Neues Schuljahr startet Donnerstag

Kultusministerium will mit 17-Punkte-Plan mehr Lehrer gewinnen 

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Für Schüler in Niedersachsen beginnt am Donnerstag das neue Schuljahr.

Hannover - Für über 830.000 Schüler in Niedersachsen beginnt am Donnerstag das neue Schuljahr. Derweil sucht das Kultusministerium händeringend nach weiteren Lehrkräften. Ein 17-Punkte-Aktionsplan soll helfen, mehr Personal zu gewinnen.

Quereinsteiger, Referendare, arbeitswillige Pensionäre: Niedersachsen sucht dringend Pädagogen, um die Lücke bei der Lehrerversorgung zu schließen. Ein 17-Punkte-Aktionsplan, den Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD) am Mittwoch vorstellte, soll mehr Personal in den Schuldienst bringen.

Markt ist leergefegt

„Zum neuen Schuljahr sind 2.700 Stellen an den öffentlichen Schulen ausgeschrieben. Bislang haben wir davon 2040 Stellen besetzt", sagte Heiligenstadt am Mittwoch. Der Markt sei leergefegt. Ursache des Lehrermangels seien der Flüchtlingszuzug und die Ausweitung der inklusiven Schule. Seit März 2015 seien allein 36 000 Schüler mit Sprachförderbedarf hinzugekommen: "Diese Herausforderung bleibt historisch."

Der Aktionsplan des Ministeriums sieht unter anderem vor, Quereinsteigern künftig den Weg zu einem Lehramt an Grund-, Haupt- und Realschulen zu erleichtern. Referendare, die ihre Prüfung bestanden haben, können ihre Stundenzahl bis zum Soll eines fertig ausgebildeten Lehrers erhöhen. Pensionierte Lehrer sollen als Vertretungskräfte reaktiviert werden. Wer die Altersgrenze erreicht hat, aber trotzdem weiterarbeiten will, erhält acht Prozent mehr Bezüge. Teilzeitkräfte können kurzfristig mehr Unterricht erteilen.

Unterrichtsversorgung  bei 98 Prozent

Heiligenstadt sagte, es zeichne sich bereits jetzt ab, dass die Unterrichtsversorgung für das beginnende Schuljahr bei 98 Prozent liegen werde. "Das ist kein Wert, der uns zufrieden stimmt." Die Sicherung des Pflichtunterrichts habe Priorität.

Kritik erntete die Kultusministerin von der Opposition. Mit einer prognostizierten Unterrichtsversorgung von 98 Prozent erreiche Niedersachsen einen Tiefstand wie seit 15 Jahren nicht mehr, bemängelte der bildungspolitische Sprecher der FDP-Fraktion, Björn Försterling. So sei Unterrichtsausfall programmiert, es gebe zudem keine Entlastung für die Lehrkräfte und zu wenig Schulsozialarbeiter.

Der schulpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Kai Seefried, prophezeite, mit dem 17-Punkte-Plan werde es Heiligenstadt nicht gelingen, Stundenausfall im großen Umfang zu verhindern. "Es handelt sich um einen Katalog von Notmaßnahmen, aus dem die ganze Verzweiflung dieser Ministerin spricht." Der Effekt dürfte begrenzt sein.

Anders sieht das Stefan Politze, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion. Mit dem Aktionsplan sei Niedersachsen Vorreiter. "Damit wird es gelingen, die noch fehlenden Lehrerinnen und Lehrer für unsere Schulen zu gewinnen", sagte Politze.

dpa

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