Niedersachsens Fischer atmen nach gutem Jahr 2015 durch

Neuharlingersiel - Die meisten Fischereibetriebe in Niedersachsen hatten 2015 wirtschaftlich ein auskömmliches Jahr. Niedrige Treibstoffpreise, ordentliche Fangmengen und gute Marktpreise gaben den Unternehmen Zeit zum Durchatmen, hieß es am Freitag beim Fischereitag im ostfriesischen Neuharlingersiel im Kreis Wittmund.

Niedersachsens Fischer haben ein erfolgreiches Jahr 2015 hinter sich und können künftig von neuen Förderprogrammen profitieren. Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) stellte am Freitag 21,5 Millionen Euro aus dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds in Aussicht. Damit sollten bis zum Jahr 2023 die Infrastruktur der Fischereihäfen und Anlagen zur Fischverarbeitung und -vermarktung unterstützt werden, sagte Meyer beim Fischereitag des Verbandes der Kleinen Hochsee- und Küstenfischerei Weser-Ems in Neuharlingersiel im Kreis Wittmund.

Die meisten Fischereibetriebe in Niedersachsen kamen 2015 wirtschaftlich gut zurecht. Niedrige Treibstoffpreise, ordentliche Fangmengen und gute Marktpreise gaben den Unternehmen Zeit zum Durchatmen. Insgesamt gingen deutlich mehr Fänge in die Netze als im Vorjahr. Die Kutter landeten 9484 Tonnen (2014: 7069 Tonnen) Fisch, Krabben und Muscheln in den Häfen an. Das machte sich auch bei den Erlösen bemerkbar. Mit 23,3 Millionen Euro fiel der Gesamterlös höher aus als im Vorjahr (21,2 Millionen Euro).

Dabei hatte das erste Halbjahr 2015 für die Krabbenfischer nicht so gut begonnen. Die Fangmengen waren gering, und die Lager des Handels waren noch gut gefüllt. Dadurch stiegen die Preise zunächst nicht. Erst im zweiten Halbjahr gingen Fangmengen und Preise nach oben, so dass die meisten Betriebe ein auskömmliches Jahr hatten. Zum Jahresende wurden noch sehr gute Preise von mehr als sechs Euro pro Kilo erzielt. Der Durchschnittspreis lag bei 3,81 Euro pro Kilogramm.

Die Muschelfischer steigerten ihre Fangmengen um das Doppelte auf 3983 Tonnen. Die Preise lagen jedoch im Jahresdurchschnitt um fast 30 Prozent niedriger als 2014.

Relativ niedrige Treibstoffpreise wirkten sich 2015 in der gesamten Branche positiv aus. Davon profitierte auch die kleine Hochseefischerei nach leicht gestiegenen Preise und einem Anstieg der Fangmengen auf 2097 Tonnen (1560 Tonnen).

„Niedersachsen ist Fischereiland Nr. 1 in Deutschland, sowohl bei der Küstenfischerei als auch bei Aquakulturen“, sagte Minister Meyer. Das Land unterstütze den wichtigen Wirtschaftszweig. „Mit der EU-Förderung haben wir einen großen Fisch an Land gezogen“, sagte Meyer.

Ein Projektgebiet soll alle niedersächsischen Fischereihäfen an der Küste von Ditzum an der Ems bis Cuxhaven an der Elbe umfassen. Von der Förderung könnten Kommunen, der Tourismus und die Fischereiwirtschaft profitieren.

Der Grünen-Politiker sprach vor den Fischern auch die Probleme an, die durch Offshore-Windparks und andere Einschränkungen in den Fanggebieten entstehen. Weitere Vertiefungen an Weser und Elbe hält Meyer nicht für notwendig: „Dafür haben wir ja den JadeWeserPort. Der Tiefwasserhafen ist ökologisch und ökonomisch nachhaltiger als neue Flussvertiefungen.“

dpa

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