Behörden halten Namen unter Verschluss

"Panama Papers": Mindestens ein Name aus Niedersachsen dabei

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Die Daten der "Panama Papers" entstammen der Anwaltskanzlei Mossack Fonseca.

Hannover/Wilhelmshaven - Bei den Enthüllungen rund um Briefkastenfirmen in Steueroasen ist in den "Panama Papers" mindestens ein Name aus Niedersachsen öffentlich geworden. Um wen es sich dabei handelt, wollte eine Sprecherin des Finanzministeriums in Hannover nicht sagen.

"Die Finanzbehörden werden nun prüfen, ob dort Ermittlungsbedarf besteht", sagte Sprecherin Antje Tiede. Bei einem zweiten Namen, der im Zusammenhang mit den "Panama Papers" genannt wurde, sei bislang noch unklar, ob dieser mit Niedersachsen in Verbindung stehe. Ein anonymer Informant hatte die sogenannten "Panama Papers" an Medien weitergegeben - dahinter verbergen sich Daten einer panamaischen Wirtschaftskanzlei über das weltweite Netz von Briefkastenfirmen.

Ob die damit bekanntgewordenen Geschäftstätigkeiten unrechtmäßig sind, ist bislang unklar. Auch deutsche Banken sollen die Dienste dieser Kanzlei genutzt haben, um Briefkastenfirmen zu gründen oder für Kunden zu verwalten.

Die Enthüllungen haben auch neue Einblicke in einen alten juristischen Streit in Niedersachsen eröffnet. Dabei geht es nach Medienberichten um die Nachfolgegesellschaft der ehemaligen AEG Olympia-Werke im niedersächsischen Roffhausen bei Wilhelmshaven. Der traditionsreiche Büromaschinenhersteller war 1992 verkauft worden und firmiert inzwischen als Olympia International Holdings Limited (OIH) auf den British Virgin Islands.

Der Wilhelmshavener Anwalt Alexander Naraschewski streitet inzwischen mit OIH um den Wert der Olympia-Markenrechte. Hintergrund sind nach Angaben des Anwalts nicht gezahlte Betriebsrenten für Olympia-Mitarbeiter und Forderungen des Pensionsversicherungsvereins in Höhe von 5,4 Millionen Euro.

Die Unternehmensmutter müsse für Pflichten wie Betriebsrenten gegenüber der Tochtergesellschaft gerade stehen, sagte Naraschewski. Die Konstruktion dieser Offshore-Firma auf den Jungferninseln mache es jedoch schwer, vor deutschen Gerichten erfochtene Ansprüche durchzusetzen: "Die Offshore-Firmen ziehen eine Brandmauer, um sich vor berechtigten Forderungen Dritter zu schützen", kritisierte er.

dpa

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