Niedersachsen will bundesweites freiwilliges wissenschaftliches Jahr

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Die 18 Jahre alte Rebecca Beigel posiert an einem Durchlichtmikroskop in einem Labor an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH, Niedersachsen). Sie gehört zu Abiturienten, die an dem Projekt "Freiwilliges Wissenschaftliches Jahr" teilgenommen haben. Niedersachsen will sich im Bundesrat jetzt für eine bundesweite Ausweitung des freiwilligen wissenschaftlichen Jahres einsetzen.

Hannover - Niedersachsen will für die bundesweite Einführung des freiwilligen wissenschaftlichen Jahres werben. Am 13. Juni will die rot-grüne Landesregierung dazu einen Antrag in den Bundesrat einbringen, beschloss das Kabinett am Dienstag.

Ziel ist es, das freiwillige wissenschaftliche Jahr genau wie das ökologische und das soziale Jahr gesetzlich zu verankern.

Seit 2011 läuft das Angebot in Niedersachsen als Pilotprojekt. Daran beteiligt sind unter anderem die Medizinische und die Tierärztliche Hochschule sowie die Leibniz Uni in Hannover, das Laserzentrum und das Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung in Braunschweig.

„Mit dem freiwilligen wissenschaftlichen Jahr erhalten junge Menschen einen realistischen Einblick in die Wissenschaft und in akademische Berufsfelder“, sagte die niedersächsische Wissenschaftsministerin Gabriele Heinen-Kljajic (Grüne). Eine bundesweite Ausweitung sei auch angesichts des Mangels an Bewerbern in den MINT-Studienfächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik von hoher Bedeutung.

Die Nachfrage von Bewerbern, die ein Jahr lang in die Wissenschaft hineinschnuppern wollen, ist in Niedersachsen deutlich höher als die angebotenen Stellen. „Es kommt längst nicht mehr jeder Bewerber zum Zug“, sagte die Leiterin des Büros für die Freiwilligen Dienste in Hannover, Nadine Dunker. Jedes Jahr müsse sie Abiturienten abweisen, weil es nicht genügend Plätze gebe. Alleine für die 78 Stellen an der MHH gibt es jährlich mehr als 200 Bewerber. „Die jungen Menschen können in Bereiche reinschnuppern, in die sie sonst nicht so einfach reingekommen wären“, sagte Dunker. „Vielen hat das bei der späteren Berufswahl geholfen.“

Auch für die teilnehmenden Bildungseinrichtungen sei das Projekt ein Gewinn: „Die jungen Menschen sind sehr motiviert und bringen frischen Wind in den Forscheralltag“, sagte Dunker. Die bundesweite Ausweitung des freiwilligen wissenschaftlichen Jahres hält auch sie deshalb für sinnvoll. dpa

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