Zwischenbilanz des Tierschutzplans

„Niedersachsen lässt die Sau raus“ - Land gibt Geld für Tierwohl

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Für eine tiergerechte Ferkelaufzucht zahlt Niedersachsen inzwischen Prämien an die Landwirte aus.

Hannover - Nach Überzeugung von Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer geht es den Hühnern und Schweinen in den Mastställen des Landes besser als früher. Er hofft, dass die Bauern diesen Weg weiterverfolgen. Doch die wünschen sich mehr Zeit.

Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer (Grüne) will das Tierwohl in den Mastställen des Landes durch weitere finanzielle Anreize stärken. Unter dem Motto: „Niedersachsen lässt die Sau raus“ sollen Landwirte ab sofort 150 Euro pro Sau erhalten, wenn sie Muttertiere anders als bisher nicht mehr in beengten Kastenständen, sondern auf größeren Arealen halten. 

Zudem gibt es nun für die tiergerechte Aufzucht von Ferkeln ohne abgeschnittenem Schwanz eine Prämie von fünf Euro pro Tier, gab Meyer am Mittwoch bei einer vorläufigen Bilanz des Tierschutzplans bekannt. Er sei trotz anfänglicher Bedenken ein Erfolg und nun weitgehend umgesetzt. 

Meilenstein Amputationsverbot

Der größte Meilenstein sei sicherlich das Amputationsverbot - also das Verbot, Tiere durch Verstümmeln an die Ställe anzupassen. Dabei geht es um Maßnahmen gegen das Schnäbelkürzen bei Legehennen oder das Schwanzkupieren bei Schweinen. 

Niedersachsens Agrarminister Christian Meyer ist bereit, mehr Geld für eine artgerechte Tierhaltung auszugeben.

Als positiv wertete der Minister auch die Strategie gegen den überhöhten Antibiotika-Einsatz in Ställen. „Das haben wir im Konsens geschafft - wir waren das erste Bundesland, das eine Tierwohl-Prämie gezahlt hat“, sagte der Grünen-Politiker. 

Artgerechte Freilandhaltung im Blick

Priorität habe zunächst das Beenden der größten Missständen gehabt - nun stehe in einer zweiten Phase ein Umbau der Tierhaltung in Niedersachsen in eine artgerechte Freilandhaltung an. Landvolkpräsident Werner Hilse warnte vor diesem Hintergrund vor einer Ideologisierung der Diskussion um Tierwohl und -schutz in der Nutztierhaltung. 

Manche Forderungen, die Meyer erhebe, bräuchten sehr viel mehr Zeit für die Umsetzung. Die Bauern hätten sich stets an den Diskussionen konstruktiv beteiligt, und würden das weiter tun. Man müsse aber auch sehen, dass an Betriebe immer höhere Anforderungen gestellt würden. Für ihre Anstrengungen im Bereich Tierwohl müssten Landwirte eine entsprechend ausreichende Kompensation erhalten. Das sei aber so noch nicht gegeben. 

Meyer gab zu, dass ein Mehr an Tierwohl mit höheren Kosten verbunden ist. Das werde aber auch vom Verbraucher honoriert. Zudem stellte Meyer den Landwirten für entsprechende Maßnahmen weitere finanzielle Hilfen in Aussicht. „Ich bin gerne bereit, mehr Geld zur Verfügung zu stellen“, sagte er. Vorgaben zu machen sei aber richtig.

dpa

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