milliarden US-Dollar (knapp 200 Milliarden Euro), rechnete NIHK-Sprecher International Felix Jahn vor. „Ein Anstieg deutscher Ausfuhren auf 10 Milliarden Euro ist langfristig durchaus realistisch.“ Das zeige auch ein Blick auf die Exportentwicklung in der Region: Vor den Handelsstrafen hatte das Außenhandelsvolumen zwischen dem Iran und Niedersachsen im Jahr 2006 mehr als 800 Millionen Euro erreicht.

Jahn sagte: „Auch die Aufhebung der US-Sanktionen ist ein wichtiger Schritt für die niedersächsischen Unternehmen.“ Denn vor allem Firmen mit guten US-Geschäftskontakten hätten sich bisher oft zurückgehalten im Iran-Geschäft, um keine Einschränkung seitens der USA zu fürchten.

Laut NIHK wurden von Januar bis November 2015 aus Niedersachsen Waren im Wert von 93,5 Millionen Euro in den Iran ausgeführt, die Importe lagen im selben Zeitraum bei 33 Millionen Euro. Exportiert wurden in den Iran vor allem Chemiegüter, Pumpen und Kompressoren, Maschinen, Papier und Saatgut. Aus dem Iran kamen überwiegend Nahrungsmittel tierischen Ursprungs, Dünger sowie Obst- und Gemüsesäfte.

Mit etwa 80 Millionen zählt der Iran etwa so viele Menschen wie Deutschland. Das umstrittene Atomprogramm hatte die Weltgemeinschaft jahrelang veranlasst, dem Golfstaat die kalte Schulter zu zeigen.

dpa

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