Angst vor der Schweinepest

Wildschweine und Nutrias im Fadenkreuz der Jäger

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Wildschweine werden in Niedersachsen derzeit großflächig bejagt.

Hannover - Die Jagd auf Wildschweine ist wegen der Afrikanischen Schweinepest derzeit ausgesprochen wichtig. Die Jäger in Niedersachsen haben so viele Tiere geschossen wie seit Jahren nicht. Auch Nutrias wurden verstärkt erlegt - sie richten oft große Schäden an.

Niedersachsens Jäger haben im vergangenen Jagdjahr besonders viele Nutrias und Wildschweine geschossen. Das zeigt der aktuelle Jagdbericht 2016/2017, den die Landesjägerschaft und das Landwirtschaftsministerium am Freitag in Hannover vorlegten. 

Bei den Wildschweinen wurden 56.185 Tiere erlegt, das war der zweithöchste Wert seit 1958, nur 2008/2009 waren es mehr. „Das Engagement der Jäger ist im Hinblick auf den Deichschutz sowie die drohende Afrikanische Schweinepest ausgesprochen wichtig“, sagte Ministerin Barbara Otte-Kinast (CDU). 

„Ein Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in einer hiesigen Wildschweinpopulation hätte verheerende Folgen für Niedersachsens Schweinehalter. Transport und Handel könnten dann zum Erliegen kommen“, betonte sie.

Niedersachsen Schweineland Nummer Eins

Niedersachsen sei mit mehr als zehn Millionen Tieren bundesweit Schweineland Nummer Eins und daher besonders sensibel für die sich von Osteuropa ausbreitende Krankheit. Die Seuche endet bei Wild- und Hausschweinen meist innerhalb weniger Tage tödlich. 

Otte-Kinast hatte im Januar an die Verbraucher appelliert, mehr Fleisch von Wildschweinen zu essen, auch um damit einer befürchteten Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest vorzubeugen. Die größte Gefahr sei dabei der Mensch und sein Fehlverhalten, sagte am Freitag Landesjägerschafts-Präsident Helmut Dammann-Tamke. Er bezog sich dabei achtlos weggeworfene Lebensmittelreste. 

Das Wirtschaftsministerium lässt bereits die Müllkörbe entlang der Transitautobahnen öfter leeren, Wildschweine sollen dort kein kontaminiertes Futter finden.

Nutrias beschädigen Ufer und Deiche

Nutrias richten große Schäden an und werden intensiv bejagt.

Bei den auch Biberratte genannten Nutrias wurden 21.866 getötet, mehr als doppelt so viel wie im Vorjahr. Das Engagement der Jäger bei der intensiven Bejagung trage zur Deichsicherheit und zum Schutz von Uferböschungen bei, sagte die Ministerin. Auch bei den Waschbären und Marderhunden wurden mehr Tiere erlegt als im Jagdjahr zuvor. 

Die bis zu zehn Kilogramm schweren Nutrias sehen auf den ersten Blick aus wie Biber und stammen aus Südamerika. Wegen ihres Pelzes wurden die Nagetiere einst nach Europa geholt. Sie graben Gänge in Deiche und Uferböschungen, verursachen aber auch Schäden auf Äckern und beeinträchtigen andere Tiere. Niedersachsen und Niederländer wollen bei der Bekämpfung enger zusammenarbeiten.

dpa

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