Grünlandtagung in Leer

Niedersachsen will Weidehaltung und Artenschutz in Einklang bringen

Leer - Im Nordwesten grasen so viele Kühe draußen wie an keinem anderen Ort in Deutschland. Ihre Halter stehen jedoch ökonomisch unter Druck. Dennoch sollen sie sich auch noch für den Erhalt der Artenvielfalt einsetzen.

Niedersachsen will die Ansprüche der Weidehalter mit dem Natur- und Artenschutz in Einklang bringen. Agrarminister Christian Meyer sagte am Samstag bei der Grünlandtagung im ostfriesischen Leer: "Wir wollen Weideland Nummer eins bleiben - in keinem anderen Bundesland grasen so viele Kühe wie in Niedersachsen." Die Rahmenbedingungen müssten aber so gesetzt werden, dass Landwirte auch davon leben können, betonte der Grünen-Politiker.

Die angespannte Marktlage setzt den Bauern weiter zu. Viele Betriebe könnten immer noch nicht kostendeckend produzieren, sagte Ottmar Ilchmann von der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft. Die Molkereien zahlten zwar höhere Preise als vor einem Jahr, das reiche jedoch nicht. Bundesweit hätten seit Beginn der Milchkrise vor zwei Jahren rund 6000 Betriebe aufgegeben.

Bei der Grünlandtagung diskutierten unter anderem Landwirte, Naturschützer, Wissenschaftler und Grünen-Landtagsabgeordnete über die ökonomischen Rahmenbedingungen der Milch- und Weidehaltung sowie über den Erhalt der Artenvielfalt. Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) sagte: "Für den Wiesenvogelschutz brauchen wir Kooperation mit der Landwirtschaft. Ohne Grünland und Bauern gibt es auch keine Zukunft für die Wiesenvögel. Wir prüfen deshalb, wie erfolgreicher Artenschutz auf der Fläche gezielter honoriert werden kann."

Nirgendwo sonst in Deutschland gibt es so viele Kühe auf der Weide wie in Niedersachsen. Dies gilt besonders für den Nordwesten. Damit das so bleibt, fördert das Land mit 500.000 Euro Betriebe, die garantierte Weidemilch liefern. Weidetierhalter sollen auch künftig mit der Bewirtschaftung von Grünland einen großen Teil der Kulturlandschaft erhalten. Die Landwirte leisteten auch für den Tierschutz sowie für den Wasser-, Hochwasser-, Boden-, Arten- und Biotopschutz einen wichtigen Beitrag, sagte die Grünen-Abgeordnete Meta Janssen-Kucz.

dpa

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